Samstag, 28. September 2013

ALPHA-Kurs VII - Wie widerstehe ich dem Bösen?

Gegen Ende nochmal ein ganz heißes Thema: Das Böse!
Hier scheiden sich sogar unter Christen die Geister. Die einen "glauben" an Satan, die anderen leugnen ihn.
Ich muss zugeben, auch ich war am Anfang eher ein Schön-Wetter-Christ. Es ist ja auch viel angenehmer sich nur auf das Gute zu konzentrieren und das Böse auszublenden. Das war schließlich schon immer meine Bewältigungsstrategie für das Leben. Aber dann kam dieses Thema im ALPHA-Kurs auf und ich hörte einige krasse Geschichten. Ich dachte an meine früher stark ausgeprägte Angst vor Übernatürlichem, vor allem im Dunkeln und als dann frisch nach meiner Bekehrung auch noch einige merkwürdige Dinge passiert sind, konnte ich die andere Seite nicht mehr ignorieren.
Ich gebe zu, das wird für Nichtchristen jetzt wahrscheinlich erstmal das abgefahrenste Thema. War es selbst für mich.
Die meisten Nichtchristen entgegnen einem Christen, wenn er versucht ihnen Gott nahe zu bringen: 
"Und wenn es diesen tollen Gott gibt, warum lässt er dann Kinder in Afrika verhungern und lässt Naturkatastrophen zu, wo tausende von Menschen sterben?"
Diese Frage ist tükisch. Nicht, weil man sie nicht beantworten könnte, sondern weil sie nicht mit einem Satz zu beantworten ist. Nicht umsonst war dieses Thema recht weit hinten im ALPHA-Kurs platziert.
Wann immer ich Antworten gab wie: "Gott gab dem Menschen einen freien Willen." wurde das verständlicherweise abgetan mit: "Ja, war ja klar. Alles Gute kommt von Gott und an den schlechten Dingen sind wir selber schuld."
Ich gebe zu, es klingt plump. Es klingt so einfach, dass man es sich ausgedacht haben muss. Aber letztendlich ist es die Wahrheit, wenn auch nur die halbe.
Mittlerweile beende ich eine Diskussion über Gott an diesem Punkt, wenn ich einen Diskussionspartner habe, der ohnehin nur kontra geben will. Wer aber tatsächlich dafür offen ist, sich die Antwort erklären zu lassen, dem würde ich wohl folgendes erzählen:
Gott gab dem Menschen einen freien Willen. Aber warum eigentlich? Mike Chance, ein wirklich toller Prediger, hat da für mich einiges Licht ins Dunkel gebracht, denn ich habe mich das ehrlich gesagt, auch immer gefragt.
Gott ist Liebe und Liebe ist Freiheit. Wenn Gott uns als Roboter geschaffen hätte, die ihm blinden Gehorsam leisten, hätte das nichts mit Liebe zu tun. Ich hole solche Sachverhalte immer gern auf unsere menschliche Ebene runter: Wenn wir unsere Kinder zwingen würden zu tun, was immer wir für richtig halten, wie könnten sie sich dann frei entwickeln und frei entfalten? Und wieviel Freude hätten wir an ihnen, wenn sie uns nur aus Zwang gehorchen würden? Ist es nicht das Tollste, wenn wir merken dass unsere Kinder unsere Werte annehmen, unsere Wege gehen unsere Ratschläge befolgen, ganz ohne dass wir sie zwingen? Und ist es nicht das, was unsere Beziehungen ausmacht? Die Freiheit?

"Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich." (1.Mose 1,26)

Wir sind das Ebenbild Gottes und ich glaube, alles was wir als Menschen in uns haben, hat Gott in perfekter Weise als Eigenschaft in sich. Wenn nun also unsere menschliche Liebe schon nur mit Freiheit funktioniert, dann MUSS notwendigerweise Gottes perfekte Liebe auch die absolute Freiheit beinhalten.
Diese Freiheit hat Gott aber nicht nur uns Menschen gegeben, auch seinen Engeln. Traurigerweise hat einer von ihnen sich gegen Gott entschieden bzw. gegen ihn rebelliert und Gott hat diesen Ungehorsam bestraft und ihn verstoßen. Ich finde, die Tatsache, dass Gott Satan an dieser Stelle nicht vernichtete, sondern ihn nur verstieß, zeugt wiedermal von Gottes Gnade und seiner grenzenlosen Liebe, aber hätte er es mal getan, denn seither treibt eben dieser sein Unwesen unter uns Menschen.

