Sonntag, 21. Februar 2016

Gebet und Fasten - Tag 7

Wow!  Wenn ich heute geschafft habe, dann habe ich eine Woche geschafft!:)

Mein Gefühl ist gerade, dass das Fasten mir eine ganz neue Wertschätzung für Essen gibt. Bevor ich gefastet habe, habe ich ja eine regelrechte Abneigung vor allem gegen Schweinefleisch,  aber eigentlich gegen fast jedes Fleisch entwickelt. Vorhin, als ich den Ingwer aus dem Kühlschrank in der Gemeinschaftsküche des Gastehauses geholt habe, stieg mir der Geruch von Wurst in die Nase und seit langem dachte ich nicht: Igitt Schweinefleisch, sondern ich dachte, wie vielfältig doch Gottes Angebot an Nahrungsmitteln ist. Es sei dahingestellt, dass in der ursprünglichen Schöpfungsordnung Tiere nicht zum Essen gedacht waren, wir leben nunmal nicht mehr im Paradies und hier ist es anders. Hier aß sogar Jesus Fisch, was ja offensichtlich auch ein Tier ist. Und er selbst sagt, was den Menschen verunreinigt kommt von innen, nicht von außen. Aber statt sinnlos alles mögliche in uns hinein zu stopfen und davon möglichst viel - Das ist zugegeben genau meine Form des Essens- können wir uns ein Beispiel an Jesus nehmen. Bevor er irgendetwas zu sich nahm, dankte er. Und ja, dieser Dank ist absolut angebracht in Anbetracht der Vielfalt und der Fülle, die uns Gott beim Essen schenkt. Und erst dann aß Jesus und ich glaube, er aß nicht auf diese mittelalterliche Art, auf die heute noch viele von uns Essen, nur dass sie Besteck benutzen, ich glaube, er aß ganz bewusst, genoss jeden Bissen und ich könnte mir sogar vorstellen, dass er bei jedem Bissen erneut dankte: Danke Vater, du bist so gut. Du hast so wunderbare Dinge zum Essen erschaffen. So farbenfroh, so geschmackvoll.
Das ist ein Gott! Der uns eine Fülle schenkt, nicht weil wir es verdienen, nicht weil es notwendig ist, sondern weil er es kann und weil er es will. Und er will es, weil er uns liebt!:)

Weg vom Essen hin zu anderen Themen: Meinem Kreislauf geht es heute spürbar besser. Zugegebenermaßen habe ich heute auch eine halbe Stunde länger geschlafen und bin mal nicht zur Messe, sondern nur zum anschließenden Stundengebet. Das war ok, weil Gott mir heute die Gebetsanliegen in der Nacht mitteilte...
Und das ist auch schon das nächste Thema: Nachdem ich mich gestern mit meiner Gästehausbekanntschaft über Träume unterhalten hatte und ich ihr mitteilte, dass ich auch ein bisschen die Hoffnung hatte, hier einige prophetische Träume zu träumen, es aber bisher nicht so war, hatte ich diese Nacht gleich drei Träume. Wobei ich mir bei dem einen nicht ganz sicher bin, ob das nicht eher eine Art Vision war, weil ich eigentlich irgendwie wach war. Wie dem auch sei. Ich hab mich sehr gefreut und bin sehr dankbar dafür. Leider konnte ich zunächst mit zwei der drei Träume nicht viel anfangen, bat Gott um eine Auslegung und beschloss dann einfach beim morgendlichen Gebet darüber zu beten. Dadurch wurde mir auch über den zweiten Traum einiges klar, es bleibt Traum 1 ungedeutet. Für die entsprechenden Personen, die in den Träumen vorkamen, betete ich trotzdem einfach - Beten schadet ja wohl nie;)

Jetzt bin ich gespannt, was der Tag noch so bringt. Es ist quasi mein letzter ganzer Tag im Kloster. Morgen geht's ab nach Hause. Aber ich fühle mich geistig gerüstet. Diese Woche hier im Kloster war eine gute Idee und ich nehme mir fest vor, das im nächsten Jahr zu wiederholen, so Gott will, versteht sich. Vielleicht sogar wieder in Verbindung mit Fasten?!
Worauf ich echt achten muss, wenn ich wieder zuhause bin, ist, dass der ganze Medienkonsum mich nicht wieder einnimmt. Nach wie vor sollte meine freie Zeit zum Beten, Bibellesen oder Lobpreisen dienen und nicht zum Fernsehen oder im Internet surfen. Das nehme ich mir zumindest fest vor und hoffe, Gott nimmt sich meine Zeit und erweist sich bewusst als ein zeiteinfordernder König, wo er sonst ja eher der sanftmütige Diener ist. Aber ich finde, es steht ihm zu und er soll es sich von mir ruhig nehmen:)

