Freitag, 25. Oktober 2013

Was ich von Gott über Erziehung lerne...

Als Mutter zweier Kinder frag ich mich natürlich auch, was Gott eigentlich so zum Thema Erziehung meint.
Ich persönlich kann mittlerweile Worte wie "Konsequenz" oder "Grenzen ziehen" nicht mehr hören. Ich hab eine regelrechte Ablehnung gegen diese hohlen Phrasen. Nach gefühlten 1000 Erziehungsratgebern, Zeitschriften, Ratschlägen von Müttern, Schwiegermüttern, Omas, Freunden und jedem, der gern seinen Senf dazu gibt, hab ich mich jetzt entschieden, einfach mal zu hören, was Gott mir zu diesem Thema sagt. Denn egal, was ich gelesen habe, ich habe mich immer gefragt, wie soll ich das umsetzen? Meine Kinder sind irgendwie anders. Alle sagen immer, es gibt kein Patentrezept für Kindererziehung und vielleicht stimmt das auch. Wenn man Gottes Umgang mit uns Menschen ansieht, scheint es fast, als ob nicht mal er eines hätte. Aber noch ist nicht aller Tage Abend und ich bin überzeugt davon, dass Gott den ultimativen Plan hat. Es kann nicht anders sein. Aber das muss heißen, dass es doch ein Patentrezept gibt, oder?
Also habe ich beschlossen, mich einfach mal an ihn zu halten. Sein Erziehungskonzept scheint auch am besten mit meinen Ansichten zu harmonieren. Wen wundert´s? Wir sind schließlich nach seinem Ebenbild erschaffen.
Meiner Meinung nach ist Gottes Erziehungskonzept auch das Einfachste, von dem ich jemals gehört habe, denn an ganz erster Stelle steht bei Gott LIEBE und zwar bedingungslose Liebe. Wir können uns diese Liebe nicht verdienen, egal, was wir tun, sie ist einfach da. 
Was haben wir Menschen nicht alles getan, dass wir nach menschlichem Ermessen der Liebe Gottes längst nicht mehr würdig wären. Adam und Eva haben seine guten Ratschläge in den Wind geschlagen:
"Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben. " (1.Mose 2, 16-17)
Das war keine Drohung von Gott, es war eine Warnung. Denn an dem Tag, an dem Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis essen, wenden sie sich von Gott - dem Leben und der Liebe - ab, und wer sich vom Leben abwendet, ist des Todes. Trotzdem aßen die beiden von dem Baum. Wie so oft vertrauten die Kinder ihren Eltern nicht und liefen trotz Warnung ins offene Messer. 
Man sollte meinen, nach dieser Geschichte wären wir Menschen klüger. Rein vom Verstand her würde ich sagen, wenn mir meine Eltern diese Geschichte erzählen würden, wie sie einst im Paradies in der Gegenwart Gottes lebten und dann rausgeschmissen wurden, weil sie durch Ungehorsam sterblich und sündhaft geworden waren - wenn sie mir das erzählen würden, ich würde mich bemühen zu Gott zurück zu kehren, aber wenn man in der Bibel weiter liest, wird es einfach nur noch schlimmer. Die ersten Nachkommen von Adam und Eva, die erwähnt werden, sind Abel und Kain und die meisten kennen deren Geschichte. Kain tötet seinen Bruder Abel aus Neid. Er hatte aus den Fehlern seiner Eltern nichts gelernt und so beginnt eine Geschichte durchzogen von Gewalt, Kriminalität, Krieg ... Das alles sind Früchte menschlicher Unabhängigkeit, Früchte der Lüge, dass Gott es nicht gut mit uns meint und wir alleine besser dran sind. Wir Menschen haben unseren Vater nicht nur missachtet, wir haben ihn verachtet, verspottet, verhöhnt, alle Möglichen irdischen Dinge über ihn gesetzt oder sogar angebetet und dennoch gab Gott uns nicht auf. 
Klar, er war auch zornig, er strafte uns Menschen, auch darüber gibt es im Alten Testament einiges zu lesen, aber er war nicht konsequent nur um der Konsequenz willen. Er hat uns nicht auf ewig verdammt und dabei hätten wir das sowas von verdient! Wir haben seine Liebe mit Füßen getreten und darauf gespuckt, aber dennoch beschloss er uns den ultimativen Beweis seiner Liebe zu zeigen. Er schickte seinen Sohn um von seiner Liebe zu erzählen, um uns auf den richtigen Weg zurück zu bringen, um unserer selbst Willen und zwar ohne unseren freien Willen einzuschränken. Er brachte aus Liebe ein Opfer, wie es größer nicht hätte sein können: er opferte einen Teil von sich selbst und zwar den allerbesten. Er opferte das einzige seiner Kinder, welches tadelos war, an Reinheit nicht zu übertreffen - dieses Kind opferte er für all die mit Sünde beladenen Kinder, die sich von ihm abgewandt hatten. Wie krass ist das? Und wieviel kann man sich von dieser Geste für die Erziehung seiner Kinder herausnehmen?
