Freitag, 27. September 2013

ALPHA-Kurs VI - Wie führt uns Gott?

Die Hälfte des ALPHA-Kurses war schon vorbei. Aber am 6.Abend folgte eine sehr spannende Frage: Wie führt uns Gott?
Noch jetzt bin ich selber immer wieder verblüfft wie Gott das tut. Durch Menschen, durch sein Wort, durch seinen Heiligen Geist und auch durch Umstände... aber widmen wir uns zunächst der Frage, warum wir uns von Gott überhaupt führen lassen sollten?
Viele Menschen, früher auch ich, haben ein Autoritätsproblem mit Gott. Sie möchten ihr Leben nicht jemandem anderen in die Hand geben. Auch ich neige noch immer dazu, alle Dinge unter Kontrolle haben zu wollen. Aber ich muss auch zugeben, ich genieße die Befreiung durch Jesus, die Dinge nicht unter Kontrolle haben zu müssen, denn das ist unmöglich! Genau genommen gibt es soviele Dinge, die ich einfach nicht unter Kontrolle habe, dass ich schlicht und einfach daran scheitern und vielmehr noch, daran verzweifeln würde, wenn ich nach wie vor den Anspruch hätte alles in meinem Leben unter Kontrolle haben zu wollen.
Dennoch, wir Menschen wollen immer alles alleine schaffen. Und wenn es schief geht, dann suchen wir allerlei Ausreden und klagen, wenn gar nichts anderes mehr hilft, Gott an!
Aber in Psalm 32,10 heißt es:

"Wer Gottes Weisungen in den Wind schlägt, der schafft sich Not und Schmerzen. Wer jedoch dem Herrn vertraut, den wird Gottes Güte umgeben. "

Und genau das ist der Grund, warum wir uns von Gott führen lassen sollten. Gott hat einen Plan für unser Leben und zwar den BESTEN! Er ist allwissend und daher der Einzige, der auch einen Überblick über alles hat. Wie können wir auch nur annähernd wissen, was das Beste für uns ist ohne das große Ganze zu sehen?
Wenn ich von einer Landkarte nur ein kleines Puzzleteil habe, wie sollte ich jemals daraus schließen können, wie ich zum Ziel komme? Vor allem, wenn ich das Ziel nicht einmal kenne? Ohne Gottes Führung irren wir durch die Welt. Klar können wir gelegentlich durch Zufall den richtigen Weg treffen, aber wer möchte dieses Risiko freiwillig eingehen, wenn es doch einen Weg gibt, der sicher zum Ziel führt?

"Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, auf dem du wandeln sollst; ich will dir raten, mein Auge auf dich richten. " (Psalm 32,8)

Gott möchte nicht, dass wir ziellos umher irren, er möchte uns den richtigen Weg zeigen. Das heißt nicht, dass wir immer nur tolle Dinge erleben werden, oder dass uns bspw. Trauer erspart bleiben wird, aber es heißt, dass Gott immer bei uns ist und dass er uns in Wüstenzeiten Trost und Frieden spenden wird. Darauf dürfen wir vertrauen.

