Donnerstag, 22. März 2018

Taufe

In letzter Zeit hab ich echt viel gelesen. Viele Videos gesehen... Viele Auslegungen der Bibel gesehen und gehört und deswegen möchte ich meinen Blog verändern:
Bisher habe ich oft interpretiert und einfach aufgeschrieben, was mir zu Bibelpassagen so in den Sinn gekommen ist. Aber ich glaube, die Gefahr, hier falsch zu liegen ist sehr groß. Ich möchte nicht mehr vorrangig meine Gedanken äußern und teilen, sondern das Wort Gottes und meine Gedanken daran ausrichten.
Es wird einfach zuviel Schundluder getrieben mit Bibelversen und ich möchte mich da nicht einreihen...

Heute also geht es um die (Wasser)Taufe. Es gibt sooooooo viele Meinungen und "Praktiken" dazu:
Babytaufe, Erwachsenentaufe, "Besprenkelungstaufe", Untertauchtaufe... Was ist richtig, was ist falsch? Ist Taufe (heils)notwendig?
Ich möchte nicht behaupten,ich kenne die Wahrheit,aber ich hab mir so ziemlich alle Bibelstellen zu diesem Thema angeschaut und teile gern das Ergebnis!
Zunächst einmal:

"Einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus."
1. Korinther 3:11 ELB

Es gibt NICHTS außer Jesus selbst, das rettet. Weder besitzt die Taufe selbst rettende Kraft, noch kann sie dem Werk von Jesus irgendetwas Essentielles hinzufügen!
Das lese ich in der Schrift einfach nicht.

Aber was ist mit:
"Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden."
Markus 16:16 ELB
?

Ich gehe nicht auf die Standardargumentation, dass da ja nicht steht "Wer nicht glaubt und getauft ist, wird verdammt werden." ein. Das ist nur Wortspielerei und tut überhaupt nichts zur Sache. Viel wichtiger finde ich:
Wer sagt das? Jesus sagt das. Nun sehen wir kurz, was Johannes der TÄUFER zum Thema Taufe zu sagen hat:

"Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der nach mir Kommende aber ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geiste und Feuer taufen;"
Matthäus 3:11 ELB

Jesus also tauft mit Heiligen Geist (und Feuer). Wenn er spricht "wer glaubt und getauft ist", meint er sicher nicht "wer glaubt und mit Wasser getauft ist", sondern "wer glaubt und mit Heiligem Geist getauft ist". Hier besteht ja tatsächlich auch eine Notwendigkeit: Gläubige sind getauft mit Heiligem Geist. Wenn nicht, sind es keine Gläubigen! Denn Jesus hat den Gläubigen ja seinen Heiligen Geist versprochen, da er selbst nicht mehr da ist.

"Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.

Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen."
Johannes 16:7‭, ‬13‭-‬14 SCH2000

Da die Taufe nun nicht heilsnotwendig ist, was macht sie?! Offensichtlich wurde sie ja doch praktiziert bzw. überhaupt im neuen Testament erst eingeführt.
Irgendein schlauer Prediger sagte mal:
"Wenn man der Bedeutung von etwas in der Bibel auf den Grund gehen will, ist es gut zu schauen, wann es zum ersten Mal erwähnt wird."

"In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste von Judäa und spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.

Da ging zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Umgegend des Jordan; und sie wurden von ihm im Jordan getauft, indem sie ihre Sünden bekannten.

Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der nach mir Kommende aber ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geiste und Feuer taufen;"
Matthäus 3:1‭-‬2‭, ‬5‭-‬6‭, ‬11 ELB

"Johannes kam und taufte in der Wüste und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden."
Markus 1:4 ELB

"Und er kam in die ganze Umgegend des Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden;"
Lukas 3:3 ELB

Johannes taufte die Menschen zur Vergebung ihrer Sünden. Menschen bekannten ihre Sünden und wurden im Wasser symbolisch davon rein gewaschen. "Symbolisch", da wir ja alle wissen, dass die Vergebung der Sünden nicht durch Johannes kam, sondern allein durch Jesus Christus. Was also hat Johannes da abgewaschen?
Dazu habe ich noch eine für mich sehr aufschlussreiche Bibelstelle gefunden:

"Denn es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns zu Gott führe, getötet nach dem Fleische, aber lebendig gemacht nach dem Geiste, in welchem er auch hinging und predigte den Geistern, die im Gefängnis sind, welche einst ungehorsam waren, als die Langmut Gottes harrte in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in welche wenige, daß ist acht Seelen, durch Wasser gerettet wurden, welches Gegenbild auch euch jetzt errettet, das ist die Taufe (nicht ein Ablegen der Unreinigkeit des Fleisches, sondern das Begehren eines guten Gewissens vor Gott), durch die Auferstehung Jesu Christi, welcher, in den Himmel gegangen, zur Rechten Gottes ist, indem Engel und Gewalten und Mächte ihm unterworfen sind."
1. Petrus 3:18‭-‬22 ELB

"Die Taufe - nicht ein Ablegen der Unreinigkeit des Fleisches, sondern das Begehren eines guten Gewissens vor Gott" oder auch anders übersetzt:
Bitte um ein reines Gewissen vor Gott (HFA);
Zeugnis (Antwort/verpflichtende Erklärung)  eines guten Gewissens vor Gott DURCH DIE AUFERSTEHUNG JESU CHRISTI (Schlachter2000)

Wozu ist nun also die Taufe da? Mein Fazit:
Für das Gewissen!
Wir Menschen brauchen doch irgendwie
 immer was in der Hand. Die Taufe ist nicht notwendig, aber wenn und wahrscheinlich auch DA wir uns dadurch besser fühlen, ist sie durchaus sinnvoll. Es ist ein Zeugnis für die Welt und für uns selber: Unsere Sünden sind abgewaschen!

Doch dann gibt es auch noch folgende Stellen in den Briefen:

"Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln."
Römer 6:4 SCH2000

"da ihr mit ihm begraben seid in der Taufe. In ihm seid ihr auch mitauferweckt worden durch den Glauben an die Kraftwirkung Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat."
Kolosser 2:12 SCH2000

Ich denke, die Taufe hat einfach eine unheimlich starke Symbolik. Dennoch dürfen wir dem Werk Jesu nicht einfach etwas hinzufügen und behaupten, ohne dies gäbe es keine Rettung, oder besser Sündenvergebung/Rechtfertigung vor Gott. Wir können uns selbst noch soviel selber sterben - es bleibt ein unvollendetes menschliches Werk, welches keinen Bestand hat vor Gott.
Geben wir Jesus die Ehre, die ihm gebührt! Gestehen wir ihm zu, dass wir absolut nichts zu unserer Rettung beigetragen haben, aktiv beitragen oder jemals beitragen werden.
Die Frage stellt sich letztlich, wem geben wir mit unserer Taufe die Ehre?
Gott, der uns frei macht von allen Sünden und damit auch von unserem schlechten Gewissen?
Oder uns selbst, weil wir uns aus freien Stücken haben taufen lassen und damit einen wichtigen Schritt zu unserer Errettung selbst beigetragen haben?
Füllen wir alten (gesetzlichen/menschlichen/selbstgerechten) Wein in neue Schläuche oder ergeben wir uns in die unverdiente Gnade Gottes und lassen den neuen Wein in neuen Schläuchen zur Vollkommenheit reifen?

