Sonntag, 21. Februar 2016

Gebet und Fasten - Tag 3

Auch der Tag 3 verläuft bisher prima. Hunger ist kein besonders präsentes Gefühl, vor allem vermutlich , weil ich hier im Kloster nicht mit essen konfrontiert werde.
Was ich allerdings echt zugeben muss: Ohne Essen ist es ziemlich langweilig. Es scheint als ob ich einen Großteil meiner Zeit sonst mit Essen verbringe, ob das gut ist, sei mal dahin gestellt. Aber jetzt, da dieses "Hobby"  wegfällt, bleibt ECHT VIEL Zeit. Natürlich suche ich hier im Kloster bewusst die Stille vor Gott und ich genieße auch total, dass ich beten, Bibellesen und lobpreisen kann, wann immer mir danach ist, aber der Gegensatz zu meinem Alltag ist krass! Ich hoffe, ich kann etwas von dieser Stille am Ende der Woche mit nach Hause nehmen!
So weit, so gut.... Gleich beginnt das mittägliche Stundengebet. Dazu später mehr! Auf jeden Fall bin ich mitnichten interessiert das Fasten aufzugeben, im Gegenteil: Nach meiner momentanen Einschätzung kann ich das ewig durchhalten, die Frage ist nur, warum sollte ich das tun? Nach wie vor liebe ich Essen;) Ich denke jedoch mein Blick auf Essen wird sich im Laufe dieser Fastenzeit noch verändern. Nicht, dass ich es dann nicht mehr mag, aber vielleicht erkenne ich besser, was gut und was schlecht ist?!
Einen Durchbruch hatte ich übrigens heute: Im Gegensatz zu den letzten Nächten habe ich diese Nacht mal nicht von Essen geträumt :)

Edit: Ich suche ja bewusst die Stille hier im Kloster, damit Gott zu mir sprechen kann. Und vorhin beim Stundengebet kam mir der Gedanke, dass manche Menschen auch Angst haben vor eben dieser Stille.  Sie meiden sie. Aber ich empfehle, sie nicht zu meiden, sondern sie zu suchen. Ich glaube,  Gott gibt uns in dieser bewussten Stille nicht nur Weisungen unser äußeres Leben betreffend,  sondern macht uns auch und vielleicht sogar vor allem auf unseren inneren Zustand aufmerksam.

"Ich, der HERR, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, [...]"

Es ist so wichtig, dass wir nicht immer nur bitten, dass Gott Dinge um uns herum verändert. Am wichtigsten ist es, dass er uns verändert. Jesus selbst sagt, was den Menschen verunreinigt, kommt aus seinem Inneren. Wenn wir also näher zu Gott wollen, dann muss er unser Herz verändern. Und entweder wir wehren uns dagegen und Gott tut es trotzdem, aber der Weg kann lang und schmerzhaft sein, oder wir öffnen uns Gott und geben ihm Raum uns zu zeigen, was er als nächstes verändern möchte und beugen uns ihm. Er bewirkt ja sowieso die Veränderung in uns, wir können es nicht und wir brauchen auch nichts zu tun, außer es zuzulassen.
Während des Stundengebets betete ich meinerseits,  Gott möge zu mir sprechen und tatsächlich hat er mich auf etwas aufmerksam gemacht, dass schon seit Tagen immer mal Thema ist, mir aber nicht in den Sinn kam, dass es konkret mit mir zu tun haben könnte. Gott und ich haben jetzt also ein konkretes Ziel, dass hier im Kloster seinen Anfang nimmt und vermutlich länger braucht, als ich hier bin,  aber ich danke ihm sehr, dass er antwortet, wenn wir ihn bitten zu sprechen:)

Mal noch ein Wort zum Thema Entgiftung. Ich erwähnte ja diverse Wehwehchen,  die ich mit dem Fasten gern loswerden wollte. Eines davon ist vermutlich eine Art Neurodermitis, also trockene juckende Stellen, die ein Mitbringsel meiner letzten Schwangerschaft war. Ich hab schon vor geraumer Zeit entdeckt, dass es besonders schlimm juckte, wenn ich viel Zucker aß - Was mich selbstverständlich nicht davon abhielt Viel Zucker zu essen;) Jetzt gerade merke ich jedenfalls wie einige innere Gifte nach außen befördert werden, was heißt, dass gerade alles besonders doll juckt. Und auch meine Haut im Gesicht sieht gerade nicht gut aus, ich nehme aber ganz stark an, dass sich das im Laufe des Fastens positiv entwickelt. Ich hab ja gerade erst angefangen - woran ich lieber nicht denken mag, ABER Jeder Tag hat seine eigene Plage ;) Und bisher läufts ja fantastisch! GOTT SEI DANK dafür!!

