Freitag, 21. Februar 2014

Manchmal...

Meistens hab ich ein offenes Ohr für alles und jeden, aber es gibt so Tage, da frage ich mich, warum manche Menschen ihr Leben einfach nicht auf die Reihe kriegen. Bei mir funktioniert das doch auch halbwegs. Ich stürze nicht von einer Misere in die nächste.
Allzu schnell allerdings vergesse ich dabei, dass das zu einem großen Teil nicht mein Verdienst ist. Es ist leicht, sich über andere zu erheben, denen es nicht so gut geht. Klar, es gibt Menschen, die offensichtlich immer wieder die falschen Entscheidungen treffen und von einem Loch ins nächste fallen, aber dass ich oft die Stärke und nötige Weisheit besitze, das nicht zu tun, das habe ich mir mitnichten selbst verdient.
Es ist hier nicht angebracht, mir selbst auf die Schulter zu klopfen. Ich sollte Gott loben und danken, dass er bisher in meinem Leben alles so gelenkt hat, dass meine Seele keinen größeren Schaden genommen hat. Ich verdanke nur ihm, dass manche Ereignisse in meinem Leben mich nicht kaputt, sondern stärker gemacht haben. Dass falsche Entscheidungen, die ich getroffen habe, keine gravierend schlimmen Konsequenzen nach sich gezogen haben. 
Wir alle sind ein Produkt unserer Umstände und genauso wenig wie es mein Verdienst ist, dass ich eine halbwegs stabile Persönlichkeit besitze, ist es die Schuld manch anderer, dass es bei ihnen eben nicht so ist.

Klar, jetzt könnte man fragen: Warum hat Gott auf Dich denn so gut aufgepasst und auf andere nicht? - Das weiß ich leider auch nicht, aber ich weiß, dass Gott seinen eigenen Plan hat und darauf müssen wir einfach vertrauen!

"Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken." (Jesaja 55,8-9)


Was ich mit diesem Post eigentlich sagen wollte:
Manchmal, wenn ihr denkt, ihr könnt alles besser, als jemand anderer, dann denkt auch daran, warum das so ist! Denkt daran, wem ihr das zu verdanken habt und seid dankbar!
Und urteilt nicht über Leute, denen es schlechter geht. Es ist nicht so, dass sie es verdient hätten. 
Verurteilen ist Resignation. Wir schieben Leute in eine Schublade und fertig. Das ist ein leichter Weg, denn wir müssen uns dann nicht mehr um sie kümmern, weil es ohnehin hoffnungslos scheint. Aber genau das tut Jesus nicht! Er schreibt uns nicht ab. Er weiß, dass in jeder menschlichen Brust ein Herz schlägt und wenn es im Moment nicht für Gott schlägt, liegt es nicht daran, dass es eben so ist. Dass manche Menschen zu Gott finden und andere eben nicht. Es liegt daran, dass sie Gott noch nicht erkannt haben, ihre Sicht wurde getrübt. Und es liegt nicht an uns, Leute als blind zu verurteilen, es sollte uns am Herzen liegen, dass sie sehend werden!
Jesus konnte Blinde heilen und er kann auch alles andere heilen und darauf können wir uns verlassen.
Wenn ich also das nächste Mal einem dieser scheinbar hoffnungslosen Fälle begegne und ich keine Kraft dafür habe, dann danke ich Gott, dass es mir besser geht und ich bete für denjenigen, dass es ihm auch bald besser geht - im Vertrauen darauf, dass Gott alles zum Guten wendet und mit der Erleichterung, dass auch nur er das kann!

Ich danke Gott, dass er meine Seele mit seiner Liebe gepanzert hat und dass bisher nichts in meinem Leben mehr als einen Kratzer auf ihr hinterlassen konnte und ich bete für alle, die diesen Panzer gerade nicht haben, dass Gott die Wunden ihrer Seele heilt und diesen Panzer erneuert, auf das sie stärker durch ihr Leben gehen können.
AMEN.