Dienstag, 24. September 2013

ALPHA-Kurs IV - Warum und wie bete ich?

Abend Nummer 4: Warum und wie bete ich?
Diese Frage ist in der Tat vielschichtiger, als man zunächst meint. Es geht hier nicht nur darum, die Frage eines Atheisten zu beantworten, auch ich als Christ frage mich manchmal, warum ich überhaupt für irgendetwas beten soll, da Gott doch seinen eigenen Plan hat. Ich hab da für mich aber eine ganz gute Lösung gefunden, auf die ich später nochmal eingehen werde;)
Warum also generell beten?
Weil das Teil einer guten Beziehung ist! Schon auf menschlicher Ebene, wo es sozusagen um gleichgestellte Partner geht, merken wir, das Kommunikation das Wichtigste überhaupt ist. Warum sollte das in der Beziehung zu Gott anders sein? Beten heißt nichts weiter, als mit Gott zu reden. Und selbst, wenn man weiß, dass Gott unser Herz bereits kennt, tut es gut, es ihm auszuschütten.
Ich glaube, das ist für viele Menschen der Hauptgrund zu beten: Es geht ihnen schlecht, sie erzählen es Gott und bitten um Hilfe. Und selbst Atheisten neigen in Extremsituationen dazu um Hilfe zu "beten". Aber die Kommunikation mit Gott auf Anklagen und Bitten zu beschränken wäre traurig.
Ich meine, Gott möchte, dass wir uns mit unseren Sorgen an ihn wenden:

"Alle eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch.", 

heißt es im 1.Petrus 5,7 und solch ein Gebet kann auch durchaus befreiende Wirkung haben, aber ich persönlich spreche am liebsten Dankgebete. Es ist so wunderbar, was Gott mir und allen Menschen auf dieser Welt geschenkt hat, wie könnte man Gott eigentlich nicht pausenlos danken?! Und die Erfüllung, die man spürt, wenn man sich bewusst macht, wofür man alles dankbar sein kann, ist unglaublich.
Wenn man immer nur jammert, vergisst man schnell die schönen Dinge und konzentriert sich nur noch auf die schlechten. Wenn man erst einmal damit angefangen hat, ist es auch schwer, da wieder rauszukommen. Ich war noch nie so. Ich fand es immer besser, mich auf die positiven Aspekte zu besinnen und jedes Mal, wenn ich das jetzt tue - und ich tue es noch viel zu selten! -, danke ich Gott dafür! Ich danke ihm, wenn ich aufwache und die Sonne scheint und ich danke ihm, wenn ich aufwache und es regnet, weil Regen ein Segen für die Natur ist und weil mein Sohn es liebt, in Pfützen zu hüpfen:)
Arne Elsen, ein christlicher Arzt aus Hamburg, verteilt an seine Patienten "Gebetswecker". Das sind im Grunde nur Pieper, die regelmäßig aller 10 Minuten piepen und einen daran erinnern sollen Gott zu danken. Alle 10 Minuten! Ich hab das mal 2 Tage probiert und abgesehen davon, dass erstaunliche Dinge passiert sind, hatte ich an diesen 2 Tagen auch ein sehr erfülltes Lebensgefühl, denn wenn man sich den ganzen Tag, egal in welcher Situation, bewusst macht, wofür man so dankbar sein kann, wie könnte man da auch nur annähernd schlechte Laune bekommen?
Gebet dient auch der bloßen Anbetung Gottes. Nicht, dass Gott das für sein Ego bräuchte, aber Gott einfach zu sagen, wie wundervoll er ist, wie groß und wieviel es uns bedeutet, dass er uns bedingungslos liebt, kann nicht verkehrt sein;)

Aber wie genau betet man denn nun?
Jesus hat uns da ein paar Tipps gegeben:

"5 Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn sie stellen sich gern in den Synagogen und an den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen. 

