Montag, 9. September 2013

ALPHA-Kurs II - Warum starb Jesus?

WOOH! Der zweite ALPHA-Abend hatte es echt in sich. Warum starb Jesus? Die meisten von uns Wissen das: Er starb für unsere Sünden. Aber was genau soll das eigentlich bedeuten? 
Ich meine, dass Jesus der Sohn Gottes ist und dass er allerlei Wunder vollbracht hat, das konnte ich ja langsam halbwegs glauben, zwar eher aus dem Ausschlussprinzip heraus als aus tiefer Überzeugung, aber immerhin. Aber an der Geschichte mit der Auferstehung hatte ich echt zu knabbern.
Bei der Frage "Warum starb Jesus?" galt es allerdings nicht nur zu klären, ob Jesus wirklich auferstanden war, sondern vor allem, was Sünde oder Schuld ist und warum Gott Jesus brauchte, um sie für uns zu besiegen, wo er doch angeblich allmächtig ist?

Ich nehm's schonmal vorweg: Diese Frage war quasi die letzte Bastion meines Unglaubens. Als die geklärt und mir jedes Detail eingeleuchtet war, war plötzlich alles klar. Jede einzelne Frage, die ich hatte, als ich im Dezember an den Pfarrer geschrieben hatte, war mit einem Schlag geklärt. 
Aber fangen wir von vorne an. Diese Frage beginnt eigentlich mit einer Geschichte: Die Geschichte vom verlorenen Sohn. Viele kennen sie wahrscheinlich, falls Du es nicht tust, hier ist sie nochmal:

"Ein Mensch hatte zwei Söhne. 

Und der jüngere von ihnen sprach zum Vater: Gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt, Vater! Und er teilte ihnen das Gut.

Und nicht lange danach packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land, und dort verschleuderte er sein Vermögen mit ausschweifendem Leben.

Nachdem er aber alles aufgebraucht hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und auch er fing an, Mangel zu leiden.
Da ging er hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seine Äcker, die Schweine zu hüten.
Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten2, welche die Schweine fraßen; und niemand gab sie ihm.
Er kam aber zu sich selbst und sprach: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluß, ich aber verderbe vor Hunger!
Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir,
und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!
Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen; und er lief, fiel ihm um den Hals und küßte ihn.
Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen!
Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt das beste Festgewand her und zieht es ihm an, und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an die Füße;
und bringt das gemästete Kalb her und schlachtet es; und laßt uns essen und fröhlich sein!
Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; und er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein." (Lukas 15,11-24)

