Dienstag, 8. Oktober 2013

ALPHA-Kurs X - Welchen Stellenwert hat die Kirche?

Falls jemandem die letzten beiden Posts etwas lieblos vorkamen, muss ich ihm Recht geben. Das liegt daran, dass ich zwar die Themen des ALPHA-Kurses mit heute noch abschließe, aber eigentlich liegen mir ganz andere Sachen auf dem Herzen. Vermutlich wird auch dieser Post nicht der Oberreißer, aber das Gute ist, der ALPHA-Kurs ist dann durch;)
Welchen Stellenwert hat nun die Kirche? Ich schätze, dass ist wieder so ein Thema, an dem sich die Geister scheiden. Ich persönlich würde es zunächst einmal umformulieren und fragen: Welchen Stellenwert hat die Gemeinde?
Ich geb zu, ich hab keinerlei Erinnerung mehr an diesen ALPHA-Abend, aber ich sag euch gern, welchen Stellenwert die Gemeinde bei mir hat.
Mit dem Christsein ist es eigentlich wie mit allem: Einer allein ist ziemlich schwach. Wir alle brauchen jemanden, der uns, wenn wir zweifeln, aufbaut, jemanden, der uns anspornt, wenn wir motivationslos sind und auch jemanden, der uns runter holt, wenn wir vielleicht gerade mal über die Stränge schlagen oder uns gar irgendwo verrannt haben. 
Da Gott uns "nur" sein Wort hinterlassen hat und es manchmal schwierig ist, es zu verstehen, ist es gut, wenn man jemanden hat, mit dem man darüber reden und sich austauschen kann. Außerdem habe ich festgestellt, dass Gott verschiedenen Menschen verschiedene Dinge auf's Herz legt. So predigt der eine gern über unsere Identität in Jesus Christus und ein anderer über das Reich Gottes. Wichtig ist beides und so können wir nur in der Einheit, sozusagen als Leib Christi, wirklich Gottes Reich hier auf Erden erfassen.
Gott bzw. der Heilige Geist gibt auch jedem eine andere Gabe und so ergänzen wir uns im Glauben gegenseitig.
Was ich an der Gemeinschaft der Christen vor allem zu schätzen weiß, ist die Tatsache, dass man weiß, woran man ist und man, natürlich nach ausgiebiger Prüfung des Vorhandenseins des Heilgen Geistes, den Leuten Vertrauen kann. Christen (Und ich meine damit Herzenschristen, nicht Namenschristen) haben die 10 Gebote als Grundsatz und das ist doch irgendwie sehr entspannend. Hier hat man einfach noch Respekt vor der Ehe zum Beispiel und es werden einem keine Avancen gemacht, wenn bekannt ist, dass man in festen Händen ist. Das klingt banal, ist mir persönlich aber sehr wichtig, vor allem auch wenn man Leute neu kennenlernt.
Ich meine, meistens ist das unter Freunden auch bei Nichtchristen so, aber ich finde es total frech, wenn man neue Leute kennenlernt, der Beziehungsstatus bereits geklärt ist und dann trotzdem gebaggert wird ohne Ende. In was für einer Welt leben wir eigentlich? Das ist doch nicht normal!
Aber Gemeinde bedeutet natürlich noch wesentlich mehr, als einen sicheren Rahmen für uns Christen. Eine Gemeinde kann soviel mehr bewegen, als der Einzelne, nicht nur im weltlichen Sinne, denn Jesus sagt:

"Wenn zwei von euch auf Erden übereinkommen über irgend eine Sache, für die sie bitten wollen, so soll sie ihnen zuteil werden von meinem Vater im Himmel. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte." (Matthäus 18, 19-20)

Das ist ein interessantes Versprechen: Wo immer zwei in Jesus Namen zusammen für etwas beten, wird Gott es erhören, weil Jesus mitten unter ihnen ist. Das ist Wahnsinn!
Und da wären wir bei einem Punkt, der mit am tollsten ist in einer Gemeinde:
Man kann dort über Gott reden! Alle haben das gleiche Verständnis von der Welt. Wenn es jemandem nicht gut geht, ist es selbstverständlich für ihn zu beten. Auch ist es selbstverständlich sich gegenseitig aufzubauen, statt runterzumachen. Das ist wieder etwas, das der Heilige Geist in mir verändert hat: Mein Humor ging früher fast nur auf Kosten anderer. Ich will nicht sagen, dass er das jetzt komplett nicht mehr tut, aber ich bin da jetzt sehr viel sensibler und versuche das auch zu vermeiden - "Fies" soll einfach keiner meiner Charakterzüge mehr sein. 
Es ist schön, wenn man mit Menschen so etwas Großes wie Gott teilt. Gottes Sicht auf die Welt macht uns alle zu Brüdern und Schwestern und das ist wundervoll! Wir sind nicht mehr allein. Wir versuchen nicht den Sinn des Lebens alleine zu suchen, wir haben ihn gemeinsam gefunden und es ist nicht für jeden etwas anderes. Wie Jan Sjoerd Pasterkamp mal sagte: 
"Truth is not a teaching, truth is a person!" Und da sind wir Christen uns einfach einig...mit Jesus:

"Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben." (Johannes 14,6)

AMEN.

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