Sonntag, 21. Februar 2016

Gebet und Fasten - Tag 5

Heute morgen hab ich ein wenig Bauchgrummeln. Die Youtuberin Ashley hatte das auch, weil sie die ganze Zeit nur Wasser mit Kohlensäure getrunken hatte. Seit ich hier im Kloster bin, hab ich das Leitungswasser auch ein wenig mit Kohlensäure gestreckt, weil es so ekelhaft weich schmeckt. Mein ursprünglicher Plan war, mir Unmengen stilles Wasser mit ins Kloster zu nehmen, dann dachte ich aber Leitungswasser tuts auch. Leider ist die nächste Einkaufsmöglichkeit ein Stück entfernt und ich hab kein Auto - doof, aber es sind ja nur noch 3,5 Tage, dann komm ich wieder in den Genuss des guten Chemnitzer Leitungswassers.
Ich werd wohl einfach wieder eine Zitronenscheibe ins Wasser geben und das kohlensäurehaltige Wasser weglassen... Und ganz wichtig: Beten! Gott wird mir sicher helfen, das Bauchgrummeln loszuwerden und die restlichen Tage mit diesem Leitungswasser zu überstehen. Daran wird es jetzt wohl nicht scheitern.
Ansonsten gehts mir nach wie vor ohne Essen sehr gut :)

WOW! Heute während des Stundengebets nach der Messe ist etwas passiert. Ich kann es gar nicht so recht beschreiben, aber es war als ob mich Engel aus der Kirche näher zu Gott getragen hätten.  Das klingt voll abgefahren, aber ich kann es nicht anders in Worte fassen. Ich war noch in der Kirche, aber irgendwie war ich auch nicht mehr da. Dort,  wo ich war, war es heller, viel heller. Und Gott hat mich auf Sachen aufmerksam gemacht, wo ich selbst noch vergeben musste und auch Vergebung von ihm bedurfte. Das ist alles, woran ich mich erinnere. Ich hab auch gebetet, aber ich hab keine Ahnung mehr für was. Es war irgendwie nicht von dieser Welt. Im Nachhinein erklärend würde ich sagen,  der Geist Gottes hat von mir Besitz ergriffen. Ich glaube,  das habe ich noch nie auf diese Weise erlebt. Überhaupt erlebe ich Gott hier im Kloster ganz anders. Meist nüchterner,  nicht so gefühlsbetont, aber er ist da.

Ich entdecke hier im Kloster auch eine ganz neue Liebe für das Wort Gottes. Ich meine, schon seit einiger Zeit ist mir klar, dass Gottes Wort das einzige ist, was mir Kraft geben kann, und Zuversicht, was mich zur Ruhe kommen lässt, aber mich gleichzeitig auch innerlich aufwühlen kann und ich kann schon länger nicht mehr schlafen ohne vorher in der Bibel zu lesen. Doch zuletzt ist es eher eine Routine geworden. Ich hab es gemacht, aber ich hab mich nicht mehr voll drauf eingelassen, mich vlt nicht mehr so sehr darauf gefreut. Und ich hab mich gewundert, warum dieses anfängliche Feuer für das Wort ein wenig kleiner geworden war. Und jetzt weiß ich es wieder: Ich hatte das Bewusstsein dafür verloren, wie wertvoll es ist. Welche unbezahlbaren Schätze und Weisheiten es enthält und was es mir tatsächlich alles gibt. Hier im Kloster habe ich wieder mehr Ruhe dafür und kann es genießen, es ist nicht ein Punkt auf der Tagesordnung und dann kommt der nächste, sondern ich lese, solange ich will und ich denke darüber nach solange ich will und ich hab alle Zeit der Welt. Und ich entdecke, Gott ist nicht nur ein liebender Vater - das hab ich eigentlich immer präsent - Nein, er ist unglaublich weise und er kennt jede Facette seiner Schöpfung. Er kennt uns so genau, dass es einem Angst machen könnte. Und er verknüpft soviele Stellen des Wortes miteinander. Was immer er sagt, er sagt es nicht nur einmal in der Bibel, sondern tausend mal, damit wir es verstehen, weil er weiß, dass wir so leicht vergessen, so leicht verlieren, was er uns sagen will. Ich finde das fantastisch. ER ist fantastisch und es ist mir eine Ehre, dass er mich als sein Kind erwählt hat. Mich, vaterlos aufgewachsen. Und jetzt hab ich den besten Vater, den man sich nur wünschen kann. Ich glaube,  ich bin ein bisschen neu verliebt in Gott :)