Wie also führt uns Gott?
Ich hatte es schon erwähnt: Durch seinen Geist, durch sein Wort, durch Menschen und durch Umstände. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber dass sind die "Führungsmedien" Gottes, die ich bisher wahrgenommen habe.
Gottes Geist, würde ich behaupten, steht über allen anderen Dingen. Er lässt mich in Form meines Gewissens erkennen, was richtig und was falsch ist; er schließt mir in Gottes Wort Verse auf, dass ich sie als Weisung für meine persönliche Situation verstehen kann; er bringt Menschen dazu, mir zu sagen, was auch immer Gott mir gerade sagen will und er lässt mich auch Umstände und Situationen erkennen, die Gott mir gesandt hat.
Gottes Führung ist eine absolut spannende Angelegenheit, wenn man sich traut ihr zu folgen. Ich denke, vielen Christen fällt es schwer, Gottes Stimme zu erkennen. Ich bspw. zweifle oft, ob bestimmte Erkenntnisse, Gedanken oder Situationen von Gott gegeben sind oder nicht, aber ich glaube, man findet das nur heraus, indem man sich darauf einlässt.
Ich hatte eine Weile lang oft Impulse von Gott, denen ich aus Angst nicht gefolgt bin: Einer Oma die Einkaufstasche tragen, für einen Mann mit Krücken beten etc. Gott gibt mir ständig Impulse, aber ich zweifle meist solange, dass die Situation dann schon vorüber ist und ich nichts gemacht habe.
Ich hab mich dann immer bei Gott entschuldigt und mich irgendwie schlecht gefühlt, bis ich begriffen habe: Gott ist nicht böse auf mich, er tut das nicht für sich, sondern für mich und er lässt mir alle Zeit, die ich brauche.
Nun, ich brauchte einige Zeit, aber mittlerweile bin ich mutiger, ich habe mehr Vertrauen auf Gott und folge Impulsen ohne Angst vor den Konsequenzen:
Letztens fuhr ich abends um 10 Uhr nach Hause und dachte an Pizza, obwohl ich nicht den geringsten Hunger hatte. Wenig später kam ich an einer Pizzeria vorbei und hatte den Impuls, dass ich da mal reingehen sollte. Ich fuhr zunächst vorbei, denn ich dachte, dass ich vielleicht nur Appetit auf eine Pizza hatte und das kein gottgegebener Impuls war. Aber ich hatte keinen Hunger, ich hatte nichtmal Geld dabei und trotzdem hatte ich das Bedürfnis in diese Pizzeria zu gehen. Also drehte ich, schon vor meiner Haustür angekommen, nochmal um und sagte: "Okay Gott, diesmal folge ich diesem Impuls. Wenn Du sagst, ich soll da hin, dann geh ich da hin." Und so stieg ich aus und näherte mich der Pizzeria. Draußen vor der Tür standen der Chef und eine Mitarbeiterin und die beiden rauchten. Sie sagten mir, ich könne ruhig hinein gehen, aber ich erwiderte, ich hätte weder Geld noch Hunger. Ihr könnt euch vorstellen wie die beiden mich auf diesen Satz hin ansahen. Ich fragte sie, ob sie Christen seien, was sie verneinten und noch besser war ihr Blick nach meinem folgenden Satz: "Ich hatte irgendwie einfach den Impuls von Gott, dass ich hier mal herkommen sollte. Keine Ahnung, warum?" Ich sah sie fragend an. Die zwei schüttelten mit dem Kopf und sagten mir damit, dass sie auch nicht wüssten, was das jetzt soll. Ich sagte okay, wünschte ihnen noch einen schönen Abend und verabschiedete mich.
Ihr werdet jetzt denken: Was für eine sinnlose Geschichte? Kein tolles Beispiel dafür, dass die Führung Gottes einen mit "Gottes Güte umgibt". O doch! Denn bisher hatte ich mich immer vor den Konsequenzen gefürchtet. Was, wenn die Leute mich für irre hielten und mich total ablehnen würden? Das war passiert, aber ich hatte meinen Frieden damit. Mehr noch, ich fühlte mich toll nach diesem Erlebnis. Es war nichts Offensichtliches passiert, aber doch eine Menge unsichtbarer Dinge. Ich war zum ersten Mal Gottes Impuls gefolgt, hatte mich zum Deppen gemacht und mich nie besser gefühlt. Und obwohl ich dort nichts weiter getan hatte und mir hinterher auch überlegte, was ich alles hätte tun können, um mit den beiden bspw. ins Gespräch zu kommen, hatte ich diesmal nicht das Gefühl versagt oder Gott enttäuscht zu haben. Ich war und bin mir immer noch sicher, Gott allein weiß, wofür diese Situation gut gewesen ist. Manchmal reicht es, dass Gott Leuten ein Zeichen gibt, dass er da ist und an sie denkt, um ihr ganzes Leben zu verändern.
Wer wüsste das besser, als ich?;)
Und deshalb rate ich Dir:
Trau Dich! Folge den positiven Impulsen in deinem Alltag! Gott segnet Dich mit seiner Güte und seinem Frieden, wenn Du ihm vertraust!
Je öfter ich Impulsen folge, desto lauter nehme ich Gottes Stimme war und desto größer wird mein Vertrauen und mein auch Selbstbewusstsein. Es ist ein Abenteuer Gott die Führung zu überlassen, aber es ist der einzige Weg in unserem Leben gute Früchte zu tragen.
Wer Gottes Stimme nicht folgt, braucht sich nicht zu wundern, dass seine Wege von Gott nicht gesegnet sind. Gott möchte so gern, dass uns alles in unserem Leben gelingt und er kennt auch den richtigen Weg, aber wenn wir unseren eigenen Weg gehen wollen, lässt uns Gott ziehen. Er lässt uns "auf die Schnauze fallen" und eines ist sicher, wir werden fallen!

"Stolz kommt vor dem Zusammenbruch, und Hochmut kommt vor dem Fall." (Sprüche 16,18)

ABER Gott lässt uns nie allein und wenn wir fallen, ist Gott der, der uns die Hand reicht um uns wieder aufzurichten!

In diesem Sinne wünsche ich euch gesegnete Wege,
AMEN.

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