Wenn man sich anschaut, was auf der Welt so geschieht und vor allem, wenn man an Gott glaubt, dann muss einem eigentlich bewusst werden, dass es auch eine andere Seite gibt: Neid, Korruption, Mord, Vergewaltigung... ich könnte ewig weiter aufzählen. Das alles kann doch nicht von Gott kommen. Nehmen wir die Bibel beim Wort, dann ist Gott ein Gott der Liebe und die aufgezählten Dinge haben mit Liebe nichts zu tun bzw. eigentlich haben sie das indirekt schon. Sie haben etwas mit dem Fehlen von Liebe zu tun. Aber es ist nicht so, dass Gott die Menschen, die solche Dinge tun, nicht auch lieben würde, nein, vielmehr ist es so, dass uns eingeredet wird, dass wir nicht geliebt werden und diese Lüge hat gravierende Folgen. Und egal in welchem Zusammenhang und mit welchen Worten sie formuliert wird, es ist doch immer wieder dieselbe Lüge. Ich wage mal zu behaupten, was auch immer schief geht in dieser Welt, ist die Folge des Irrtums, dass Gott uns nicht liebt. Und zum Beispiel die Tatsache, dass Naturkatastrophen passieren und Gott scheinbar nichts dagegen unternimmt, soll das nur untermauern.
Ich als Christ, sage speziell an dieser Stelle: Ich gehe nicht davon aus, dass der Tod mein Ende ist. Es gibt für mich also wesentlich Schlimmeres!

Wie hätte sich nun der Teenager, der sich von allen missverstanden fühlte und Amok gelaufen ist vor dieser Lüge schützen können?
Wie hätte ein Bankräuber, der der Meinung war, Gott versorgt ihn nicht genug und er sollte sich lieber selbst absichern, sich vor dieser Lüge schützen können?
Wie hätte die Mutter, verlassen vom Mann, schwanger und voller Zweifel, ob sie dieses Kind versorgen könne mit Liebe gleichermaßen wie mit Geld, und so mit Scham behaftet, dass sie ihr Neugeborenes in eine Mülltonne warf sich vor dieser Lüge schützen können?

Ich weiß, das sind krasse Beispiele, aber ich bin der festen Überzeugung, dass das Vertrauen auf Gott sie alle hätte retten können!

Der Schutz vor dieser Lüge wird im Epheserbrief 6,11-17 beschrieben:

"Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; 
denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen]. 
Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. 
So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, 
und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft [zum Zeugnis] für das Evangelium des Friedens. 
Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, 
und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist."

Die Waffenrüstung Gottes. Ein fantastisches Bild, wie ich finde. 
Der Gürtel der Wahrheit:
Die Wahrheit ist Gottes Wort. Und Gottes Wort ist Jesus Christus: 
"Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. [...]
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit." (Johannes 1, 1.14)
Jesus selbst sagt:
" Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben!" (Johannes 14, 6)
Und was heißt das für uns? Es heißt, dass wir uns immer bewusst sein sollten, dass Jesus für uns gestorben ist. Alle unsere Sünden sind bereits vergeben, wenn wir den WEG mit Jesus gehen und ihm vertrauen. Das ist die WAHRHEIT. Durch Jesus hat Gott uns das ewige LEBEN geschenkt. Er liebt uns, er hat uns vergeben und wir werden wieder bei ihm sein!

Der Brustpanzer der Gerechtigkeit:
Es geht hier nicht darum, dass wir gerecht sein sollen, denn ein Brustpanzer dient nicht dem Angriff. Es geht hier um die Gerechtigkeit Gottes, die wir sozusagen zu unserem Schutz angezogen haben. Auch hier kommt wieder Jesus Christus ins Spiel. Er ist unsere Gerechtigkeit. Er hat alle Sünden, alle Schuld für uns auf sich genommen und wir sind durch ihn vor Gott unschuldig und gerecht!

Die Stiefel der Bereitschaft zur Verkündigung des Evangeliums:
Ich denke, das ist recht klar. Um Lügen aufzudecken, braucht es Menschen, die bereit sind, die Wahrheit zu verkünden.