Jesus erzählt dieses Gleichnis seinen Jüngern um ihnen die Liebe Gottes vor Augen zu führen. Gott ist der Vater und jeder Einzelne von uns der verlorene Sohn. Jeder von uns hat den freien Willen sich für oder gegen ein Leben mit Gott zu entscheiden, aber sich gegen ein Leben mit Gott zu entscheiden, heißt gleichzeitig sich für ein Leben in Sünde zu entscheiden. Das klingt erstmal hart. Der Begriff "Sünde" ist auch ganz schön vorbelastet. Ein Leben in Sünde, das klingt so, als ob man nur rumhurt, besoffen ist, Leute umbringt und was weiß ich, was?! Aber eigentlich drückt der Begriff Sünde hier nur "Gottesferne", also ein Leben fern von Gott aus.
Gott hatte sich für uns Menschen ein tolles Leben ausgedacht. Ein Leben in seiner Gegenwart, ein Leben in Liebe und Gerechtigkeit. So, wie sich ein Vater ein schönes Leben für seinen Sohn wünscht. Aber wie der Sohn in der Geschichte, dachten und denken wir Menschen, wir können es auch ohne Gott schaffen. Das Ergebnis sehen wir jeden Tag in den Nachrichten und spüren es selbst, jedes Mal, wenn wir von jemandem verletzt werden, der uns angeblich liebt und jedes Mal, wenn wir ein schlechtes Gewissen haben, weil wir selbst jemanden verletzt haben, den wir angeblich lieben.
Gott hat sich das lange mit angesehen. Hat sich mit angesehen, wie früher Lamm um Lamm geopfert wurde um wieder gut zu machen, was jemand verbockt hatte und doch hat sich nichts geändert. Die Menschen haben nichts gelernt, haben Gottes Regeln missachtet und sich somit gegen ihn aufgelehnt. Dabei möchte uns Gott mit seinen "Regeln" nicht einschränken, er möchte uns befreien.
Als der Begriff Sünde im ALPHA-Kurs diskutiert wurde, sagte jemand, er verstehe unter Sünde die Nichteinhaltung der 10 Gebote. Mmh. Die 10 Gebote. Daran hängen sich Nichtchristen ja auch gern auf:D Wir Menschen wollen doch frei und ungezwungen sein, wir wollen nicht, dass uns jemand sagt, was wir zu tun und was wir zu lassen haben. Und dann sagte der Pfarrer, man solle doch die 10 Gebote nicht als Verbote verstehen, sondern das Ganze umformulieren.
Statt "Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Haus." - "Du brauchst nicht begehren Deines Nächsten Haus, denn es wird Dich nie glücklich machen immer nach dem zu Streben, was Du nicht hast."
Statt "Du sollst nicht ehebrechen." - "Du brauchst nicht ehebrechen, denn es wird Dich und Deinen Partner unglücklich machen."
Statt "Du sollst nicht töten." - "Du brauchst nicht töten, denn das wird Dein Gewissen in einem Maße belasten, dass Du niemals wieder glücklich leben kannst."
WOW. Das hatte bei mir echt gesessen, denn zugegeben, ich hatte schon ein kleines Autoritätsproblem mit Gott. Aber er will mir gar nichts vorschreiben und mir beweisen wie groß er ist und wie klein ich. Nein, er will mir, wie es ein Vater bei seinem Sohn möchte, nur Leid ersparen. Er möchte, dass ich glücklich und reinen Gewissens leben kann.
Tja, nur das tun wir Menschen eben nicht. Wir lügen mal hier, klauen mal dort, gehen da mal fremd, missgönnen wieder woanders mal jemandem sein Glück und so häufen sich im Laufen unseres Lebens allerei kleine "Sünden" an. Am Ende fühlen wir uns wie der verlorene Sohn, am Boden und alles was wir wollen, ist zurück in die Arme des Vaters. Und Gott ist der liebende Vater aus der Geschichte. Er nimmt uns einfach zurück. Ganz gleich, was wir getan haben, er liebt uns und freut sich auf den Tag, da wir uns wieder zu ihm bekehren.
Und genau an dieser Stelle drängte sich mir eine Frage auf:
Wenn Gott so ein liebender Vater ist und wir jederzeit zurück in seine Arme können, wozu brauchte er dann Jesus? Warum musste Jesus zur Vergebung all unserer Sünden herhalten, wenn Gott doch allmächtig ist und einfach sagen könnte: Ist gut.