Paulus sagt:

"Ich danke Gott, dass ich niemand von euch getauft habe, außer Krispus und Gajus; so kann doch niemand sagen, ich hätte auf meinen Namen getauft! Ich habe aber auch das Haus des Stephanas getauft. Sonst weiß ich nicht, ob ich noch jemand getauft habe; denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen, [und zwar] nicht in Redeweisheit , damit nicht das Kreuz des Christus entkräftet wird.
1. Korinther 1:14‭-‬17 SCH2000


Was sagt das nun über die Praxis der Taufe aus?
Babytaufe ist, wie die meisten von uns ohnehin schon wissen, absolut sinnverfehlt, denn ein Baby hat noch kein schlechtes Gewissen und ein Erwachsener lässt sein Gewissen wahrscheinlich nicht von der  Urkunde der Babytaufe beruhigen.
Und als Erwachsener oder sagen wir als Mündiger, denn das kann auch ein Kind von 8 Jahren sein? Untertauchen oder Besprenkeln? Meine Antwort ist: Was immer dir hilft, Deinem Gewissen klar zu machen, dass du schuldfrei bist!
Kann man sich mehrmals taufen lassen?!
(Ich meine jetzt nicht einmal als Baby,einmal als Erwachsener, sondern eher sowas wie einmal mit 14, einmal mit 33 - wie beim mir;))
Ich persönlich habe mich mit 14 taufen lassen,weil meine Freunde das getan haben. Ich wusste zu dem Zeitpunkt weder, wer Jesus war, noch irgendetwas über Sündenvergebung. Meine kürzliche Taufe empfand ich tatsächlich als eine Befreiung. Insofern sage ich persönlich: Wenn man keine bewusste Taufe hatte, sich aber eine wünscht, dann kann man das tun, es spricht prinzipiell nichts dagegen.

Sollte man sich wieder und wieder taufen lassen, weil man immer Mal wieder ein schlechtes Gewissen Gott gegenüber bekommt?
Sicher nicht! Das Problem ist dann nicht die Taufe, denn die tut ja e nix zur Sache, sondern DEINE Identität in Christus.

Muss man sich überhaupt taufen lassen?
Ich denke, für jemanden, der gerade zum Glauben gekommen ist, stellt sich die Frage nach der Taufe nicht. Vermutlich wird er einfach das Bedürfnis haben, öffentlich zu bekunden, dass er jetzt zu Jesus gehört.
Dennoch trägt die Taufe an sich nichts bei zur Errettung. Man kann getauft und nicht errettet sein, genauso wie man errettet und nicht getauft sein kann.

Es gibt da auch noch eine schöne Stelle in der Apostelgeschichte, wo Aquila die Gemeinde bittet Apollos aufzunehmen, der"nur" auf Johannes getauft ist, nicht auf Jesus.

"Aber ein Jude mit Namen Apollos, aus Alexandria gebürtig, kam nach Ephesus, ein beredter Mann, der mächtig war in den Schriften. Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und feurig im Geist; er redete und lehrte genau über das, was den Herrn betrifft, kannte aber nur die Taufe des Johannes. Und er fing an, öffentlich in der Synagoge aufzutreten. Als nun Aquila und Priscilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer aus. Als er aber nach Achaja hinübergehen wollte, ermunterten ihn die Brüder und schrieben an die Jünger, dass sie ihn aufnehmen sollten. Und als er dort ankam, war er eine große Hilfe für die, welche durch die Gnade gläubig geworden waren. Denn er widerlegte die Juden öffentlich mit großer Kraft, indem er durch die Schriften bewies, dass Jesus der Christus ist."
Apostelgeschichte 18:24‭-‬28 SCH2000

Es gilt: Prüft unbedingt selbst, ob ich die Wahrheit schreibe und verlasst euch nicht auf meine Gedanken!
Werdet mündig, lest eure Bibel selbst!
(Das ist die Lektion, die ich in den letzten Wochen von Gott gelernt habe:))

Ich danke Gott, dass er uns zu großer Freiheit berufen hat. Eine weit größere Freiheit, als wir Menschen jemals erfassen können oder auch nur bereit sind, praktisch zu leben.
Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich!
In diesem Sinne, Danke lieber Vater im Namen Jesu!
Amen

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