6 Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten. 
7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. 
8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. 
9 Deshalb sollt ihr auf diese Weise beten: 
Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. 
10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. 
11 Gib uns heute unser tägliches Brot. 
12 Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. 
13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen. 
14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. 
15 Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben." (Matthäus 6, 5-15)

Das Vaterunser ist ein wirklich kraftvolles Gebet, wenn man es nicht einfach nur so dahin sagt. Wir nennen Gott unseren Vater und sprechen ihm alles zu, was wir damit verbinden: Dass er uns als Vorbild dient, dass wir uns seiner bedingungslosen Liebe bewusst sind, dass wir uns wünschen, dass sein Wille geschieht, weil er das Beste für uns will und auch weiß, was das Beste für uns ist. Wir bitten ihn uns zu versorgen und alle Schuld und Sorgen von uns zu nehmen, so wie auch wir versuchen Schuld und Sorgen unseren Mitmenschen zu vergeben bzw. sie von ihnen zu nehmen. Und wir bitten ihn, alles Böse von uns fern zu halten, denn nur er kann das. Denn ihm gehört einfach alles und er besitzt die absolute Allmacht und alle Schönheit, alle Herrlichkeit gehört ihm und ist von ihm gemacht und zwar für und bis in alle Ewigkeit. Wie krass das ist, wenn man sich das bewusst macht. Ich krieg immer eine Gänsehaut bei "Dein ist das Reich und die KRAFT und die Herlichkeit in Ewigkeit." WOW!
Abgeschlossen wird das Gebet mit einem AMEN, was für mich immer ist, wie eine Briefmarke. Nicht, dass ein Gebet ohne Amen nicht ankommt, aber die Briefmarke auf einem Brief macht den Brief unumstößlich. Man kann nichts mehr zurücknehmen, wenn er erst frankiert auf dem Weg ist und so gibt man mit dem AMEN einfach nochmal sein JA! für alles Gesagte.

Wie sieht nun mein persönliches Gebet aus, wenn Gott doch weiß, was ich benötige, bevor ich es erbitte?
Ich erbitte eigentlich keine materiellen Dinge von Gott für mich. Ich denke, Gott hat einen guten, nein, den besten Plan für mein Leben und worum ich ihn in den unterschiedlichsten Situationen bitte, ist, mir zu offenbaren, was sein Wille ist. Mir den richtigen Weg zu zeigen und zwar so, dass ich es auch verstehe. Vor dem Bibellesen bete ich meist, vor allem dann, wenn mich eine Frage beschäftigt, dass Gott mir mithilfe seines Heiligen Geistes Erkenntnisse schenken möge, die mich weiterbringen.
Wenn ich ratlos bin oder in einer Sackgasse stecke, bitte ich Gott mir zu sagen, welchen Weg ich gehen soll. Klüger wäre natürlich, vorher zu fragen, um gar nicht erst in einem Sackgasse zu geraten, aber die Beziehung zu Gott und das Leben mit und Leben wie Jesus ist ein langer Weg und ich hab gerade meine ersten Schritte gemacht;)

Eigentlich ist es ziemlich egal, wie man betet. Ich hab festgestellt, das Wichtigste ist, mit dem Herzen dabei zu sein. Ein halbherziges Gebet nimmt man selber nicht ernst, also warum sollte Gott es tun? Er kennt unser Herz und wenn wir ihn von Herzen um etwas bitten, wird er es uns geben. Kein Gebet bleibt unbeantwortet:

"Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan!" (Matthäus 7,7)

Vielleicht hatte der eine oder andere schon mal das Gefühl, ein Gebet wurde nicht erhört. Ich bin noch nicht lange Christ, aber ich denke und berufe mich da auch auf den ALPHA-Kurs, dass Gott natürlich nur Gebete erhört, die in seinem Sinne sind. D.h. sie müssen in seinen Plan für Dein Leben passen und dürfen dabei auch für andere keine Nachteile bringen. Gott ist gut, er ist der Beste, er ist die Liebe selbst und er liebt alle Menschen, deswegen muss er auch allen Menschen gerecht werden, auch wenn man dadurch manchmal kurz das Gefühl hat, Gott kümmert sich nicht um einen.
Er kümmert sich um Dich, mehr als Du Dir vorstellen kannst, aber manchmal verstehst Du das nicht gleich;)

In diesem Sinne bete ich dafür, dass Gott jeden einzelnen von euch segnen möge! AMEN:)



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