Samstag, 28. September 2013

ALPHA-Kurs VII - Wie widerstehe ich dem Bösen?

Gegen Ende nochmal ein ganz heißes Thema: Das Böse!
Hier scheiden sich sogar unter Christen die Geister. Die einen "glauben" an Satan, die anderen leugnen ihn.
Ich muss zugeben, auch ich war am Anfang eher ein Schön-Wetter-Christ. Es ist ja auch viel angenehmer sich nur auf das Gute zu konzentrieren und das Böse auszublenden. Das war schließlich schon immer meine Bewältigungsstrategie für das Leben. Aber dann kam dieses Thema im ALPHA-Kurs auf und ich hörte einige krasse Geschichten. Ich dachte an meine früher stark ausgeprägte Angst vor Übernatürlichem, vor allem im Dunkeln und als dann frisch nach meiner Bekehrung auch noch einige merkwürdige Dinge passiert sind, konnte ich die andere Seite nicht mehr ignorieren.
Ich gebe zu, das wird für Nichtchristen jetzt wahrscheinlich erstmal das abgefahrenste Thema. War es selbst für mich.
Die meisten Nichtchristen entgegnen einem Christen, wenn er versucht ihnen Gott nahe zu bringen: 
"Und wenn es diesen tollen Gott gibt, warum lässt er dann Kinder in Afrika verhungern und lässt Naturkatastrophen zu, wo tausende von Menschen sterben?"
Diese Frage ist tükisch. Nicht, weil man sie nicht beantworten könnte, sondern weil sie nicht mit einem Satz zu beantworten ist. Nicht umsonst war dieses Thema recht weit hinten im ALPHA-Kurs platziert.
Wann immer ich Antworten gab wie: "Gott gab dem Menschen einen freien Willen." wurde das verständlicherweise abgetan mit: "Ja, war ja klar. Alles Gute kommt von Gott und an den schlechten Dingen sind wir selber schuld."
Ich gebe zu, es klingt plump. Es klingt so einfach, dass man es sich ausgedacht haben muss. Aber letztendlich ist es die Wahrheit, wenn auch nur die halbe.
Mittlerweile beende ich eine Diskussion über Gott an diesem Punkt, wenn ich einen Diskussionspartner habe, der ohnehin nur kontra geben will. Wer aber tatsächlich dafür offen ist, sich die Antwort erklären zu lassen, dem würde ich wohl folgendes erzählen:
Gott gab dem Menschen einen freien Willen. Aber warum eigentlich? Mike Chance, ein wirklich toller Prediger, hat da für mich einiges Licht ins Dunkel gebracht, denn ich habe mich das ehrlich gesagt, auch immer gefragt.
Gott ist Liebe und Liebe ist Freiheit. Wenn Gott uns als Roboter geschaffen hätte, die ihm blinden Gehorsam leisten, hätte das nichts mit Liebe zu tun. Ich hole solche Sachverhalte immer gern auf unsere menschliche Ebene runter: Wenn wir unsere Kinder zwingen würden zu tun, was immer wir für richtig halten, wie könnten sie sich dann frei entwickeln und frei entfalten? Und wieviel Freude hätten wir an ihnen, wenn sie uns nur aus Zwang gehorchen würden? Ist es nicht das Tollste, wenn wir merken dass unsere Kinder unsere Werte annehmen, unsere Wege gehen unsere Ratschläge befolgen, ganz ohne dass wir sie zwingen? Und ist es nicht das, was unsere Beziehungen ausmacht? Die Freiheit?

"Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich." (1.Mose 1,26)

Wir sind das Ebenbild Gottes und ich glaube, alles was wir als Menschen in uns haben, hat Gott in perfekter Weise als Eigenschaft in sich. Wenn nun also unsere menschliche Liebe schon nur mit Freiheit funktioniert, dann MUSS notwendigerweise Gottes perfekte Liebe auch die absolute Freiheit beinhalten.
Diese Freiheit hat Gott aber nicht nur uns Menschen gegeben, auch seinen Engeln. Traurigerweise hat einer von ihnen sich gegen Gott entschieden bzw. gegen ihn rebelliert und Gott hat diesen Ungehorsam bestraft und ihn verstoßen. Ich finde, die Tatsache, dass Gott Satan an dieser Stelle nicht vernichtete, sondern ihn nur verstieß, zeugt wiedermal von Gottes Gnade und seiner grenzenlosen Liebe, aber hätte er es mal getan, denn seither treibt eben dieser sein Unwesen unter uns Menschen.

