Sonntag, 24. Juni 2018

Warum es Sünde ist, sich an die Gebote halten zu wollen...

Letztens habe ich mich mit unseren Gartennachbarn darüber gestritten, dass die Kinder während der Mittagsruhe laut gemacht haben. Eigentlich bin ich niemand, der streitet. Ich liebe die Harmonie, leider ist das mit unseren Gartennachbarn nicht so einfach, denn sie lieben ihre Ruhe und unsere Kinder sind nunmal eher lebhaft. Wie dem auch sei, in Nachhinein hat es mich total geärgert, dass ich mich hab von ihnen aus der Ruhe bringen lassen.
Ich hab mich nicht schuldig gefühlt, dass ich nicht jesusmäßig gehandelt habe und tue das auch immer noch nicht.
Ich bin deswegen auch nicht zu GOTT gegangen und habe IHN um Vergebung gebeten? DENN wozu IHN um etwas bitten, was ER mir bereits vor 2000 Jahren gegeben hat? Aber es stellt sich jetzt natürlich die Frage, was ich beim nächsten Mal tun sollte?

Ich möchte heute mal versuchen zu erläutern, warum es absolut zielverfehlt ist, als Christ zu versuchen sich an die Gebote zu halten. Denn die Werke, die wir dadurch vollbringen, sind nicht weniger tot, als bevor wir Jesus angenommen haben.
Es ist wichtig eines zu erkennen, Paulus sagt es deutlich:
Was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde!
(Römer 14,23)

Das ist nicht nur die Definition von Sünde im neuen Bund, sondern auch im alten. UNGLAUBE ist die EINZIGE SÜNDE, die es gibt. Es ist sozusagen die  URSünde.
Als Adam und Eva nicht mehr glaubten, dass GOTT für sie nur das Beste im Sinn hat, erhielt die Sünde Einzug in ihr Herz. Alles, was danach geschah, war nur die Konsequenz daraus.

Viele Christen meinen, GOTT hat uns, als wir von neuem geboren wurden, ein Gewissen gegeben, damit wir jetzt als Kinder Gottes richtig leben können, quasi als Kompass für Gut und Böse.
Ich behaupte, das Gewissen hatten wir schon, bevor wir neu geboren waren, als Ungläubige, und auch Paulus sagt das:

Denn wenn Nationen, die kein Gesetz haben, von Natur die Dinge des Gesetzes ausüben, so sind diese, die kein Gesetz haben, sich selbst ein Gesetz, welche das Werk des Gesetzes geschrieben zeigen in ihren Herzen, indem ihr Gewissen mitzeugt und ihre Gedanken sich untereinander anklagen oder auch entschuldigen.
Römer 2:14‭-‬15 ELB

