Freitag, 11. August 2017

Love keeps no record of wrongs - Liebe rechnet das Böse nicht zu

Steht im Korinther Brief 13, Vers 5. Und gerade fiel mir noch einmal die Diskussion ein, die ich mal in meinem alten Hauskreis hatte bezüglich dieser Stelle. Jemand meinte, dass das nicht sein kann. Man kann doch nicht vergessen, dass der andere einen verletzt hat und so tun, als wäre nichts gewesen.
Ich glaube, damals hatten wir uns darauf geeinigt, dass es so wahrscheinlich nicht gemeint war und dass man zwar verzeihen soll, aber nicht vergessen und sein Herz behüten muss.

Gerade hab ich noch einmal darüber nach gedacht und ich glaube, es ist genau so gemeint, wie es dort steht:
Ich sehe Jesus, wie er am Kreuz hängt und nicht mit jedem Recht DIESER Welt sagt: "Verflucht seid ihr alle, die ihr den Sohn Gottes tötet."
Nein, das sagt er nicht. Trotz ALLEM, was sie, was wir ihm angetan haben,  rechnet Gott uns unsere Fehler nicht an, rechnet Jesus am Kreuz diese Fehler nicht an und bittet :"Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. "
Und die Wahrheit dieses Satzes wird mir gerade bewusst: Nein, sie wussten es nicht! Sie wussten nicht, dass dies der Sohn Gottes ist, denn sonst hätten sie ihn nicht getötet. Das Evangelium ist eine Torheit denen, die es nicht erkennen.
Und so ist es auch im Leben:Wir verrennen uns. Manche mehr, manche weniger, aber wir können nicht aus uns heraus. Wir können die Dinge nicht anders, als durch unsere Augen sehen. Insbesondere nicht dann, wenn wir Gott nicht kennen. Wenn wir ihn kennen, dann ist es soooo notwendig, dass unser altes Ich mit Jesus am Kreuz stirbt und zwar weil sich sonst unser Blick niemals verändert. Solange wir die Dinge durch unsere Augen betrachten, geht es immer um uns, aber als Christen sind wir gefragt, die Dinge durch Gottes Augen zu betrachten. Nicht auf unser eigenes Recht zu pochen, was es übrigens objektiv auf dieser Welt nicht gibt, sondern: zu lieben.
Und das heißt: KEINE FEHLER ANZURECHNEN -  man könnte auch sagen: die Dinge nicht persönlich zu nehmen. Denn das ist das, was Jesus am Kreuz tut.
Er weiß: Sie greifen ihn nicht als Sohn Gottes an, sondern als das, was sie in ihm sehen und sie sehen ihre eigenen Unzulänglichkeiten:
'Er tut Wunder im Namen Gottes und wir können das nicht?  Das wird unsere Autorität untergraben, wir müssen ihn loswerden. '
Wenn sie ihn erkannt hätten als der, der er war und ist, der, auf den sie seit Jahrhunderten schon warten, sie wären anbetend vor ihm auf die Knie gefallen.
Jesus hat das erkannt und es ihnen nicht angerechnet, sondern für sie gebetet. Dass sie es erkennen würden, dass Gott sich über sie erbarmt, weil sie nicht wussten, was sie taten, weil sie nicht wussten, wen sie da kreuzigen.

Ich wünsche mir dieses Herz wie Jesus. Ein Herz, dass nicht auf sich schaut, sondern nur auf den anderen. Ich rieche förmlich die Freiheit, die darin liegt. Die Freiheit, zu der Jesus uns berufen hat und doch zerrinnt sie immer wieder zwischen meinen Fingern.
Ich möchte sie ergreifen, ja, ich möchte eine geduldige Mutter sein, eine geduldige Ehefrau, eine geduldige Tochter,  eine geduldige Freundin und überhaupt ein geduldiger Mensch, aber mir fehlt die Konsequenz auf Jesus zu schauen, viel mehr noch: durch ihn zu schauen, durch seine Augen.
Und so kämpfe ich, jeden Tag,  manchmal bin ich es leid, manchmal ertrage ich es, aber manchmal, so wie heute, sehe ich auch, dass Jesus neben mir ist, dass er mich anlächelt, nicht belächelt, nicht mit dem Kopf schüttelt, weil ich es immer noch nicht begriffen habe,  nein, er sieht mich liebevoll an, reicht mir seine Hand und sagt:
"Ich rechne dir deine Fehler nicht an. Du kannst weiter jeden Tag kämpfen und ich kämpfe mit dir, oder du kannst einfach meine Hand nehmen und dann kämpfe ICH FÜR DICH! "
Und solange ich weiterhin dieses Angebot nicht annehme, solange steht er trotzdem für mich ein. Solange hängt er am Kreuz und bittet Gott geduldig mit mir zu sein, mir zu vergeben, weil ich mich verrannt habe und weil ich nicht weiß, was ich tue.

DANKE JESUS!
AMEN

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