Samstag, 16. September 2017

Matthäus 5,37: JA oder NEIN?

Gerade habe ich einen älteren von mir vorbereiten Beitrag gefunden, den ich gerne, wenn auch spät, noch teilen möchte, zur Ermutigung, als Zeugnis und vor allem, weil es vielleicht nicht soviele Leute gibt, die darüber offen sprechen:

30.Mai 2016

Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen.
Matthäus 5:37

Sehr lange hab ich diesen Satz nicht richtig verstanden. Also, es war mir irgendwie klar, dass er bedeutet, dass wir zu unserem Wort stehen sollen und nicht heute so und morgen so sagen sollen, aber die Wichtigkeit dieses Satzes ist mir jetzt gerade einmal richtig eingeleuchtet.
Johannes Hartl meinte mal in einem seiner Vorträge, dass er auch deshalb empfiehlt keinen Sex vor der Ehe zu haben, weil es das Entscheidungsvermögen eines Menschen massiv beeinträchtigt und sich gute Entscheidungen weniger auf Gefühle als Grundlage stützen können, sondern vor allem so weitestgehend wie möglich aus Vernunft getroffen werden müssen. Aus Vernunft oder eben auch dem Gehorsam Gott gegenüber.
Mir ist dieses Argument damals schon sehr schlüssig vorgekommen, aber jetzt hab ich selber mal erlebt, wie wichtig es ist sich in schweren emotional sehr instabilen Zeiten an Entscheidungen festzuhalten, die man getroffen hat, als man noch einen klaren Kopf hatte.
Ich bin ja gerade schwanger mit Kind Nummer 4. Das war nicht ganz so gedacht, ist jetzt aber so und es stand zu keinem Zeitpunkt zur Debatte dieses Kind nicht zu bekommen,nur weil es jetzt nicht in unsere Planung hinein passt. Trotzdem hatte ich anfänglich ganz schön mit der Umstrukturierung meiner Pläne zu kämpfen und habe es teilweise noch. Auf die ersten drei und die ganze Zeit, die dabei "drauf geht" jedes davon zwei bis drei Jahre Zuhause zu behalten, um ihm einen emotional stabilen Start ins Leben zu ermöglichen war ich voll und ganz eingestellt. Und jetzt nachdem Nummer drei nächstes Jahr drei wird,war ich voll und ganz darauf eingestellt nächstes Jahr endlich mein Studium zu beenden und rauszufinden, was Gottes Plan für meine "berufliche" Zukunft ist. Ich hab mich gerade auch sehr frei gefühlt: kein Kind mehr gestillt. Alle halbwegs selbstständig und "unabhängig"  von mir und meine Abendplanung war auch endlich wieder unabhängig von den Kindern.
Und dann: SCHWANGER. Es ist mir klar, dass man nicht von alleine schwanger wird, andererseits wird man üblicherweise auch nicht sofort schwanger, wenn man sich mal etwas verkalkuliert. Es gibt Leute, die versuchen jahrelang schwanger zu werden und ich frage mich echt, warum bei uns einmal reicht? Ich kann darin wohl nichts anderes als Gottes Absicht erkennen. Ich hatte mir mein Leben mit drei Kindern ausgemalt, aber er hat wohl mehr geplant.
Anfänglich hab ich mich auch echt darüber gefreut, obwohl das auch für unsere Ehe erstmal eine Belastung darstellte, aber dann kam die volle Hormondröhnung in der 6.Woche und es ging mir noch nie so schlecht wie in dieser Schwangerschaft. Gerade die ersten zwei Wochen ging gar nichts mehr: mir war den ganzen Tag übel, sogar nachts konnte ich teilweise nicht schlafen, weil es mir so schlecht ging. Hinzu kam, dass ich so kraftlos war, dass ich den ganzen Tag hätte schlafen können. Nachts kamen dann mitunter noch starke Bauchkrämpfe dazu und ich dachte teilweise, dass ich morgens sicher in einer Blutlache liegen würde und das Kind nicht mehr da wäre. Aber das wirklich schlimme daran war, dass ich diesen Gedanken als ungemein erleichternd empfand, wodurch ich mich gleich noch schlechter fühlte. Nachdem mich schon Gedanken einnahmen,  wie ich einen Schwangerschaftsabbruch natürlich herbei führen könnte,  weil ich es einfach nicht mehr ertragen konnte, legte ich Gott das alles vor die Füße und sagte ihm, dass das so nicht gänge. Dass ich diese Schwangerschaft so nicht ertragen könnte, auch weil ich keinerlei Kapazitäten für meine anderen Kinder,  geschweige denn für den Haushalt oder irgendwas hatte.
Und dann wurde es eine Weile etwas besser... Fest steht: ich weiß nicht, was ich in dieser Zeit fähig gewesen wäre zu tun, wenn ich nicht schon vorher eine Entscheidung FÜR dieses Kind getroffen hätte. Und ich war Gott unheimlich dankbar, dass ich wusste, er steht hinter dieser Entscheidung und egal, wie ich mich fühle, er passt auf dieses Kind auf, weil ich eine Entscheidung getroffen hatte. Ich wusste, selbst in diesen finstersten Momenten nimmt dieses Kind keinen Schaden, weil es von Gott und allen Gebeten getragen wurde, in einer Zeit, wo ich es nicht tragen konnte.
Nach wie vor fühle ich mich wirklich am Ende meiner Kräfte,  aber es scheint, als ob Gott es Stück für Stück auflöst und ich weiß, es wird der Punkt kommen, an dem ich mich echt über diese Schwangerschaft freuen kann, aber bis es soweit ist, weiß ich auch, Gott hält es in der Hand.
Weil ich zu meinem Wort stehe, tut er es auch, denn...
"Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit."
(1. Johannes 1,9)