Ich bete die ganze Zeit, dass ich das, was ich jetzt hier habe, auch mit nach Hause nehmen kann, aber ich glaube, das, was Gott in meinem Herzen verankert, das bleibt. Und ich faste ja nach wie vor und ich bin sicher, dass Gott noch weiter an mir arbeiten wird und ich glaube, ich habe nicht die geringste Vorstellung davon, was Gott in dieser Fastenzeit Alles in mir verändern wird. Ich bin ja gerade erst am Anfang. Tag 5 - lächerlich ;)

Edit am Nachmittag:
Zunächst bin ich überaus dankbar, dass der Netto, den ich bei Google Maps entdeckt hatte, bei weitem nicht so weit weg war, wie ich vermutet hatte. So konnte ich jetzt endlich anständiges Wasser kaufen und mir einen Kräutertee besorgen, denn leider war mir der, den ich im Kloster erstanden hatte und der echt gut klang, einfach zu heftig, selbst in der geringsten Dosierung.
Dieser kleine hügelige Weg zum Netto und zurück wirft nun aber echt die Frage auf, wie ich meinen Alltag überstehen soll:D Ich war vielleicht eine halbe Stunde unterwegs und hab es kaum bis zu meinem Zimmer geschafft, so kraftlos hab ich mich gefühlt. Schon allein die Treppen zu meiner Wohnung im dritten Stock scheinen mir unüberwindbar. Aber Jesus ist der Überwinder der Welt und er lebt in mir, also werd ich das wohl irgendwie und vor allem nur durch ihn schaffen, aber ein bisschen Bedenken hab ich natürlich schon. Es kann allerdings ja auch nicht ewig so leicht sein wie jetzt, sonst würden ja alle Menschem ständig fasten. Ich beschließe die Tage hier im Kloster jetzt umso mehr noch zu genießen und wenn es soweit ist, dann werde ich den Alltag schon meistern: Jeder Tag hat seine eigene Plage! (Scheint der Leitspruch für meine Fastenzeit zu sein ;) Steht übrigens in Matthäus 6 Vers 34!)

PS: Das Bauchgrummeln hat sich übrigens im Laufe des Vormittags wortwörtlich in Luft aufgelöst ;)

PSS: Mein ebenfalls idealer Reisebegleiter ist das Hörbuch "In meinem Herzen Feuer"  von Johannes Hartl, welches ich als Weihnachtsgeschenk für die Mitarbeit in meiner Gemeinde erhalten habe. Das Buch dazu steht schon ewig auf meiner Amazonwunschliste. Nun hatte ich das Hörbuch schon eine Weile, kam aber nicht dazu es anzuhören. Und jetzt hier im Kloster die passende Gelegenheit und ich sehe wieder wie Gott den richtigen Zeitpunkt für alles, für jede noch so kleine Banalität kennt, denn dieses Hörbuch begleitet mich Schritt für Schritt. Was immer meine Gedanken gerade einnimmt, erörtert wenig später Johannes Hartl in seinem Buch. Das ist doch verrückt! Er kann das doch nicht wissen. Aber Gott weiß es. Er weiß einfach alles und (Liedzitat): He makes all things work together for my good! (Jesus Culture - Your love never fails) Es greift ein Rädchen in das andere und dann läuft die Sache! Ein herrlicher, ein großartiger,  ein bewunderns- und anbetungswürdiger Gott, der mich seine Tochter nennt, ist das!!!!

Edit 2 20.14 Uhr: Ein echtes Problem beim Fasten ist, dass man permanent friert, also falls ihr fastet, zieht euch warm an;)

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