Das Schild des Glaubens:
Auch das Schild dient zur Verteidigung, aber im Gegensatz zum Gürtel, dem Brustpanzer und den Stiefeln ist das nichts, was wir automatisch anhaben, sobald wir uns zu Jesus Christus bekannt haben. Das Schild des Glaubens muss gezielt eingesetzt werden. Dies lässt natürlich auch die Möglichkeit offen, dass wir den Zeitpunkt zur Verteidigung mit dem Schild verpassen, daher sollte es immer griffbereit sein. Wann immer man einen schlechten Gedanken hat, wann immer man einen schlechten Tag hat und das Gefühl, heute ist alles gegen mich, sollte man dieses Schild schnellstmöglich erheben. Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe: "Meine Gefühle können mich täuschen, aber sein Wort ist SEIN Wort und er hält es!" Wann immer ich an der Liebe Gottes zweifle, tue ich gut daran, die Bibel aufzuschlagen und mich wieder davon zu überzeugen, dass Gott mich bedingungslos liebt, mit ALLEN meinen Fehlern.
"Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. 
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde." (Johannes 3, 16-17)

Der Helm des Heils:
Der Helm ist fast der wichtigste Teil der Rüstung, denn er schützt unseren Kopf. Er schützt unseren Geist, unsere Lebensgrundlage. Ohne unseren Kopf könnten wir nichts. Nicht sehen, nicht hören, nicht reden, nicht denken - nicht leben! Und deshalb ist es wichtig unsere Gedanken, unsere Worte, unsere Blicke, unsere Ohren immer wieder zu "heilen" und zu schützen durch Jesus. Es ist wichtig unsere Gedanken zu prüfen und schlechte sofort zu verwerfen, sowohl über andere als auch über uns selbst. Wir sollten uns und andere immer mit den Augen Gottes sehen, mit den Ohren Gottes hören und vor allem sollten wir nur Worte sprechen, die uns Gott und NUR GOTT gegeben hat, dass wir sie einsetzen um andere Menschen zu ermutigen und sie zu "heilen".

Bleibt das Schwert des Geistes:
Der einzige Teil der Waffenrüstung, der dem Angriff dient. Das Schwert des Geistes ist das Wort Gottes, sowohl das Geschriebene, als auch das fleischgewordene. Aber ein Schwert führt man nicht ohne weiteres, es braucht Übung. Wir müssen lernen,es zu gebrauchen. Und am besten zeigen, kann uns das wohl derjenige, dem es gehört: Der Geist, Gottes Geist, der Heilige Geist. Ich erwähnte bereits, dass die Bibel zu lesen ohne den Heiligen Geist keinen Sinn macht. Im Gegenteil, man sieht, was dabei heraus kommt, wenn Leute ohne den Heiligen Geist versuchen das Schwert einzusetzen: Auch bestimmte Sekten behaupten, die Bibel als Grundlage für ihre Lehren zu nehmen, aber sie reißen Sätze aus dem Zusammenhang, lassen Passagen aus oder dichten etwas hinzu. Selbst Satan hat versucht Jesus selbst mit dem Wort Gottes zu versuchen:
"Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels und spricht zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: »Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt«. 
Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!«" (Matthäus 4,5-7)
Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, den Umgang mit dem Schwert zu üben bzw. im Klartext: die Bibel zu lesen. 
Wiederum ist das Schwert, weil es das Wort ist, auch Jesus Christus selbst. ER hat den Tod, die Sünde, alle Schuld bereits besiegt und das sollte uns immer klar sein. Wenn wir mit diesem Schwert angreifen, ist der Sieg bereits sicher, denn er ist schon geschehen! Das klingt irgendwie "Zurück in die Zukunft"-mäßig, aber es ist so!
Der Kreis schließt sich und es wird wieder einmal klar:
"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun." (Johannes 15,5)
Jesus ist der WEG, die WAHRHEIT und das LEBEN! Man sollte meinen, so oft wie das gesagt wird, müsste es jeder wissen, aber man kann es nicht oft genug sagen: 
Gott liebt uns und hat uns durch Jesus Christus gerettet. Er kennt alle unsere Fehler und sie sind bereits vergeben. Wir können darauf vertrauen, dass Gott uns nicht verurteilen wird. Wir sind der Laib Christi und damit gerecht vor Gott, egal was wir getan haben. Gott liebt uns, Gott sorgt für uns. Das Einzige, was wir tun müssen, und das ist das Schwierige, ist, IHM VERTRAUEN und IHM FOLGEN!
AMEN.

Freitag, 27. September 2013

ALPHA-Kurs VI - Wie führt uns Gott?

Die Hälfte des ALPHA-Kurses war schon vorbei. Aber am 6.Abend folgte eine sehr spannende Frage: Wie führt uns Gott?
Noch jetzt bin ich selber immer wieder verblüfft wie Gott das tut. Durch Menschen, durch sein Wort, durch seinen Heiligen Geist und auch durch Umstände... aber widmen wir uns zunächst der Frage, warum wir uns von Gott überhaupt führen lassen sollten?
Viele Menschen, früher auch ich, haben ein Autoritätsproblem mit Gott. Sie möchten ihr Leben nicht jemandem anderen in die Hand geben. Auch ich neige noch immer dazu, alle Dinge unter Kontrolle haben zu wollen. Aber ich muss auch zugeben, ich genieße die Befreiung durch Jesus, die Dinge nicht unter Kontrolle haben zu müssen, denn das ist unmöglich! Genau genommen gibt es soviele Dinge, die ich einfach nicht unter Kontrolle habe, dass ich schlicht und einfach daran scheitern und vielmehr noch, daran verzweifeln würde, wenn ich nach wie vor den Anspruch hätte alles in meinem Leben unter Kontrolle haben zu wollen.
Dennoch, wir Menschen wollen immer alles alleine schaffen. Und wenn es schief geht, dann suchen wir allerlei Ausreden und klagen, wenn gar nichts anderes mehr hilft, Gott an!
Aber in Psalm 32,10 heißt es:

"Wer Gottes Weisungen in den Wind schlägt, der schafft sich Not und Schmerzen. Wer jedoch dem Herrn vertraut, den wird Gottes Güte umgeben. "

Und genau das ist der Grund, warum wir uns von Gott führen lassen sollten. Gott hat einen Plan für unser Leben und zwar den BESTEN! Er ist allwissend und daher der Einzige, der auch einen Überblick über alles hat. Wie können wir auch nur annähernd wissen, was das Beste für uns ist ohne das große Ganze zu sehen?
Wenn ich von einer Landkarte nur ein kleines Puzzleteil habe, wie sollte ich jemals daraus schließen können, wie ich zum Ziel komme? Vor allem, wenn ich das Ziel nicht einmal kenne? Ohne Gottes Führung irren wir durch die Welt. Klar können wir gelegentlich durch Zufall den richtigen Weg treffen, aber wer möchte dieses Risiko freiwillig eingehen, wenn es doch einen Weg gibt, der sicher zum Ziel führt?

"Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, auf dem du wandeln sollst; ich will dir raten, mein Auge auf dich richten. " (Psalm 32,8)

Gott möchte nicht, dass wir ziellos umher irren, er möchte uns den richtigen Weg zeigen. Das heißt nicht, dass wir immer nur tolle Dinge erleben werden, oder dass uns bspw. Trauer erspart bleiben wird, aber es heißt, dass Gott immer bei uns ist und dass er uns in Wüstenzeiten Trost und Frieden spenden wird. Darauf dürfen wir vertrauen.

Wie also führt uns Gott?
Ich hatte es schon erwähnt: Durch seinen Geist, durch sein Wort, durch Menschen und durch Umstände. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber dass sind die "Führungsmedien" Gottes, die ich bisher wahrgenommen habe.
Gottes Geist, würde ich behaupten, steht über allen anderen Dingen. Er lässt mich in Form meines Gewissens erkennen, was richtig und was falsch ist; er schließt mir in Gottes Wort Verse auf, dass ich sie als Weisung für meine persönliche Situation verstehen kann; er bringt Menschen dazu, mir zu sagen, was auch immer Gott mir gerade sagen will und er lässt mich auch Umstände und Situationen erkennen, die Gott mir gesandt hat.
Gottes Führung ist eine absolut spannende Angelegenheit, wenn man sich traut ihr zu folgen. Ich denke, vielen Christen fällt es schwer, Gottes Stimme zu erkennen. Ich bspw. zweifle oft, ob bestimmte Erkenntnisse, Gedanken oder Situationen von Gott gegeben sind oder nicht, aber ich glaube, man findet das nur heraus, indem man sich darauf einlässt.
Ich hatte eine Weile lang oft Impulse von Gott, denen ich aus Angst nicht gefolgt bin: Einer Oma die Einkaufstasche tragen, für einen Mann mit Krücken beten etc. Gott gibt mir ständig Impulse, aber ich zweifle meist solange, dass die Situation dann schon vorüber ist und ich nichts gemacht habe.
Ich hab mich dann immer bei Gott entschuldigt und mich irgendwie schlecht gefühlt, bis ich begriffen habe: Gott ist nicht böse auf mich, er tut das nicht für sich, sondern für mich und er lässt mir alle Zeit, die ich brauche.
Nun, ich brauchte einige Zeit, aber mittlerweile bin ich mutiger, ich habe mehr Vertrauen auf Gott und folge Impulsen ohne Angst vor den Konsequenzen:
Letztens fuhr ich abends um 10 Uhr nach Hause und dachte an Pizza, obwohl ich nicht den geringsten Hunger hatte. Wenig später kam ich an einer Pizzeria vorbei und hatte den Impuls, dass ich da mal reingehen sollte. Ich fuhr zunächst vorbei, denn ich dachte, dass ich vielleicht nur Appetit auf eine Pizza hatte und das kein gottgegebener Impuls war. Aber ich hatte keinen Hunger, ich hatte nichtmal Geld dabei und trotzdem hatte ich das Bedürfnis in diese Pizzeria zu gehen. Also drehte ich, schon vor meiner Haustür angekommen, nochmal um und sagte: "Okay Gott, diesmal folge ich diesem Impuls. Wenn Du sagst, ich soll da hin, dann geh ich da hin." Und so stieg ich aus und näherte mich der Pizzeria. Draußen vor der Tür standen der Chef und eine Mitarbeiterin und die beiden rauchten. Sie sagten mir, ich könne ruhig hinein gehen, aber ich erwiderte, ich hätte weder Geld noch Hunger. Ihr könnt euch vorstellen wie die beiden mich auf diesen Satz hin ansahen. Ich fragte sie, ob sie Christen seien, was sie verneinten und noch besser war ihr Blick nach meinem folgenden Satz: "Ich hatte irgendwie einfach den Impuls von Gott, dass ich hier mal herkommen sollte. Keine Ahnung, warum?" Ich sah sie fragend an. Die zwei schüttelten mit dem Kopf und sagten mir damit, dass sie auch nicht wüssten, was das jetzt soll. Ich sagte okay, wünschte ihnen noch einen schönen Abend und verabschiedete mich.
Ihr werdet jetzt denken: Was für eine sinnlose Geschichte? Kein tolles Beispiel dafür, dass die Führung Gottes einen mit "Gottes Güte umgibt". O doch! Denn bisher hatte ich mich immer vor den Konsequenzen gefürchtet. Was, wenn die Leute mich für irre hielten und mich total ablehnen würden? Das war passiert, aber ich hatte meinen Frieden damit. Mehr noch, ich fühlte mich toll nach diesem Erlebnis. Es war nichts Offensichtliches passiert, aber doch eine Menge unsichtbarer Dinge. Ich war zum ersten Mal Gottes Impuls gefolgt, hatte mich zum Deppen gemacht und mich nie besser gefühlt. Und obwohl ich dort nichts weiter getan hatte und mir hinterher auch überlegte, was ich alles hätte tun können, um mit den beiden bspw. ins Gespräch zu kommen, hatte ich diesmal nicht das Gefühl versagt oder Gott enttäuscht zu haben. Ich war und bin mir immer noch sicher, Gott allein weiß, wofür diese Situation gut gewesen ist. Manchmal reicht es, dass Gott Leuten ein Zeichen gibt, dass er da ist und an sie denkt, um ihr ganzes Leben zu verändern.
Wer wüsste das besser, als ich?;)
Und deshalb rate ich Dir:
Trau Dich! Folge den positiven Impulsen in deinem Alltag! Gott segnet Dich mit seiner Güte und seinem Frieden, wenn Du ihm vertraust!
Je öfter ich Impulsen folge, desto lauter nehme ich Gottes Stimme war und desto größer wird mein Vertrauen und mein auch Selbstbewusstsein. Es ist ein Abenteuer Gott die Führung zu überlassen, aber es ist der einzige Weg in unserem Leben gute Früchte zu tragen.
Wer Gottes Stimme nicht folgt, braucht sich nicht zu wundern, dass seine Wege von Gott nicht gesegnet sind. Gott möchte so gern, dass uns alles in unserem Leben gelingt und er kennt auch den richtigen Weg, aber wenn wir unseren eigenen Weg gehen wollen, lässt uns Gott ziehen. Er lässt uns "auf die Schnauze fallen" und eines ist sicher, wir werden fallen!

"Stolz kommt vor dem Zusammenbruch, und Hochmut kommt vor dem Fall." (Sprüche 16,18)

ABER Gott lässt uns nie allein und wenn wir fallen, ist Gott der, der uns die Hand reicht um uns wieder aufzurichten!

In diesem Sinne wünsche ich euch gesegnete Wege,
AMEN.

Dienstag, 24. September 2013

ALPHA-Kurs V - Wie kann man die Bibel lesen?

Abend Nummer 5, Thema: Die Bibel - Gottes kraftvolles Wort!
Früher konnte ich mit der Bibel nichts anfangen. Ich hab versucht sie zu lesen wie jedes andere Buch - von vorn. Großer Fehler! Und da sind wir auch schon mittendrin im Thema: Wie kann man die Bibel lesen?
Zunächst einmal sollte man sich wohl mit der Aufteilung der Bibel beschäftigen. Dass sie in Altes und Neues Testament aufgeteilt ist, wissen die meisten sicher, aber was genau heißt das eigentlich? Was ist denn der Unterschied? Ganz einfach: JESUS!;) 
Das alte Testament berichtet von der Zeit vor Jesus. Es umfasst 39 Bücher, die thematisch in Geschichtsbücher (1.Mose-Ester), Lehrbücher (Hiob-Hoheslied) und prophetische Bücher (Jesaja-Maleachi) eingeteilt sind. 
Auch das neue Testament ist thematisch so eingeteilt und besteht aus 27 Büchern:
Geschichtsbücher (Matthäus-Apostelgeschichte)
Lehrbücher (Briefe)
Prophetische Bücher (Offenbarung)
Aber im neuen Testament geht es um Jesus und die Zeit nach seinem "Tod". 
Und genau hier wird deutlich, warum es bei der Bibel nicht sinnvoll ist von vorn anzufangen. Die zentrale Figur im Christentum ist Jesus und daher sollte man dort anfangen, wo man etwas über ihn erfährt, nämlich im neuen Testament. Ich persönlich habe nach einigen Empfehlungen mit dem Markusevangelium begonnen, das soll das kürzeste sein. Parallel habe ich aber immer die entsprechenden Stellen im Matthäus- und im Lukasevangelium gelesen, so dass ich quasi alle drei Evangelien auf einmal geschafft habe. Das fand ich für mich persönlich auch ganz gut. Weil gerade schwierige Stellen manchmal bei einem der anderen Apostel besser aufgeschlüsselt wurden oder verständlicher formuliert und so konnte ich alles recht gut verstehen. Nebenbei habe ich mir immer noch Interpretationen der jeweiligen Kapitel durchgelesen, das gab manchmal noch einen anderen Blick auf das Geschriebene.
Was natürlich wichtig ist, um die Bibel zu verstehen, ist (und das mag überheblich klingen), dass man Christ ist oder zumindest mit dem Gedanken spielt, einer zu werden;) Ich hatte bereits erwähnt und es steht auch so in der Bibel geschrieben, dass Gott seinen Heiligen Geist über uns ausschüttet, wenn wir uns zu Jesus bekennen und ihm alle unsere Schuld und Sünden übergeben. Nun, der Heilige Geist ist maßgeblich daran beteiligt uns Gottes Wort aufzuschließen. Ohne diesen Schlüssel bleiben es nur leere Worte.
Ich habe, als ich damals im alten Testament begann die Bibel zu lesen, eigentlich nichts verstanden und es war mir auch egal, was da so drin stand. Für mich macht das Verständnis der Bibel auch eine emotionale Komponente aus. Seit ich Gott als meinen Schöpfer und vielmehr noch meinen liebenden Vater erkannt habe, möchte ich auch etwas über ihn erfahren. Und klar kann ich beten, ich kann mir auch seine Schöpfung ansehen, aber er hat eben auch etwas für mich hinterlassen. Ein Zeugnis, ein Bericht, wie er aus, in und mit Liebe diese Welt erschaffen hat, wie er mit angesehen hat, wie Satan sie zu Grunde richtet und wie die Sünde immer mehr seiner geliebten Kinder auf ihre Seite zieht und wie er uns ein für alle Male unschuldig macht, wie er uns gerecht spricht, in dem er seinen Sohn opfert und schlussendlich ein Ausblick, wie er seine ganze Schöpfung retten wird, zumindest die, die gerettet werden wollen und wie die Welt, wie wir sie kennen, untergehen wird um wieder in ihren ursprünglichen von Gott gedachten Zustand zurückzukehren, um wieder ein Ort der Liebe in der Gegenwart Gottes zu sein.
Wenn ich daran glaube, und das tue ich, und die Bibel lese, dann muss ich zugeben: Die Bibel ist das spannendste und überwältigendste Buch, das ich jemals gelesen habe!
Aus diesem Grund lese ich im Moment jeden Tag in der Bibel und es ist faszinierend, wie Gott jeden Gedanken, dem ich am Tag so nachhing, aufgreift, mir Fragen beantwortet und mich Schritt für Schritt jeden Tag einfach ein Stück mehr zu dem Menschen macht, der ich sein soll und der ich sein will.
Oft wird empfohlen vor dem Bibellesen zu beten, dass Gott einem das Gelesene auch aufschließen möge. Ich vergess das meist im Eifer des Gefechts (die Kinder singen, reden oder schreien in ihren Betten, parallel läuft Einschlafmusik und ich liege auf meinem Bett, schalte einfach ab bzw. meine Bibel-App an und versinke langsam im Wort Gottes;)), aber bisher hat Gott noch immer zu mir gesprochen durch die Bibel. Ich halte auch trotzdem Kontakt zu ihm. Ich frag ihn, was er mir wohl sagen will, denke nach über das Gelesene und erkenne meist, was der nächste Schritt für mich oder was die Antwort auf meine Frage ist.
Am Schluss danke ich Gott, weil es mich immer wieder überwältigt wie gut er mich kennt und wie er genau weiß, welches Thema mir gerade auf der Seele liegt, selbst wenn ich es nicht einmal selber weiß. Verrückt! 