Die Antwort, die ich bekam, war absolut nicht zufriedenstellend für mich: Schuld braucht immer Sühne. Wenn ich beispielsweise über eine rote Ampel fahre und von der Polizei erwischt werde, zahle ich eine Strafe und dann ist alles wieder gut. Und genauso sei das auch mit Gott. Früher brachten die Menschen Tieropfer, aber irgendwann reichte das nicht mehr und Gott wollte die Schuldfrage ein für alle Male klären. So, als ob die Polizei sagen würde "Damit jetzt alle frei von ihrer Schuld sind, zahlen wir hier schonmal im Voraus alle Strafzettel." Das würde mir bei der Polizei auch einleuchten, aber es ging hier um Gott! Er sagt "Es werde Licht." und es wird Licht, aber er kann nicht sagen "Es sei Dir vergeben." und es ist mir vergeben?
Ich grübelte die ganze Nacht. Ich dachte nochmal über dieses Gleichnis vom verlorenen Sohn nach und PLÖTZLICH leuchtete es mir ein.
Ich hatte die ganze Zeit verkehrt herum gedacht: Ich dachte, Gott brauchte Jesus um uns zu vergeben und das konnte ich aufgrund seiner angeblichen Allmacht einfach nicht verstehen. Tatsächlich brauchte aber nicht Gott Jesus, sondern WIR! Ich dachte daran, wie das wohl für den Sohn wäre, zurück zu seinem Vater zu kommen. Die Liebe des Vaters war bedingungslos, aber der Sohn hatte sie mit Füßen getreten. Der Vater hat ihm das in dem Moment verziehen, als er wiederkam, aber wie muss der Sohn sich geschämt haben? Und alle Vergebung dieser Welt kann die Scham des Sohnes nicht wegnehmen. Wenn ich jemandem etwas Fieses antue und er mir anschließend verzeiht, ändert das zwar was an unserem Verhältnis, aber nichts an meinem schlechten Gewissen. 
Und deswegen braucht Schuld immer Sühne. Wir brauchen einen Ausgleich um unser Gewissen zu erleichtern. Und um unser Gewissen Gott gegenüber ein für alle Male zu erleichtern, dass wir uns trauen überhaupt vor ihn zu treten, dafür schickte er Jesus, seinen Sohn, frei von jeder Sünde um alle Schuld der Welt auf sich zu nehmen und ein für alle Mal zu sühnen.
Und genau das ist der Grund, warum wir auch NUR durch den Glauben an Jesus zu Gott zurückkehren können. Wir müssen davon überzeugt sein, dass Gott uns verzeiht, wir müssen frei von Scham sein um ein freies Leben in der Gegenwart Gottes leben zu können. Deshalb wurden Adam und Eva auch aus dem Paradies geschmissen. Sie schämten sich plötzlich vor Gott und das war der Anfang vom Ende. Denn Scham belastet unser Gewissen und was passiert, wenn uns etwas belastet? Wir verdrängen es. Und mit Verdrängung stumpfen wir ab und können nicht mehr frei lieben. Aber Gott ist Liebe und Gott ist Gerechtigkeit und reine Liebe und Hass bzw. abgestumpfte Liebe können nicht miteinander existieren. Deshalb können wir ohne Jesus nicht zurück in die Gegenwart Gottes.
Aber die gute Nachricht ist: JESUS hat uns alle gerettet. Und wir können wieder in die Gegenwart Gottes kommen, indem wir einfach nur daran glauben. Jesus nimmt alle Schuld, alle Sorgen, alle Zweifel von uns weg und zwar nicht erst, wenn wir vor Gott stehen, sondern er tut es schon jetzt. Das klingt fast zu einfach um wahr zu sein, aber ich kann das nur bestätigen und jedem nur empfehlen, es mal zu versuchen. Wenn mich Dinge wirklich belasten, Dinge, die ich aus eigener Kraft nicht vermag zu ändern und für die ich augenblicklich keine Lösung habe, gebe ich sie im Gebet in die Hände Jesu' und fertig. Ich bin eigentlich jemand, der dazu neigt, zuviel über Dinge nachzudenken und das belastet mich für gewöhnlich auch enorm, aber seit ich Jesus in meinem Leben habe, ist das nicht mehr so. Es "kostet" mich nur ein von Herzen gesprochenes Gebet und was auch immer auf mir lastete, ist verflogen. Es ist auch nicht verdrängt und kommt gelegentlich hoch, es ist einfach weg und belastet mich nicht mehr. Seit ich Jesus mein Leben übergeben habe, kann ich die Dinge viel nüchterner betrachten und manche Dinge, die mich früher aufgeregt oder unheimlich geärgert hätten, heben mich heute nichtmal mehr in der Sekunde, in der sie passieren, an.
Gott schenkt uns durch Jesus inneren Frieden und Du weißt nicht, wieviel das wert ist, wenn Du diesen inneren Frieden nicht kennst.
Das ist das, was ich meinte, als ich am Anfang schrieb, dass mein Leben ohne Jesus gut, aber nichts wert war. Denn was nützt ein gutes Leben, wenn man es nicht ruhigen Gewissens genießen kann?

"Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. " (Johannes 3,16-17)

AMEN!:)

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