Judas - Unwiderruflich geliebt von Jesus.

Es ist mal wieder Zeit für meinen Blog. Heute mit einem Thema, dass mir schon lange auf dem Herzen liegt, aber zugegebenermaßen äußerst kontrovers ist. Es geht heute um JUDAS!
Gern wird ja auf ihm herum gehackt, IHM, dem Apostel, der Jesus verriet. Der vermutlich erste (nach Satan), der in die Hölle kommt (oder dort bereits ist?!), oder doch nicht?
Ihr könnt denken, ich bin verrückt, aber GOTT hat zu mir bezüglich Judas ganz anders gesprochen und ich möchte das gern teilen, weil es meiner Meinung nach die ULTIMATIVE ERMUTIGUNG ist!:)

Ich glaube, auch Judas werden wir im Himmel sehen. Warum und wie ich auf diesen Gedanken kam, dies möchte ich gern in verschiedenen Punkten aufzeigen:

1. Die Bibelstelle, die mich darauf aufmerksam machte.
2. Jesus liebte Judas.
3. Was sagt die Schrift?
4. Die Bedingung für Errettung

1. Die Bibelstelle, die mich darauf aufmerksam machte:

Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie über ihn geschrieben steht; wehe aber jenem Menschen, durch welchen der Sohn des Menschen überliefert wird! Es wäre jenem Menschen gut, wenn er nicht geboren wäre.
Matthäus 26:24‭ ELB

Bisher dachte ich immer, Jesus sagt dieses "Wehe" ermahnend oder sogar verdammend, aber weil ich gerade gern auch die englische King James Version der Bibel lese, bin ich nochmal besonders auf dieses "Wehe" aufmerksam geworden. Im Englischen steht dort: "WOE", aber das ist nicht ein Ausdruck der Verurteilung, sondern ein Ausdruck von Bedauern, von Kummer. Und plötzlich wurde mir klar: Jesus wusste genau, was passieren würde.  Er wusste,  wie es Judas  gehen würde und trotzdem  hatte er für ihn nichts als Liebe in seinem Herzen und deswegen auch Bedauern um das (irdische) Schicksal seines Freundes, so sehr, dass er ihm wünschte, er wäre nie geboren worden, damit ihm dieses Leid erspart bliebe. Denn

2. Jesus liebte Judas.

Es gibt diese eine Stelle (von vielen;)), die mir immer wieder durch Mark und Bein geht:

Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölfe, und mit ihm eine große Volksmenge mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes. Der ihn aber überlieferte, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen irgend ich küssen werde, der ist es; ihn greifet. Und alsbald trat er zu Jesu und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi! und küßte ihn sehr. Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu bist du gekommen! Dann traten sie herzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn.
Matthäus 26:47‭-‬50 ELB

Ich dachte bisher immer, es musste Jesus das Herz gebrochen und total enttäuscht haben, dass Judas ihn so verriet. Aber jetzt weiß ich: Das war nicht so. Jesus wusste genau, dass Judas das tun würde, es war für ihn keine Überraschung. Tatsächlich nennt er Judas noch immer FREUND, obwohl er genau weiß, was er zu tun gekommen ist. Jesus liebt Judas! Auch in diesem Moment!
Und auch Judas liebte Jesus:
Was mich auch immer wieder tief trifft, ist das Zeichen, dass Judas aussuchte. Es steht geschrieben: Judas küsste Jesus SEHR.
Bisher hielt ich das immer für den absoluten Hohn. Aber ich fragte GOTT: Warum ausgerechnet ein Kuss?
Seine Antwort: Als Zeichen der Ehre.
Judas hätte einfach von weitem auf Jesus zeigen und sich aus dem Staub machen können, aber das tat er nicht.
Er ging zu Jesus und küsste ihn. SEHR!
Vielleicht als ein letzter Hilferuf. Wie ein: Ich küsse Dich und verrate Dich, bitte offenbare Dich JETZT als DER Messias.
Forderte Judas Jesus vielleicht mit seinem Verrat heraus sich endlich als der zu offenbaren, der er behauptete zu sein?!
Ging es nicht jedem der Jünger so, dass sie, obwohl jeder von ihnen die Zeichen und Wunder Jesu gesehen hatte, zweifelten, ob er wirklich der verheißene Messias war? Spätestens als Jesus am Kreuz starb?
Ich sehe Judas nicht als den Bösen. Immer wieder NICHT. Er hatte einen schwachen Moment, einen Moment des Unglaubens, genau wie jeder von den anderen, wie jeder von uns!
Doch Jesus hat ihn geliebt und ich GLAUBE, seine Liebe ist eine Liebe, die NICHT ohne Wirkung bleibt. Wenn wir Judas verdammen - der von Anfang an mit Jesus unterwegs war und in seinem engsten Kreis verkehrte -, sagen wir gleichzeitig: Jesus Liebe, SEINE Nähe, ist nicht stark genug Menschen zu verändern. Aber das ist sie!
Judas hatte die ganze Zeit schon "Geldprobleme". Er verwaltete das Geld für die Armen und stahl immer mal was (Joh 12,6) und er verriet Jesus für 30 Silberlinge an die Pharisäer. 
Doch statt sich vertrauensvoll an Jesus zu wenden, versuchte er seine Probleme selbst zu lösen, wie ICH SELBST übrigens auch immer und immer wieder;)
Aber das heißt nicht, dass ich Jesus nicht liebe, es zeigt nur, dass ich ihm in manchen Punkten nicht vertraue.

Als nun Judas, der ihn überliefert hatte, sah, daß er verurteilt wurde, gereute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück und sagte: Ich habe gesündigt, indem ich schuldloses Blut überliefert habe. Sie aber sagten: Was geht das uns an? Siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon und ging hin und erhängte sich.
Matthäus 27:3‭-‬5 ELB

Judas hatte anscheinend auch nicht damit gerechnet, dass Jesus verurteilt würde. Vielleicht dachte er, die Pharisäer nehmen ihn fest und finden sowieso nichts an ihm.
Vielleicht hatte er Jesus aus finanzieller Not verraten,  aber vielleicht hoffte er trotzdem, dass weil oder auch nur wenn Jesus GOTTES Sohn war, GOTT ihn schon retten würde.
Aber er hatte sich geirrt. Das passiert jedem von uns.
Immer und immer wieder höre ich von Predigern, dass Judas Jesus nicht erkannt hat und dass er nicht um Vergebung für seine Sünden gebeten hat und deshalb in die Hölle kommt, aber:
Als Judas sah, dass er sich geirrt hat, war er so voller Schuldgefühle, dass er sich sogar das Leben nahm.
Wenn das nicht absolute Reue zeigt?
Ich meine, er hat nicht um Vergebung gebeten, aber wie sollte er auch?
Er sah überhaupt keine Möglichkeiten mehr.
Auch Petrus, der Jesus  DREIMAL verleugnet hatte, wäre nicht an Jesus dran geblieben, wäre Jesus nach seiner Auferstehung nicht vor allen anderen erstmal zu Petrus gekommen.
Auch ihn hätte es in die Verzweiflung getrieben ohne diesen Akt der Gnade von Jesus.
ALLE haben in dem Moment, als Jesus am Kreuz hing, gezweifelt, so auch Judas!
Wenn er sich nicht umgebracht hätte, ich bin absolut sicher, Jesus wäre vielleicht sogar ihm als erstes erschienen und hätte ihn in den Arm genommen. Und JUDAS wäre der Apostel gewesen, von dem wir am meisten gelesen hätten.
Judas sollte uns einfach ein Beispiel sein NICHT AUFZUGEBEN, nichts für unverzeihlich zu halten und immer wieder zu Jesus zurück zu kehren.
Solange wir glauben, das, was Judas tat, war unverzeihlich, werden wir immer auch selbst glauben, es gibt Dinge, die GOTT nicht vergibt!
Aber so ist es nicht. SO ist GOTT nicht!

3. Was sagt die Schrift?
Auch in der Bibel selbst (nicht nur im Kopf von Doreen) gibt es Indizien, dass Judas nicht in der Hölle schmorrt:
Die Apostel selbst haben Judas nicht verurteilt. Petrus hat sein Verhalten sogar mit der "Schrift" gerechtfertigt:

Brüder, es mußte die Schrift erfüllt werden, welche der Heilige Geist durch den Mund Davids vorhergesagt hat über Judas, der denen, die Jesum griffen, ein Wegweiser geworden ist. Denn er war unter uns gezählt und hatte das Los dieses Dienstes empfangen. [...] Denn es steht im Buche der Psalmen geschrieben: "Seine Wohnung werde öde, und es sei niemand, der darin wohne", und: "Sein Aufseheramt empfange ein anderer". Es muß nun von den Männern, die mit uns gegangen sind in all der Zeit, in welcher der Herr Jesus bei uns ein-und ausging, anfangend von der Taufe Johannes' bis zu dem Tage, an welchem er von uns aufgenommen wurde, von diesen muß einer ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden.
Apostelgeschichte 1:16‭-‬17‭, ‬20‭-‬22 ELB

Petrus sagt nicht:
Judas war ein Verräter! Lasst uns jetzt jemanden aussuchen, der loyaler ist oder dem wir mehr vertrauen.
Er sagt nur: Judas war einer von uns und hatte das gleiche Los wie wir gezogen. Er war zu allem berufen, zu dem wir berufen sind, aber jetzt ist er tot. Jemand muss ihn also ersetzen.

Jesus sagt im Zuge seiner Festnahme einen  SEHR INTERESSANTEN Satz:

Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich es bin; wenn ihr nun mich suchet, so laßt diese gehen; auf daß das Wort erfüllt würde, welches er sprach: Von denen, die du mir gegeben hast, habe ich KEINEN verloren.
Johannes 18:8‭-‬9 ELB

NIRGENDS in der Bibel steht, soweit ich weiß, dass Judas für immer verloren gegangen ist. Im Gegenteil, wenn man sich die benannten Stellen anschaut, spricht einiges dafür, dass Judas eben nicht verloren gegangen ist.
Petrus sagt: "Er war unter uns gezählt." und Jesus sagt: "Keiner, den du mir gegeben hast, ist verloren gegangen."

Zum Schluss bleibt zu klären, was ist
4. Die Bedingung für Errettung ?

Und da gibt es eine einzige simple Antwort: GLAUBE.
Aber wie es um Judas' Glauben bestellt war, das sagt uns die Schrift nicht. Sie zeigt uns wohl, dass Judas Zweifel hatte, aber das gleiche sagt sie uns auch über die anderen Jünger und eben an ihrem Beispiel sehen wir, dass Zweifel niemanden für das Reich GOTTES disqualifizieren.

Entscheide selbst, ob Du Zweifel für eine  unverzeihliche Sünde hälst. Ich persönlich weiß, keine Sünde ist zu groß, als dass Jesus Blut sie nicht wegspült! Und ich wünschte sehr, auch Judas hätte das in seinem irdischen Leben noch erfahren können.
Sei's drum, ich danke unserem himmlischen Vater, dass er so voller Gnade ist, dass auch ein zweifelnder Judas die Ewigkeit in seiner Gegenwart verbringen darf. 

Vater, du bist SO gut und ich bete, dass ich und jeder, der das hier liest, stetig in der Erkenntnis Deiner Güte und Deiner Gnade wächst, auf dass dein vollkommener Friede uns mehr und mehr erfüllt und durchdringt!
In Jesu Namen, Amen.

Kommentare

  1. Beeindruckende Analyse ! Wir kennen den Glauben des Judas und seine Motive nicht ! Wir müssen auf die Heilstat Jesu vertrauen !

    Dazu fällt mir ein, dass einige frühe Christen sich auf deine Bibelstellen beriefen und dann sogar die Ansicht vertraten, dass Judas vielleicht sogar der treueste Jünger war, der für die Heilstat Jesu in den Tod ging. Denn laut den Prophezeiungen musste ja der Messias "gewaltlos überliefert" werden und sterben und so die Welt als Friedenslamm erlösen. Doch Petrus und die anderen Jünger verstanden selbst nach dem Tod Jesu nocht nicht den Sinn dieser Prophezeiungen und dachten eher an einen irdisch siegreichen Kampf des Messias. Vielleicht war also Judas der einzige, der der Schriftauslegung Jesu wirklich glaubte und seinen "Freund", den Messias im dunklen Garten ohne Kampf, Gewalt und Blutvergießen überlieferte und "tat, was er tun musste", um Jesu Friedenswerk zu vollenden ?! Vielleicht war er der, dem Jesus wirklich im Glauben vertraute ? Vielleicht war also der Judaskuss ein echter Bruderkuss ?

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    1. Hallo :) Vielen Dank für deinen Kommentar und danke für das Kompliment - Ich gebe nur weiter, was ich glaube, was Gott mir so sagt :)
      Die Theorie über Judas als den treuesten aller Jünger finde ich auch sehr interessant! Letztendlich spielt es keine allzu große Rolle, denn wie du selbst geschrieben hast : Es geht nicht um Judas, sondern allein um Jesus! In diesem Sinne, Gottes Segen! :)

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    2. „Judas unwiderruflich geliebt von Jesus !“

      Die ganze Judas-Geschichte ist im Buchstaben widersprüchlich und sehr schwer zu deuten. Aber für deine These spricht m.E. die Tatsache, dass Jesus ja seine Apostel ausdrücklich „erwählt“ hat. Und das nicht, weil sie sündenfreie, gute Menschen waren, sondern, weil er in ihnen eine Hoffnung auf das Gnadenreich Gottes spürte (Vgl. Joh 15 „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“). So spricht z.B. der ehemalige mörderische Christenverfolger Paulus davon, dass nicht er zuerst Jesus als gut erkannt hat, sondern dass Jesus ihn im Kern als gut erkannte (Gal 4,9; 1Kor13 u.a.) Man könnte fast sagen Gott/Jesus glaubte zuerst an den Menschen, ehe dann dieser erst an ihn glaubte !? Und hier stellt sich die Frage: Kann sich Jesus dann wirklich bei der Erwählung des Judas getäuscht haben ? Erkennt und erwählt Gott jemand im Kern als gut, um dann überrascht festzustellen: „Oh, der ist ja wirklich böse und verloren“ ??!

      Beim Abendmahl spielt Jesus selbst auf diesen Widerspruch an: „Ich weiß, welche ich erwählt habe. Aber es muss die Schrift erfüllt werden…“ (Joh 13,18) Und er gibt dann Judas von dem Abendmahl-Brot, um ihn als Verräter/Überbringer zu kennzeichnen. Dieser steht dann unter dem „Einfluss Satans“ auf und Jesus sagt: „Was du tust ! Das tue bald !“ (Joh 13) Die ganze Szene könnte man dem Geist nach auch als Erwählung verstehen: Jesus gibt Judas bewusst vom Brot des Lebens, dem Brot der Sündenvergebung und erwählt ihn so, ein Unrecht auszuführen, nämlich Jesus seinen Feinden als „Opferlamm zu übergeben“ und so die Schrift zu erfüllen. Im Matthäus-Evangelium frägt Judas sogar ganz verblüfft über seine Überbringer-Rolle: „Bin ich es etwa ? Worau Jesus sagt: „Du sagst es !“ Das Ganze bleibt irgendwie ein Glaubens-Mysterium. Ich bin auf diesen Gedanken mal durch ein Abendmahl-Bild von del Sarto (Florenz, San Salvi) gekommen. Er malte offensichtilich den Moment wo Jesus Judas das Brot des Abendmals reicht und diesen damit als Verräter/Überbringer kennzeichnet: Judas erscheint ganz erstaunt, dass er es ist. Gleichzeitig legt Jesus beschwichtigend seine Hand auf die Hand des Johannes, der nach dem Johannesevangelium ja als einziger in diesem Moment wusste, dass Judas der Verräter/Überbringer ist. Wohl um zu sagen: Lauf ihm nicht nach ! Versuch ihn nicht zu stoppen ! Es ist mein Wille, dass ich überliefert werde…?!

      Das Rätsel wird wohl nie zu lösen sein ! Alle Gute ! Ron

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    3. Sehr spannende Gedanken lieber Ron!
      Am Ende weiß es niemand und für uns ist es ja auch irgendwie egal... Wer Anstoss an dieser These nimmt, soll es ruhig. Wen es ermutigt, bei dem hat es genau das bewirkt, was es sollte.
      Für mich war diese "Erkenntnis" unheimlich ermutigend und zeigte mir noch einmal deutlich wie gut Gott ist und wir sehr er über den Dingen steht - und ich glaube, das ist auch die Hauptsache: Dass Gott verherrlicht wird! Er ist einfach phänomenal und so gut, dass wir es nicht begreifen können und ich persönlich liebe es, wenn er mir das wieder mal offenbart, bspw. an Judas:)
      Auch Dir Gottes Segen weiterhin und nur das Beste!
      Danke fürs teilen deiner Gedanken!:)

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