Natürlich kann ich nie auch nur eine halb so gute Mutter sein, wie Gott mein Vater ist. Ich scheitere schon daran, wenn mein Sohn morgens seine Jacke nicht anziehen will und ich ihn, nachdem meine Geduld am Ende ist, dass Ding dann irgendwie aufzwänge und zwar ganz bestimmt ohne ihm seinen freien Willen zu lassen. Aber das heißt nicht, dass ich nicht versuchen kann es besser zu machen, es Gott gleich zu machen.
Ich kann auch niemals frei von Sünde leben, aber Jesus hat die Strafe für alle meine Verfehlungen bereits auf sich genommen und so weiß ich, dass auch die Fehler, die ich in der Erziehung meiner Kinder mache, von Jesus beseitigt werden können.
Für mich fühlt es sich mittlerweile einfach richtiger an, Konsequenz auch mal sein zu lassen, wenn mein Herz nicht dahinter steht und das ist sooo oft so. Ich muss die Motive meiner Konsequenzen eigentlich ständig hinterfragen und oft genug ist es nicht das Wohl meiner Kinder, sondern beispielsweise mein eigenes. Vielleicht bin ich gerade schlecht drauf und will meine Ruhe oder ich stehe unter Beobachtung und möchte nicht, dass andere denken, dass meine Kinder schlecht erzogen sind, oder Leute sagen, dass meine Kinder schlecht erzogen sind und ich nehme mir das zu sehr an, ABER um wen geht es bei Erziehung eigentlich? Diese Frage muss ich mir immer mal wieder stellen. Es geht nicht darum, dass meine Kinder sich nahtlos in diese Gesellschaft einfügen und es allen recht machen, auf Kosten ihrer eigenen Individualität. Gott hat jeden von uns einzigartig geschaffen und zwar nicht, damit wir uns aneinander anpassen, sondern damit wir uns ergänzen, sonst hätte er uns alle gleich gemacht.
Der Wert, den ich meinen Kindern vermitteln möchte, ist Liebe und zwar über allem anderen. Das ist auch das Einzige, was sie brauchen. Jede andere gesellschaftliche Konvention ordnet sich dem unter. Und wenn sie es nicht tut, dann sollte nicht die Liebe in Frage gestellt werden, sondern die Gesellschaft.
Und so lass ich fünf auch mal gerade sein, wenn ich den Eindruck habe, dass Konsequenz gerade vielleicht doch nicht angebracht ist. Ziehe ich dadurch vielleicht kleine Tyrannen auf? Ich hoffe und glaube: Nein! Ich will Liebe vermitteln und ich will, dass meine Kinder später einmal aus Liebe handeln und aus keiner anderen Motivation heraus.
Warum ich glaube, dass das funktioniert? Weil es bei Gott auch funktioniert. Ich habe seine Liebe angenommen und je mehr sie mein Herz erfüllt, desto mehr möchte davon an andere weitergeben. Denn Liebe kann man nicht genug bekommen. Erst, wenn der eigene Liebesspeicher aufgefüllt ist, können wir Liebe weitergeben. Und klar, auf Gott bezogen, geht diese Strategie bisher nicht allzu gut auf, wenn man sich anschaut, wieviele Menschen Gott noch immer fern sind und wieviel Leid in der Welt geschieht. Aber ein Freund von mir formulierte letztens treffend: "Wenn die Menschen, die Gott jetzt noch fern sind, auch nur einen Moment bereit wären, zu hören, was er zu sagen hat und sein Herz tatsächlich für ihn öffnen würden und sei es nur für eine Minute, dann würde seine Liebe sie erfüllen. Sie würden allen Zorn, alle Ungerechtigkeit ablegen, um sich in der Gegenwart seiner Liebe zu bewegen." Ich glaube, er hat recht. All das Leid, was jetzt noch in der Welt herrscht, ist kein Ergebnis Gottes schlechter Erziehung, es ist vielmehr eine Folge des Nicht-Annehmens oder des Nicht-Bewusstseins von Gottes Liebe.
Und deshalb ist mein höchstes Erziehungsziel meinen Kindern bewusst zu machen, dass sie geliebt werden, dass sie von Liebe umgeben sind. Sowohl von meiner unvollkommenen menschlichen Liebe, als auch von Gottes vollkommener bedingungsloser Liebe. Und alles andere ist erstmal zweitens, wenn nicht sogar absolut egal!;)

Danke Vater, dass Du mich annimmst, wie ich bin und dass ich sicher sein kann, dass Du Mich mit voller Absicht so geschaffen hast. Danke, dass Du, wenn ich es zulasse, meinen Liebesspeicher auffüllst, bis er überläuft. Und danke, dass ich durch Deine Liebe weiß, dass Du nur das Beste für mich willst und dass Du von mir keinen blinden Gehorsam forderst, sondern mir vielmehr ins Herz gelegt hast, Dir blind zu vertrauen. Ich bete, dass ich, jede Mutter und jeder Vater auf dieser Welt auch nur einen Bruchteil dieser Liebe weitergeben und Deinem Beispiel bedingungsloser Liebe folgen kann. Bitte gib uns die Kraft dafür und wo immer wir versagen, hoffe ich auf Deinen Sieg!
AMEN.

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