Mittlerweile ist Kind Nr. 4 (und damit Tochter Nr. 2:)) 9 Monate alt und aus unserer Familie nicht mehr wegzudenken. Obwohl die Schwangerschaft bis zum Ende eine echte Qual war, ist das Ergebnis ein großer Segen! In jeder Hinsicht! Sie hat uns als Familie näher zusammen geführt, weil mein Mann zum ersten Mal 7(!) Monate Elternzeit gemacht hat. Sie stellt die meisten Erfahrungen, die wir mit 3 Kindern schon gemacht haben absolut in Frage und erfrischt damit das Elterndasein nochmal und Gott hat mir zugesprochen, dass sie ein Geschenk ist und dass ich mich in besonderem Maße um sie niemals sorgen muss, weil er sie versorgt. Das macht sich zum Bsp darin bemerkbar, dass ich für sie noch nie ein einziges Kleidungsstück kaufen musste (obwohl ich alle Babysachen schon weg gegeben hatte)  und wir von allen Seiten soviel geschenkt und geliehen bekommen, dass trotzdem ein totaler Überfluss herrscht.

Gott, ich danke dir sehr für unser kleine Sonne ☀ und für all deine Zusagen, die gültig sind - gestern, heute und morgen! Danke, dass du der beständige Fels in der Brandung bist, egal wie stark das Meer tobt!
AMEN

Freitag, 15. September 2017

GOTT ist ein Ermutiger!