Und wie versprochen noch eine Erläuterung zum Stundengebet:
Hier im Kloster wird quasi permanent gebetet. Es gibt eine Gebetszeit um 4.30 Uhr, an der ich natürlich noch nie teilgenommen habe. 4.30 Uhr aufstehen ist absolut keine Option für mich;)
Die nächste Gebetszeit ist um 6.00 Uhr, dann eine um 7.45 Uhr (davor ist immer die heilige Messe), danach ist eine um 11.30 Uhr. Die nächste Gebetszeit ist um 17.00 Uhr und die letzte Gebetszeit des Tages ist um 19.00 Uhr.
Jede Gebetszeit hat ihren eigenen lateinischen Namen und einen speziellen lateinischen Text, ein Gebet, welches singend vorgetragen wird. Zwischendrin gibt es den ein oder anderen Bibelvers, aber hauptsächlich bestehen diese Gebetszeiten aus Gesang. Und es ist wirklich so, wie man es sich vorstellt: Hohe Gesänge hallen durch die riesige und nebenbei wunderschöne Kirche und es entsteht schon irgendwie eine heilige, eine würdige Atmosphäre, wie ich finde. Überhaupt scheint in der katholische Kirche Gottes Heiligkeit hauptsächlich betont zu werden, wo ich in meiner Kirche eher diesen nahbaren väterlichen Gott erfahre. Beides ist gut und ich glaube, beides ist wichtig. Das die Katholiken und die Evangelen nicht sehen, dass sie sich eigentlich gegenseitig brauchen, ist sehr schade. Was ich gern übernehmen möchte für mich, ist sich vor diesem heiligen Gott, vor meinem König zu verbeugen, bevor ich mich in die Kirche setze. Ich finde,  das hat er verdient.
Wie dem auch sei, ich empfehle jedem, sich so ein Stundengebet mal anzuschauen bzw. zu hören, denn die Atmosphäre lässt sich mit Worten selbstverständlich nur schwer beschreiben.
Was ich ganz und gar nicht empfehle, ist sich einen Rosenkranz anzuschauen. Ich wohnte gestern einem bei und musste die Kirche nach der Hälfte verlassen. Es werden dort abwechselnd Gebete an Gott und Maria, die Mutter Jesu gerichtet. Das ganze mehrmals hintereinander und mit immer wechselnden Passagen zwischen den Schwestern und der Gemeinde.
Ich hab ja schon viel gehört von der Heiligenverehrung der Katholiken und bisher habe ich persönlich das nicht verurteilt,  weil auch noch nicht recht Stellung bezogen,ABER ich kann euch sagen: Gestern wäre ich am liebsten aus der Kirche gerannt und hätte allen noch zugeschrien "Das ist Götzendienst!".
Bereits bei der ersten Anbetung der Maria schüttelte es mich, aber ich sagte, ok, ich schau mir das an, ich mach nicht mit. Beim zweiten Mal betete ich massiv dagegen und bat Jesus allen die Augen über diesen Götzendienst zu öffnen. Er tat es nicht und so musste ich beim dritten Mal raus aus der Kirche, weil ich diese Anbetung eines Menschen, Maria hin oder her, einfach nicht mehr ertragen konnte. Ich bin sicher, Maria selbst würde sich im Grab umdrehen, wenn sie das wüsste,  sie, die als erste und einzige immer ganz sicher wusste, wer ihr Sohn war. Paulus sagt:
"Es gibt einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, den Mensch Jesus Christus."
Daran gibts nichts zu rütteln. Da können die Katholiken ihre angeblich Heiligen anbeten, wie sie wollen.- Was heißt den heilig? Ist nicht nur Gott heilig und ist nicht er der einzige, der jemanden heiligen kann? Entweder ist kein Mensch heilig, denn so ist es von Natur aus, oder wir sind alle heilig, denn wir sind geheiligt durch das Blut Jesu Christi. Aber es gibt unter uns Glaubensgeschwistern nicht einen, der heiliger ist als ein anderer und ea gibt vor allem auch nicht einen, nicht Maria, nicht dich, nicht mich, der sich das in irgendeiner Weise verdient hätte.
Was also die Katholiken machen ist Menschen anbeten - Götzen. Kein Wunder, dass ich das keine Sekunde länger aushalten konnte.
Ich danke dir Vater,  dass du mir bezüglich dieser Sache jetzt ein klares Bild, eine klare Position gegeben hast. Danke, dass ich deinen Geist habe und dass er zu mir spricht, wenn ich mich fernab deines Weges für mich bewege. Ich bete wirklich für jeden in diesem Kloster, dass du ihm bezüglich dieses Götzendienstes Offenbarung schenkst und dass du dich verherrlichst,  dass du ihnen zeigst, dass sie durch Jesus direkt zu dir sprechen können und nicht noch zusätzliche Mittler brauchen!
Und Vater, ich bete, dass deine Heiligkeit und deine Nahbarkeit in den Herzen deiner Gemeinden wieder zueinander finden. Lass sie erkennen, dass du beides bist und das eben dies, das große Geheimnis ist, welches dir inne wohnt: Dass du heilig bist und doch väterlich liebst.
AMEN

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