Es ist das Gesetz, dass Erkenntnis der Sünde bringt (und damit ein schlechtes Gewissen!) und zwar nicht nur denen, die es kennen, sondern auch denen, die es nicht kennen, weil GOTT es in uns hinein gelegt hat. Jeder Mensch, egal aus welchem kulturellen Hintergrund, weiß, dass jemanden töten keine gute Sache ist. 
Ein schlechtes Gewissen ist etwas, das Christen NICHT mehr haben sollten. Denn, was ist ein schlechtes Gewissen?
Ein schlechtes Gewissen haben, bedeutet: sich seiner Schuld bewusst sein; oder auch: sich schuldig fühlen.
Nun ist UNS als Kindern GOTTES jede Schuld vergeben. GOTT verurteilt uns nicht  mehr (ER hat Jesus verurteilt!) Wir brauchen uns also auch selbst nicht mehr zu verurteilen. 
Wenn ich nun als Kind GOTTES jemanden angelogen habe, dann brauche ich mich nicht schuldig fühlen - GOTT ist deswegen nicht böse auf mich, im Gegenteil: aufgrundessen was Jesus für mich getan hat, ist ER mir, EGAL WAS ICH TUE wohlgesonnen, d.h. ER wird mir auf jeden Fall auf alle erdenkliche Weise helfen aus diesem Schlamassel wieder herauszukommen.
Jetzt zu versuchen, das nächste Mal nicht zu lügen, um das Schuldgefühl hinterher zu vermeiden, ist allerdings der vollkommen falsche Ansatz, denn das Problem ist nicht Schuld (dieses Problem hat Jesus vor 2000 Jahren ein für alle mal gelöst!), das Problem ist Unglaube, ja sogar eine gewisse Form von Selbstgerechtigkeit:
Weil ich glaubte, GOTT könne das Problem für mich nicht lösen, oder schlimmer: ich müsse das Problem selber lösen, habe ich gelogen.
Ich habe GOTT nicht vertraut, dass ER absolut auf meiner Seite ist und immer und überall für mich ist, deswegen habe ich gelogen. Weil ich dachte, es wäre besser für mich.
Wie löst man nun das Problem des Unglaubens?
Ganz sicher nicht, indem man sich selber fertig macht oder indem man auf das schaut, was man selber gemacht hat (und versucht, es beim nächsten Mal besser zu machen). Die Lösung liegt nicht auf der Verhaltensebene, sondern auf der Glaubensebene. 
Jesus gibt die Antwort, als seine Jünger wegen ihres UNGLAUBENS einen Dämon nicht austreiben konnten:

Er aber spricht zu ihnen: Wegen eures Unglaubens; denn wahrlich, ich sage euch, wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berge sagen: Werde versetzt von hier dorthin! und er wird versetzt werden; und nichts wird euch unmöglich sein. Diese Art aber fährt nicht aus, als nur durch Gebet und Fasten.
Matthäus 17:20‭-‬21 ELB

Gebet und Fasten - Eine neue, intensivere Ausrichtung auf Gott. Nicht ein Herabschauen auf das eigene Versagen, sondern ein Aufsehen auf das vollendete Werk Christi!
Warum nicht lügen? - Nicht, weil es falsch ist Menschen anzulügen und weil GOTT das nicht gut findet, sondern weil Du GOTT tausendprozentig vertrauen kannst, dass alles Dir zum Besten dient. (Römer 8,28) Die Wahrheit zu sagen wird Dir nicht schaden, denn GOTT ist FÜR Dich und wenn Du Dich ausstreckst/Du schaust nach SEINEM Reich und SEINER Gerechtigkeit (Jesus Christus!), wird ER Dir alles andere hinzufügen! (Matthäus 6,33)
Das heißt nicht, wie es früher die gesetzliche Doreen verstand, dass Du nach SEINER Gerechtigkeit handeln musst, DAMIT ER Dir alles hinzufügt (etwas tun müssen um GOTTES Segen zu bekommen, ist ALTER BUND!), es heißt: Du schaust auf das, was Jesus (GOTTES Gerechtigkeit) für Dich getan und abrufbar gemacht hat (GOTTES bedingungsloses Wohlwollen! Ein Leben in Fülle.) und aus der Überzeugung heraus, dass nur Güte und Gnade dir folgen werden, dein Leben lang (Psalm 23,6), EGAL was Du tust, aus dieser Überzeugung, ja aus diesem Glaube kommt die Kraft, die dich befähigt richtig zu handeln! Weil Du keine Angst mehr vor Konsequenzen hast. Weil Du weißt, wenn GOTT FÜR DICH ist, kann NICHTS UND NIEMAND GEGEN DICH sein! (Römer 8,31)