Oft geht es mir in letzter Zeit so, dass ich mich zumindest NACH Situationen frage: Was hätte Jesus getan?
Bis ich dies verinnerlicht habe und danach handle, wird wohl noch einiges an Zeit vergehen und bis ich es tatsächlich schaffe, mich das VOR Situationen schon zu fragen, liegt noch ein langer Weg vor mir, aber das ist heute nicht das Thema.
Das Thema ist: Gott ist ein Ermutiger!
Und das vergesse ich nicht nur in Situationen, wo ich selber mal wieder Mist gemacht habe, sondern vor allem in Situationen, wo andere Mist gebaut haben.
Ein aktuelles Beispiel: Vor zwei Tagen ist unsere Autobatterie kaputt gegangen. Zugegebenermaßen war sie schon angeknackst und dann habe ich zu allem Übel noch zehn Minuten im Auto telefoniert und dabei das Licht angelassen ohne den Motor anzuschalten. Das Ende vom Lied war, dass nichts mehr ging, als ich losfahren wollte :(
Wie immer,  wenn irgendwas mit dem Auto ist, trug ich dies Problem dann sofort am meinen Mann heran, der verständlicherweise nicht sehr erfreut darüber und auch echt sauer auf mich war.
Nun gut. Die Kinder und ich hatten noch einiges an Programm an dem Nachmittag. Mein Mann rief einen seiner Kumpels an und verabredete sich mit ihm um zu schauen, ob sich die Batterie nochmal aufladen lassen würde. Da er aber Donnerstags "Aufpassdienst" für unser zweitjüngstes Kind hat und er dies noch abholen musste,  war er noch nicht zuhause, als sein Kumpel bereits bei uns war. Dieser hatte es anscheinend eilig oder war ungeduldig und nach einer kurzen Wartezeit fuhr er wieder fort, bevor mein Mann überhaupt zuhause war. Daraufhin war mein Mann nicht mehr nur sauer auf mich, sondern auch noch auf seinen Kumpel. An diesem Abend war er für mich wirklich schwerlich noch zu ertragen.
Am nächsten Morgen war die Laune noch immer nicht besser und so langsam wurde ich auch ein wenig wütend darüber und ließ die eine oder andere Spitze los, bevor ich die Kinder in den Kindergarten schaffte. Dass er auf mich sauer war, leuchtete mir ja noch halbwegs ein, aber dass er nicht mal seinen Kumpel angerufen und sich für die Verspätung entschuldigt oder nachgefragt hatte, warum er so schnell los musste, sondern stattdessen quasi nicht mehr mit ihm redete, weil er sauer war - diese verdrehte Wirklichkeit war mir völlig unverständlich!
Auf meinem Rückweg, den ich neuerdings gut für eine kurze Gebetszeit zu nutzen weiß, fragte ich mich und vor allem Gott:
'Was würdest du tun in dieser Situation? Mein Mann ist relativ grundlos wütend auf mich, aber vor allem ungerechtfertigt wütend auf seinen Kumpel und zeigt keinerlei Einsicht. Wie gehe ich damit um? '
Natürlich, Beten ist immer das erste, was zu tun ist! Aber was war ganz praktisch zu tun? Und Gott sagte zu mir: Dasein und Zuhören. Mehr ging in dieser Situation nicht. Aber selbst das verlangte ja schon einiges. Meine eigene Wut beiseite schieben und da sein! Dass ich das nicht ganz ohne schnippischen Kommentar gepackt habe, brauch ich wohl nicht erwähnen *lach,  aber zumindest das mit dem Zuhören konnte ich in die Tat umsetzen und es zeigte sich, dass es genau das war, was mein Mann jetzt mal brauchte und dass noch wesentlich mehr hinter seiner Wut steckte, als das Offensichtliche und mein mangelndes Einfühlungsvermögen hatte die Situation nicht gerade verbessert. Prompt fand sich auch eine unerwartete Lösung für das Problem - meine Eltern erklärten sich sofort bereit uns eine neue Autobatterie zu besorgen, mit der Anmerkung, dass wir Ihnen dass IRGENDWANN einmal zurückzahlen können. Fantastisch, wie die Dinge sich regeln, wenn man Gott fragt, was zu tun ist.
Ich könnte noch einige andere Beispiele nennen, aber worauf ich hinaus will, ist:
Gerade, wenn andere Menschen sich so benehmen, dass wir nur den Kopf schütteln können, ist Jesus in uns gefragt. Er ist geduldig. Er hört zu. Und wenn es passt, ermutigt er. Niemals hat Jesus (mit Ausnahme der Pharisäer) jemanden runter gemacht, jemanden beschimpft oder abgestempelt. Seine Taktik ist Liebe und Liebe ermutigt. Also, das nächste Mal, wenn Du auf jemandem wütend bist oder jemandes Verhalten nicht verstehst, überlege doch mal, wie du diese Person ermutigen kann bzw was es ist,  was diese Person jetzt am meisten braucht :)

Jesus, danke, dass du bist wie du bist. Dass du ermutigst, dass du hoffst und nicht aufgibst, wo ich nur den Kopf schüttel. Und danke, dass du stetig in mir arbeitest und mich mehr und mehr zu einem Abbild deines Selbst verwandelst!
AMEN