Wenn man sich anschaut, was auf der Welt so geschieht und vor allem, wenn man an Gott glaubt, dann muss einem eigentlich bewusst werden, dass es auch eine andere Seite gibt: Neid, Korruption, Mord, Vergewaltigung... ich könnte ewig weiter aufzählen. Das alles kann doch nicht von Gott kommen. Nehmen wir die Bibel beim Wort, dann ist Gott ein Gott der Liebe und die aufgezählten Dinge haben mit Liebe nichts zu tun bzw. eigentlich haben sie das indirekt schon. Sie haben etwas mit dem Fehlen von Liebe zu tun. Aber es ist nicht so, dass Gott die Menschen, die solche Dinge tun, nicht auch lieben würde, nein, vielmehr ist es so, dass uns eingeredet wird, dass wir nicht geliebt werden und diese Lüge hat gravierende Folgen. Und egal in welchem Zusammenhang und mit welchen Worten sie formuliert wird, es ist doch immer wieder dieselbe Lüge. Ich wage mal zu behaupten, was auch immer schief geht in dieser Welt, ist die Folge des Irrtums, dass Gott uns nicht liebt. Und zum Beispiel die Tatsache, dass Naturkatastrophen passieren und Gott scheinbar nichts dagegen unternimmt, soll das nur untermauern.
Ich als Christ, sage speziell an dieser Stelle: Ich gehe nicht davon aus, dass der Tod mein Ende ist. Es gibt für mich also wesentlich Schlimmeres!

Wie hätte sich nun der Teenager, der sich von allen missverstanden fühlte und Amok gelaufen ist vor dieser Lüge schützen können?
Wie hätte ein Bankräuber, der der Meinung war, Gott versorgt ihn nicht genug und er sollte sich lieber selbst absichern, sich vor dieser Lüge schützen können?
Wie hätte die Mutter, verlassen vom Mann, schwanger und voller Zweifel, ob sie dieses Kind versorgen könne mit Liebe gleichermaßen wie mit Geld, und so mit Scham behaftet, dass sie ihr Neugeborenes in eine Mülltonne warf sich vor dieser Lüge schützen können?

Ich weiß, das sind krasse Beispiele, aber ich bin der festen Überzeugung, dass das Vertrauen auf Gott sie alle hätte retten können!

Der Schutz vor dieser Lüge wird im Epheserbrief 6,11-17 beschrieben:

"Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; 
denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen]. 
Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. 
So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, 
und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft [zum Zeugnis] für das Evangelium des Friedens. 
Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, 
und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist."

Die Waffenrüstung Gottes. Ein fantastisches Bild, wie ich finde. 
Der Gürtel der Wahrheit:
Die Wahrheit ist Gottes Wort. Und Gottes Wort ist Jesus Christus: 
"Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. [...]
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit." (Johannes 1, 1.14)
Jesus selbst sagt:
" Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben!" (Johannes 14, 6)
Und was heißt das für uns? Es heißt, dass wir uns immer bewusst sein sollten, dass Jesus für uns gestorben ist. Alle unsere Sünden sind bereits vergeben, wenn wir den WEG mit Jesus gehen und ihm vertrauen. Das ist die WAHRHEIT. Durch Jesus hat Gott uns das ewige LEBEN geschenkt. Er liebt uns, er hat uns vergeben und wir werden wieder bei ihm sein!

Der Brustpanzer der Gerechtigkeit:
Es geht hier nicht darum, dass wir gerecht sein sollen, denn ein Brustpanzer dient nicht dem Angriff. Es geht hier um die Gerechtigkeit Gottes, die wir sozusagen zu unserem Schutz angezogen haben. Auch hier kommt wieder Jesus Christus ins Spiel. Er ist unsere Gerechtigkeit. Er hat alle Sünden, alle Schuld für uns auf sich genommen und wir sind durch ihn vor Gott unschuldig und gerecht!

Die Stiefel der Bereitschaft zur Verkündigung des Evangeliums:
Ich denke, das ist recht klar. Um Lügen aufzudecken, braucht es Menschen, die bereit sind, die Wahrheit zu verkünden.