Edit 1 Stunde später:
Nach täglichen längeren Lobpreiszeiten und einem gestrigen Impuls von Johannes Hartl, der meinte: "Suchen Sie sich Ihre Gebetsform und perfektionieren Sie sie. Und zwar nicht innerhalb von ein paar Tagen, sondern vielmehr im Laufe von Jahren, Jahrzehnten!", ist mir umso mehr bewusst, welche Form ich wähle und warum ich sie wähle.
Lobpreis ist für mich der Weg, auf dem ich Gott am besten sagen kann, was er mir bedeutet und für wie wunderbar und anbetungswürdig ich ihn erachte. Ich kenne Menschen, die können das im Gebet total gut, mir fehlen meist die Worte und falls mir doch mal welche einfallen, kommen sie mir aus meinem Mund so aufgesetzt und unwürdig vor. Nicht so, wenn ich singe.
Manchmal,nein meistens beginne ich ganz unscheinbar, noch ziemlich abgelenkt, mit den Gedanken nicht bei Gott, aber das verändert sich im Laufe der Zeit, meist sogar im Laufe weniger Lieder. Und plötzlich mache nicht mehr ich den Lobpreis, sondern der Lobpreis macht etwas mit mir. Und heute ist mir bewusst geworden, was das ist.
Johannes Hartl erzählt in seinem Youtube Vortrag mit dem verheißungsvollen Titel "Wie man eine zweistündige Gebetszeit überlebt.", Gebet ist eine Entscheidung. Es ist die Entscheidung sein Herz zu öffnen, ihm zu befehlen jetzt aufzuwachen und sich dem Vater zuzuwenden. Es ist sicher Übungssache das verbal zu tun und seinem Herzen das tatsächlich zu befehlen und ich hab das auch ein paar Mal erfolglos und zugegeben eher halbherzig versucht, aber jetzt weiß ich, wie ich das ganz ohne Anstrengung erreichen kann, ganz ohne Worte.
Denn einen Akkord anschlagen und das erste Lied ansingen sagt meinem Herzen genau das: Wach auf, wir wollen beten! Und wenn mein Herz auch nicht gleich erwacht, nicht solange ich Lobpreis mache, aber wenn der Lobpreis beginnt etwas mit mir zu machen, dann wacht mein Herz auf, dann hört es zu, dann fängt es an zu singen und wenn ich die Gitarre dann irgendwann weglege, dann möchte es weiter beten und dann kann ich beten, vermutlich ewig:) Und beten stillt den Hunger den ich habe, sowohl körperlich als auch geistig. Wie schon erwähnt, macht Lobpreis die vielfältigsten Symptome zunichte.
Wenn ich diese Erkenntnis doch nur für immer verinnerlichen könnte... ;)

Edit 16.45 Uhr:
Der Tag ist fast rum. Irgendwie bin ich, obwohl ich mich nicht schwach oder so fühle, nicht richtig in die Gänge gekommen. Ich hab jetzt auch bissl Kopfschmerzen und bin irgendwie müde. Ich glaube aber, daß liegt daran, dass ich heute nicht groß draußen war. Mein nachmittäglicher Spaziergang musste leider ausfallen, weil es geregnet hat und immer noch regnet:(
So hatte ich heute echt viel Zeit. Hab viel gelobpreist und ich liebe das auch, aber irgendwann werden meine Hände müde... Ich glaube, ich spüre,  dass es Zeit ist nach Hause zu gehen und größere geistliche Kämpfe auszufechten als "lobpreise ich jetzt oder lese ich Bibel?";).
Ich denke, ich bin gerüstet und ehrlich gesagt, bin ich auch sehr gespannt, ob sich irgendetwas verändert hat. Ich meine, soviele Erkenntnisse und Erlebnisse mit Gott, davon muss doch was hängen geblieben sein und wenn nicht, welch Armutszeugnis. Aber ich bin da wie immer ziemlich zuversichtlich. Grad hab ich auch das Gefühl, es geht nicht wirklich ums Fasten. Nach der "Fastenkrise" die letzten beiden Tage, wähne ich mich erstmal in Sicherheit und bin frohen Mutes, dass es die nächsten Tage ziemlich entspannt wird, vor allem, weil es wieder ordentliches Wasser gibt - hoffentlich. Meine Aversion gegen Wasser ist echt ein Problem. Aber ixh betrachte es mal als die ultimative Anfechtung, fühle mich geehrt und trinke trotzdem weiter Wasser;) Als ob ich es daran scheitern lassen würde,  als ob Gott mich daran scheitern lassen würde. Bei mir zuhause liegt der Penny auf meinem täglichen Weg und wenn das mit dem Wasser nicht besser wird, probier ich jede Teesorte, die die dort haben;) Lieber wäre mir natürlich, dass ich morgen feststelle, dass das Chemnitzer Leitungswasser tatsächlich das Lob verdient, welches ich ihm schon die ganze Zeit zuteil werden lasse.

Es tut mir ja echt leid, dass die Texte von Tag zu Tag umfangreicher geworden sind, dann wieder dachte ich, mich würde ein Zeugnis bzw ein Fastenbericht aus zwei Sätzen nicht wirklich zum Fasten motivieren. Wenn jemand nach 40 Tagen Wasser fasten schreiben würde: "Ich habs geschafft. 40 Tage Wasserfasten. War cool. Würde ich weiter empfehlen." Mh. Es ist doch schon interessant zu sehen, was das mit einem Macht und vor allem abschätzen zu können, welche Krisen sich zu etwa welcher Zeit anbahnen und dass man sie überwinden kann, weil... WIR ÜBERWINDER SIND! Durch ihn, der die Welt überwunden hat, weshalb wir getrost sein dürfen. Hach, ich liebe die Bibel. Echt! Obwohl ich sie noch nie vollständig gelesen habe, fällt mir in so ziemlich jeder Situation eine passende Stelle zur Ermutigung ein.
Gott ist ein großartiger Vater!  Einer, der uns nie vorhält, was wir nicht können, sondern uns im Gegenteil sagt: Wir können alles, sogar das, was außerhalb unserer Vorstellungskraft liegt, physikalisch Unmögliches und wir können es durch ihn! Ich liebe ihn, diesen unseren Vater!:)

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