Freitag, 12. Oktober 2018

Werke-Gerechtigkeit

Es ist, als ob ich jetzt von Gott eine Antwort auf die Frage:" Wann ist es Werke-Gerechtigkeit und wann nicht?" bekommen habe.
Ich habe eine Predigt von Joseph Prince gehört, in der es darum ging, welche schlimme Sünde Moses begangen hat, als er erneut auf den Stein schlug, dass er deswegen nicht ins gelobte Land durfte.
Die Quintessenz war: Schade dem Leib Christi nicht!
Und ich fragte mich wieder mal: Wenn ich mich selbst bemühe, nett zu Leuten zu sein, ist das dann nicht Werke-Gerechtigkeit?
Und dann blitzte es plötzlich in mir auf:
Es geht nicht so sehr um das, was ich tue, sondern mit welchem Herzen ich es tue - aus welcher Kraft heraus.
Bspw. lade ich gern Leute zu mir ein zum Frühstück und schaffe Begegnung, jedoch als ich mal ein paar ältere Menschen aus der Gemeinde eingeladen habe, habe ich gemerkt, dass Seelsorge definitiv nicht mein Ding ist und ich das nur aushalte, aber kein Herz dafür habe.
Also, wann immer ich mich zwingen muss etwas zu tun und ich sogar währendessen nicht wirklich Freude daran habe und ich es nur tue, weil man das tun muss bzw weil ich glaube, dass ich das tun muss, dann ist das definitiv falsch und es stellt sich die Frage, wen ich damit beeindrucken will?! Denn Gott fällt definitiv aus als Bewunderer.
Es beantwortet auch die Frage, ob ich rausgehen und Leuten von Jesus erzählen soll, DENN:
was ich gut kann und liebe, ist Menschen, die mich fragen, was Jesus angeht, Rede und Antwort zu stehen. Ich ermutige auch gern Christen in ihrem Glauben.
Was ich aber definitiv nicht sehr gut kann (und noch nie konnte!), ist Nichtchristen anzusprechen und zu Jesus zu führen bzw das Gespräch dahin zu lenken. Denn: ich kann generell nicht sehr gut Menschen ansprechen. Es fällt mir unheimlich schwer, egal ob im christlichen Kontext oder nicht. Mich dort zu überwinden, gibt absolut mir den Ruhm und nicht Gott und als ich es versucht habe, hat es sich auch nicht wirklich gut angefühlt: Ich habe versucht mit Leuten nur ins Gespräch zu kommen, um über Jesus zu reden. Die Leute an sich waren mir ziemlich egal. - Sehr Jesus-like...
Ich meine, manchmal kostet es einen auch Überwindung etwas zu tun, dass man eigentlich gern tut, weil man Angst hat, wie das bei anderen ankommt - hier ordne ich bspw. auch den Ruf einiger Leute alles aufzugeben und ins Gebetshaus zu gehen einen - vlt kostet es Überwindung, das weltliche Lohnsystem hinter sich zu lassen und dem Ruf zu folgen, aber das Herz zieht ein und im Grunde geht es nicht anders.
Ich glaube, ich kann Werke-Gerechtigkeit jetzt für mich so definieren:
Ist es etwas, wofür mein Herz brennt, sowohl davor, als auch währendessen und danach - dann ist es Jesus in mir.
Ist es etwas, dass ich eigentlich nicht machen möchte, wobei ich mich unwohl fühle, was ich danach eigentlich nicht wieder machen möchte und mich wieder und wieder Überwindung kostet - dann ist es definitiv Werke-Gerechtigkeit.

Ich danke Gott echt, dass er mir das endlich aufgeschlossen hat. Seit ich vom Gnade-Gesetz-Mischmasch zur reinen Gnade durchgebrochen bin, befand ich mich wie in einer Schockstarre: Ich wusste nicht, was zu tun ist und was nicht und hab lieber nichts getan, um nicht wieder in Werke-Gerechtigkeit zu verfallen - ich weiß, dass Gott mich dafür nicht bestraft, aber letztendlich sind es tote und damit unsinnige Werke!
Und jetzt erscheint es mir so klar: Gott sagt, er verändert unser Herz, er macht es neu, schreibt seine Gesetze hinein. Wenn es also von Herzen kommt, dann ist es einfach richtig und gut!
Danke lieber Papa! Echt der Hammer wie weit deine Gnade reicht und wie du einfach an alles gedacht hast!
In Jesu Namen Amen.

Samstag, 29. September 2018

Wie im Himmel so auf Erden

Heute ist mir etwas auf gefallen:
Obwohl ich glaube, dass Gott jederzeit große Dinge tun kann, wenn es um Heilung geht, merke ich, dass mein Glauben weniger Auswirkung auf mein alltägliches Denken hat:
Meine jüngste Tochter (fast 2) hat sich vorgestern eine Platzwunde am Auge geholt. Auf dem Weg zum Krankenhaus betete ich, dass nichts anschwillt und alles gut klappt und tatsächlich gab es zunächst keine Schwellung und wir waren innerhalb von 15 Minuten wieder aus der Notaufnahme raus.
Vorhin sah ich, dass ihr Auge heute deutlich mehr geschwollen war als gestern oder vorgestern und dachte: "Ja, das ist immer so. Morgen ist es wahrscheinlich ganz zugeschwollen." Aber sofort bemerkte ich auch, dass diese Folgerung für mich als Kind Gottes nicht mehr richtig erscheint. Also betete ich nochmal, dass die Schwellung zurück geht, aber es fühlte sich irgendwie noch komisch an. Da gab Gott mir, den für mich entscheidenen Gedanken:
Wir beten im Vater unser "Dein Reich komme, dein Wille geschehe, WIE IM HIMMEL SO AUF ERDEN!"
Wir unterstehen nicht mehr der Ordnung dieser Erde, sondern der himmlischen, der göttlichen Ordnung. Und das heißt, dass auch der natürliche (um nicht zu sagen weltliche) Lauf der Dinge für uns aufgehoben ist. Eine Platzwunde am Auge meiner Tochter muss nicht am 4.Tag völlig zugeschwollen sein, weil das schließlich immer so ist, denn "Das ist immer so." gilt für mich nicht mehr. Für mich gilt zu manifestieren, also durch Gebet in Realität zu bringen, was IM HIMMEL IMMER GILT.
Die Frage stellt sich also immer: Was glaube ich, wie es im Himmel sein wird? Und das sollte der Ausgangspunkt meines Gebets sein. 
Noch ein Beispiel: Ich erinnere mich noch gut daran, als es im Alphakurs um Heilung ging und gleichzeitig gesagt wurde, dass das aber natürliche Konsequenzen nicht aufheben würde: Wenn ich bspw zu wenig anziehe, wenn es draußen kalt ist, hätte das trotzdem eine Erkältung zur Folge.
Genau dieses "Mixdenken" habe ich auch oft,  aber wer sagt das eigentlich? Lesen wir einmal dass Jesus oder einer seiner Jünger krank war? Und wer sagt, dass wir unsere in Jesus gewonne Heilung nicht "herausfordern" dürfen?
Jesus sagt:

Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.
Markus 16:17‭-‬18 SCH2000

Also, wenn ich Gift trinken kann und mir nichts passiert, kann ich sicher auch in Bikini rausgehen, wenn es schneit und werde nicht krank, finde ich;)
Im Himmel werde ich auch nicht krank werden, wenn ich im Winter im Bikini rausgehe und WIE IM HIMMEL SO AUF ERDEN beten wir, also glauben wir das doch auch!
Ich jedenfalls betete nach dieser Erkenntnis nochmal für meiner Tochter, nicht in der Hoffnung, die Schwellung möge zurück gehen, sondern mit der festen Zuversicht auf göttliche Ordnung im Körper meiner Tochter, und nicht weltlicher!

Ich danke Gott für diesen kurzen Input noch im Schlafanzug auf dem Weg zum Bad! Er ist großartig! Alle Ehre unserem wundervollen allgegenwärtigen Vater, der jede Alltagssituation in eine Offenbarung verwandeln kann! In Jesu Namen, Amen

Freitag, 28. September 2018

Sanftes Joch und leichte Last.

Es ist echt interessant, wie Gott mein Verlangen danach Menschen von Jesus zu erzählen nach und nach dreht.
Jesus hat NIE mit Menschen nur deshalb gesprochen, weil er ihnen von Gott erzählen wollte. Er hatte ein echtes Herz für die Menschen. Wenn er sich jemandem persönlich angenommen hat, dann deshalb, weil dieser Mensch ihm persönlich am Herzen lag - obwohl er ihn meist nicht kannte.
Mir geht es auch ab und zu so. Es gibt Menschen, da fühlt man sofort, dass man sich ihnen zuwenden sollte. Und so langsam glaube ich, wenn wir uns alle denen zuwenden würden, die uns persönlich am Herzen liegen und uns weniger um die kümmern würden, die wir uns für unser gutes Gewissen in den Terminkalender basteln, wäre allen geholfen.
Irgendwie gibt es immer so einen unbewussten Zwang Gutes zu tun. Und prinzipiell ist Gutes tun auch nichts schlechtes, aber es gibt irgendwie zwei Arten davon:
Es gibt Dinge, die wir tun, weil unser Herz es sagt und Dinge, die wir tun, weil unser Gewissen es verlangt. Überwindung kostet nur letzteres, aber ich glaube, dass sind genau die Dinge, die wir lassen sollten. Sie kosten uns unheimlich viel Kraft, weil wir sie eben aus unserer eigenen Kraft tun und nicht aus Gottes Kraft heraus und am Ende gehört der Ruhm nicht Gott, sondern unserem Ego, weil WIR uns überwunden haben.
Ich höre von Joseph Prince gerade:
"Live by the unforced rhythms of Grace" und dort geht es darum, einfach mal dem Rhythmus zu folgen, den Gott einem vorgibt.
Gott sagt, im neuen Bund legt er uns nicht mehr Gesetze auf, sondern schreibt die Gesetze in unser Herz.

Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein;
Jeremia 31:33 SCH2000

Und trotzdem glauben wir, unserem Herzen ist nicht zu trauen und es ist nicht Gott, wenn wir etwas wollen. Das ist total paradox.
Entweder wir haben den heiligen Geist und Gott legt uns seine Anliegen aufs Herz oder nicht.
Klar sind wir nicht frei davon auch Dinge zu wollen, die nicht Gott, sondern unser Fleisch will, aber Gottes Geist in uns hilft uns, das zu unterscheiden.
Paulus sagt:

Im Übrigen, ihr Brüder, alles, was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was wohllautend, was irgendeine Tugend oder etwas Lobenswertes ist, darauf seid bedacht !
Philipper 4:8 SCH2000

Also, wenn ein Wunsch dem entspricht, ist er vermutlich von Gott in Dein Herz gelegt. Wir überlegen und zweifeln soviel, dass wir wie gelähmt sind. Und wenn wir es mal nicht sind, tun wir Dinge meistens, weil wir denken, das müssten wir jetzt aber tun und haben am Ende keine Kraft mehr für das , was wirklich (Gottes) Kraft hätte.

Letztens las ich einen WhatsApp Status, der lautete so:
"Weniger müssen, mehr wollen."

Ich entdecke für mich gerade, dass das für mich mehr dem "ungezwungenen Rhythmus der Gnade" folgen ist: Mehr das zu tun, was ich wirklich von Herzen will (und von dem ich überzeugt bin, dass Gott mir das ins Herz gelegt hat) und weniger das zu tun, was ich glaube tun zu müssen oder noch schlimmer: von dem ich glaube, es wollen zu müssen.
Zum Beispiel: Regelmäßiges Beten
Das ist etwas, von dem ich immer mal denke, ich müsste das eigentlich mal tun, aber offenbar ist der Wille in mir nicht groß genug, um mir tatsächlich die Zeit dafür zu nehmen. Und letztens kam mir der Gedanke: vielleicht ist das einfach ok so? Es gibt Leute, denen ist das ein totales Bedürfnis wirklich auch kontinuierlich für Dinge zu beten. Ich bete, wann immer es mir gerade in den Sinn kommt, selten für das gleiche Anliegen mehrmals. Aber ich habe schon so unzählige und auch unglaubliche Gebetserhörungen erlebt, dass ich denke, es ist genau richtig so. Wenn ich für etwas mehr beten soll, dann wird Gott es mich wissen lassen, solange reagiere ich einfach spontan auf Gebetsimpulse und überlasse Gott den Rest.
Das Schöne an diesem Vers aus Jeremia ist ja der Schluss:

"Und ich will ihr Gott sein und sie mein Volk."

Das ist so kraftvoll. Gott möchte nicht nur unser Freund sein, nicht nur unser Vater,oder Heiler, sondern unser Gott! Das heißt, er wird sich mächtig erweisen, wenn wir ihm einfach nur vertrauen, dass er es tut. Warum sollte ich, wenn es mir widerstrebt, mehrmals für etwas beten, wenn ich doch genauso gut davon ausgehen kann, dass mein Gott sich mächtig erweisen wird, auch nach nur einem einzigen Gebet.
Ich habe seit ich Christ bin, noch nie so unregelmäßig Bibel gelesen bzw. gebetet wie im letzten halben Jahr und trotzdem schenkt Gott mir Offenbarungen und Gebetserhörungen noch und nöcher.
Und es macht auch Sinn. Jesus sagt:

Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
Matthäus 11:30 SCH2000

Also glaube ich ihm. Ich unterwerfe mich nicht dem Zeitgeist, nicht dem Geist dieser Welt, der sagt, ich muss mir alles verdienen.
Ich empfange einfach von meinem wunderbaren Gott und lerne von ihm den ungezwungenen Rhythmus der Gnade!

Halleluja!Alle Ehre sei diesem meinen wunderbaren Vater, der alle Werke vorbereitet hat vor Grundlegung der Welt und ich darf einfach in ihnen wandeln!
Amen