Das Schild des Glaubens:
Auch das Schild dient zur Verteidigung, aber im Gegensatz zum Gürtel, dem Brustpanzer und den Stiefeln ist das nichts, was wir automatisch anhaben, sobald wir uns zu Jesus Christus bekannt haben. Das Schild des Glaubens muss gezielt eingesetzt werden. Dies lässt natürlich auch die Möglichkeit offen, dass wir den Zeitpunkt zur Verteidigung mit dem Schild verpassen, daher sollte es immer griffbereit sein. Wann immer man einen schlechten Gedanken hat, wann immer man einen schlechten Tag hat und das Gefühl, heute ist alles gegen mich, sollte man dieses Schild schnellstmöglich erheben. Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe: "Meine Gefühle können mich täuschen, aber sein Wort ist SEIN Wort und er hält es!" Wann immer ich an der Liebe Gottes zweifle, tue ich gut daran, die Bibel aufzuschlagen und mich wieder davon zu überzeugen, dass Gott mich bedingungslos liebt, mit ALLEN meinen Fehlern.
"Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. 
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde." (Johannes 3, 16-17)

Der Helm des Heils:
Der Helm ist fast der wichtigste Teil der Rüstung, denn er schützt unseren Kopf. Er schützt unseren Geist, unsere Lebensgrundlage. Ohne unseren Kopf könnten wir nichts. Nicht sehen, nicht hören, nicht reden, nicht denken - nicht leben! Und deshalb ist es wichtig unsere Gedanken, unsere Worte, unsere Blicke, unsere Ohren immer wieder zu "heilen" und zu schützen durch Jesus. Es ist wichtig unsere Gedanken zu prüfen und schlechte sofort zu verwerfen, sowohl über andere als auch über uns selbst. Wir sollten uns und andere immer mit den Augen Gottes sehen, mit den Ohren Gottes hören und vor allem sollten wir nur Worte sprechen, die uns Gott und NUR GOTT gegeben hat, dass wir sie einsetzen um andere Menschen zu ermutigen und sie zu "heilen".

Bleibt das Schwert des Geistes:
Der einzige Teil der Waffenrüstung, der dem Angriff dient. Das Schwert des Geistes ist das Wort Gottes, sowohl das Geschriebene, als auch das fleischgewordene. Aber ein Schwert führt man nicht ohne weiteres, es braucht Übung. Wir müssen lernen,es zu gebrauchen. Und am besten zeigen, kann uns das wohl derjenige, dem es gehört: Der Geist, Gottes Geist, der Heilige Geist. Ich erwähnte bereits, dass die Bibel zu lesen ohne den Heiligen Geist keinen Sinn macht. Im Gegenteil, man sieht, was dabei heraus kommt, wenn Leute ohne den Heiligen Geist versuchen das Schwert einzusetzen: Auch bestimmte Sekten behaupten, die Bibel als Grundlage für ihre Lehren zu nehmen, aber sie reißen Sätze aus dem Zusammenhang, lassen Passagen aus oder dichten etwas hinzu. Selbst Satan hat versucht Jesus selbst mit dem Wort Gottes zu versuchen:
"Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels und spricht zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: »Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt«. 
Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!«" (Matthäus 4,5-7)
Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, den Umgang mit dem Schwert zu üben bzw. im Klartext: die Bibel zu lesen. 
Wiederum ist das Schwert, weil es das Wort ist, auch Jesus Christus selbst. ER hat den Tod, die Sünde, alle Schuld bereits besiegt und das sollte uns immer klar sein. Wenn wir mit diesem Schwert angreifen, ist der Sieg bereits sicher, denn er ist schon geschehen! Das klingt irgendwie "Zurück in die Zukunft"-mäßig, aber es ist so!
Der Kreis schließt sich und es wird wieder einmal klar:
"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun." (Johannes 15,5)
Jesus ist der WEG, die WAHRHEIT und das LEBEN! Man sollte meinen, so oft wie das gesagt wird, müsste es jeder wissen, aber man kann es nicht oft genug sagen: 
Gott liebt uns und hat uns durch Jesus Christus gerettet. Er kennt alle unsere Fehler und sie sind bereits vergeben. Wir können darauf vertrauen, dass Gott uns nicht verurteilen wird. Wir sind der Laib Christi und damit gerecht vor Gott, egal was wir getan haben. Gott liebt uns, Gott sorgt für uns. Das Einzige, was wir tun müssen, und das ist das Schwierige, ist, IHM VERTRAUEN und IHM FOLGEN!
AMEN.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen