Heimgeholt.

Kennst Du die Geschichte vom reichen Jüngling? DAS ist meine Geschichte!

Und da er hinausgegangen war auf den Weg, lief einer herzu, kniete, vor ihn und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe?  Aber Jesus sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Du weißt ja die Gebote wohl: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemand täuschen; ehre Vater und Mutter." Er aber antwortete und sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. Und Jesus sah ihn an und liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich. Er aber ward unmutig über die Rede und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter.
Markus 10:17‭-‬22

Wie letztens schon geschrieben, war ich ja kurzzeitig verunsichert, was meine Erlösung durch Christus anging. Ich war mir plötzlich nicht mehr sicher, ob es reicht, dieses Geschenk anzunehmen oder ob ich Jesus tatsächlich gehorsam sein MUSS, um das Geschenk zu behalten.
Mit einem menschlichen Kinderreim zusammengefasst war das Ergebnis:
Geschenkt ist geschenkt. Wiederholen ist gestohlen! (Und wer der Dieb ist, wissen wir ja - Gott ist es NICHT!!)
Nachdem nun also geklärt war, dass meine Erlösung von vorn bis hinten ein Geschenk Gottes ist, ohne Kleingedrucktes, war meine Lektion jedoch noch nicht beendet.
Schon immer habe ich ja wirklich eine riesengroße Sehnsucht Gott nahe zu sein, vor allem in dem Sinne, dass ich alle meine Zeit nur ihm opfern möchte.
Um dies zu tun, frage ich Gott ständig, was für mich dran ist, was ich opfern kann, um ihm noch näher zu sein.
Nun, das erste, was dran war, war dass ich aus meiner Gemeinde ausgetreten bin - Jesus hat es "befohlen", also hab ich es getan. Denn ich vertraue ihm und ich weiß, wenn ich etwas für ihn opfere, hat er BESSERES für mich parat. Dieser Austritt verschaffte mir ungemein mehr Freizeit, um zum Beispiel Zeit mit nicht-christlichen Bekannten zu verbringen oder auch um einfach draußen zu sein und Nichtchristen kennenzulernen und ihnen von Jesus zu erzählen.
Als nächstes entsagte ich dem Fernsehen, auch das verschaffte mir viel mehr Zeit um Bibel zu lesen, um zu beten etc.
Zuletzt fragte ich nach all dem, weil ich irgendwie immer noch unzufrieden war:
Jesus, was MUSS ich tun um dir nachzufolgen (hin an das Herz des Vaters)?
Seine Antwort: Gib etwas für mich auf, dass Du liebst.
Meine Überlegung: Das Nähen!
Außer dem Nähen war eigentlich nichts übrig geblieben bzw gibt es eigentlich nichts anderes, abgesehen von meiner Familie, dass ich tatsächlich sehr liebe.
Ich musste also echt schlucken. Doch sofort fiel mir sie Geschichte von dem reichen Jüngling ein und ich dachte:
Jesus hat mir seine Bedingung genannt - wohlgemerkt, es ging mir nicht um ewiges Leben, sondern um die Nähe zum Vater - und ich konnte jetzt entweder abziehen oder ihm vertrauen.
Nach nur kurzer Überlegung war mir völlig klar, was zu tun ist. Natürlich liebe ich Jesus tausend mal mehr als das Nähen und wenn es mich ihm näher brächte, würde ich so ziemlich alles opfern...
Also stellte ich meine Nähmaschine zum Verkauf, ich überlegte mir, wie ich mein Stofflager auflösen könnte und freute mich. Ich freute mich darauf meine Nähkammer komplett zu einem Gebetsraum um zu gestalten und so Jesus noch näher zu kommen.
Doch dann las ich etwas Interessantes auf einen christlichen Blog (https://konsequentegnade.wordpress.com):
Immer dort, wo Jesus mit Pharisäern sprach, verschärfte er die Gesetze, während wenn er mit Menschen sprach, die Reue zeigten, die Gebote eher entkräftete.
Er tat das um den Pharisäern klar zu machen, dass es keinen gab, der das Gesetz je halten könnte, doch leider verstanden sie das nicht.
Und plötzlich sah ich die Geschichte des reichen Jünglings in einem anderen Licht:
Das Problem war nicht, dass er Jesus nicht genug vertraute um seinen Reichtum aufzugeben, sondern dass er behauptete, er hätte alle Gebote gehalten und er dachte, er könne sich den Weg ins Himmelreich verdienen.
Und ganz genau so dachte ich, wenn ich nur mehr für Jesus opfere, dann komme ich näher zu Gott.
Gott hat mich absolut überführt: Ich habe mich aufgrund meiner eigenen Werke - Bibellesen, Gebetszeit, was auch immer - für besser gehalten, als andere Christen und gedacht es läge an einem selbst,  wie nah man Gott ist.
Also hat Gott seine Gebote für mich verschärft: Gemeindeaustritt, Fernsehen streichen, Nähen aufgeben. So sehr verschärft, dass ich endlich gemerkt habe, dass es nicht darum geht mich anzustrengen und mir irgend etwas zu verdienen.
Und was ist passiert?
Seine Gnade hat mich absolut eingeholt. Heimgeholt.
GOTT hat mir das größte Geschenk - mein ewiges Leben - völlig unverdient und sogar ungefragt ohne ein Opfer meinerseits gegeben, wieviel mehr wird er mich wohl seine Nähe spüren lassen und mich segnen, wenn ich einfach nur darum bitte?
Wobei das ja genau genommen überhaupt nicht notwendig ist, denn er wohnt ja in mir. Näher geht es quasi nicht!
Menschen durften im alten Bund nicht ins Allerheiligste und selbst der Priester durfte es nur nach unzähligen Reinigungsritualen und nur einmal im Jahr. Aber ich bin der Tempel des Heiligen Geistes! WOW!
Ich muss nichts opfern um mich Gott zu nahen - er ist da. Er hat das perfekte Opfer dafür bereits gebracht. Was ich tun muss, ist: ES ERKENNEN!
Tatsächlich bleibt mir gerade GAR NICHTS zu tun...

Saved by your mercy, found  in your grace. Totally surrendered to your embrace!
(Hallelujah - Hillsong)

Vater, ich danke Dir! Ich danke dir, dass ich mich auf einzigartige Weise in deinem Buch wiederfinde. Dass das echt meine Geschichte ist. Erst verloren wie das Volk Israel. Dann gabst du mir ewiges Leben und deinen heiligen Geist und er offenbarte mir die Sünde... Und dann machte ich mich daran, das Gesetz zu halten bzw Dir Gehorsam zu leisten um Dir nahe zu sein und scheiterte an meiner eigenen Gesetzlichkeit um zu sehen mit Augen, die sehen, dass DU ALEIN RETTEST. DU ALLEIN HAST ALLES GETAN UND TUST ES NOCH. Und für mich bleibt NICHTS mehr, dessen ich mich rühmen könnte. Ja nicht einmal die Entscheidung für dich habe ich selber getroffen. Du hast Dich offenbart und ich konnte nicht anders, als den rettenden Strohhalm zu ergreifen!
Halleluja und Amen!

PS: Meine Nähmaschine war noch nicht verkauft und ich habe sie jetzt guten Gewissens behalten und werde weiter Freude daran haben zu nähen, weil ich jetzt weiß, dass Gott Freude daran hat, wenn ich Freude habe. Und dass es nicht entweder oder ist, sondern UND:)
Ich muss Gott nicht beweisen, wie sehr ich ihn liebe, denn ich liebe ihn ohnehin NUR weil er mich ZUERST LIEBT!


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