Wenn Du Dich also anstrengst, die Gebote zu halten, es aber nur tust, weil Du denkst, es wäre falsch sie zu brechen, ist das genau genommen immernoch Sünde, denn Du handelst im Unglauben. 
Sicher, niemand von uns denkt ständig an die Gebote und doch denken wir oft so:
Wenn ich jetzt hier lüge, könnte ich einen Vorteil davon haben, aber ich sollte es lieber lassen, denn lügen ist falsch. - GESETZ!
Vielleicht denkst du sogar: Gott wird es nur segnen, wenn ich auf dem richtigen Weg bleibe und nicht lüge. - ALTER BUND LÄSST GRÜSSEN!
Der Gedankengang bei einem Gläubigen wäre völlig anders:
Wenn ich hier lüge, könnte ich einen Vorteil davon haben, jedoch hab ich den sowieso, denn GOTT ist für mich, weil ich SEINE Gerechtigkeit in Jesus Christus bin. Wozu also lügen? Ich bekomme sowieso das BESTE!

Der Unterschied mag in der Handlung nicht offensichtlich sein, aber GOTT sieht das Herz.
Er weiß, ob wir tote Werke aus Unglauben bzw. unserer eigenen Kraft vollbringen, oder ob wir unsere Kraft im Glauben AUS IHM beziehen. 

Als Christen brauchen wir das Gesetz nicht mehr um zu wissen, was gut oder schlecht ist. Das sind Kategorien, die für uns NICHT RELEVANT sind. Das Einzige, was für uns relevant ist, ist VERTRAUEN! Vertrauen wir auf GOTT oder auf uns selbst? Das macht für uns den Unterschied zwischen Gut und Böse. Schau nicht auf deine eigenen Handlungen, sondern auf das, was GOTT tun kann, will und wird!
Hast Du Dich mal gefragt, was eigentlich so schlimm daran war, dass Adam und Eva von dem Baum gegessen haben? Warum wollte GOTT nicht, dass sie Gut und Böse unterscheiden können? Ist doch eine super Sache?!
Weil ER wusste, sie würden dann nur noch auf das schauen, was sie tun. 'Hab ich dies richtig gemacht, hab ich jenes falsch gemacht? Was muss ich tun, was ist der nächste Schritt?' Die Welt wurde für sie zum Minenfeld, nachdem sie die Erkenntnis von Gut und Böse erlangt hatten.
Vorher lebten sie im Paradies. Sie konnten sich frei bewegen im Vertrauen auf GOTT. Und durch dieses Vertrauen haben sie einfach immer richtig gehandelt.
Das Beste, was Du als neugeborenen Christ also tun kannst, ist: das ganze Gesetz wieder zu vergessen. Dich zu verhalten, als hättest Du von dem Baum der Erkenntnis niemals gegessen und Dein Vertrauen einzig und allein auf GOTT zu setzen!
Das ist wahre Anbetung! Und zur dieser Anbetung hat GOTT uns geschaffen!

Was nun unsere Gartennachbarn angeht, so werde ich nicht versuchen, das nächste Mal netter zu ihnen zu sein oder jesusähnlicher, Nein. Wenn sie wieder anfangen rumzumeckern, werde ich mir wieder und wieder sagen: 
Ich bin GOTTES Gerechtigkeit in Jesus Christus. GOTT ist für mich und ER wird die Dinge regeln. Ich werde nicht schreien und ich werde nicht streiten, denn GOTT streitet für mich. Ich mache nichts und ER tut alles.
Und falls es mir dennoch nicht gelingt ruhig zu bleiben, dann werde ich mir das das nächste Mal wieder sagen... Und wieder. Und wieder. Solange, bis ich es glaube und der Glaube in mir die Frucht der Besonnenheit ausgereift hat!

Abba, geliebter Papa, vielen Dank für alles, was Du mir schenkst! Danke für all Deine Güte, Deine Geduld, Deinen Segen! Und das nicht auf Grundlage dessen, was ich getan habe oder tue, sondern einzig und allein wegen dem, was Jesus getan hat. Vor 2000 Jahren. Für mich! Halleluja! Alle Ehre sei Dir und Deiner unermesslichen Weisheit! In Jesu Namen, Amen!

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