Aber so ist Gott: Allwissend, allmächtig und allgegenwärtig! 
Er kennt jeden Einzelnen von uns und vor allem LIEBT er jeden Einzelnen von uns. Und deshalb gebührt ihm alle Ehre, alle Liebe, alles Lob! Er ist nämlich ein wundervoller Gott <3!
AMEN.

ALPHA-Kurs IV - Warum und wie bete ich?

Abend Nummer 4: Warum und wie bete ich?
Diese Frage ist in der Tat vielschichtiger, als man zunächst meint. Es geht hier nicht nur darum, die Frage eines Atheisten zu beantworten, auch ich als Christ frage mich manchmal, warum ich überhaupt für irgendetwas beten soll, da Gott doch seinen eigenen Plan hat. Ich hab da für mich aber eine ganz gute Lösung gefunden, auf die ich später nochmal eingehen werde;)
Warum also generell beten?
Weil das Teil einer guten Beziehung ist! Schon auf menschlicher Ebene, wo es sozusagen um gleichgestellte Partner geht, merken wir, das Kommunikation das Wichtigste überhaupt ist. Warum sollte das in der Beziehung zu Gott anders sein? Beten heißt nichts weiter, als mit Gott zu reden. Und selbst, wenn man weiß, dass Gott unser Herz bereits kennt, tut es gut, es ihm auszuschütten.
Ich glaube, das ist für viele Menschen der Hauptgrund zu beten: Es geht ihnen schlecht, sie erzählen es Gott und bitten um Hilfe. Und selbst Atheisten neigen in Extremsituationen dazu um Hilfe zu "beten". Aber die Kommunikation mit Gott auf Anklagen und Bitten zu beschränken wäre traurig.
Ich meine, Gott möchte, dass wir uns mit unseren Sorgen an ihn wenden:

"Alle eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch.", 

heißt es im 1.Petrus 5,7 und solch ein Gebet kann auch durchaus befreiende Wirkung haben, aber ich persönlich spreche am liebsten Dankgebete. Es ist so wunderbar, was Gott mir und allen Menschen auf dieser Welt geschenkt hat, wie könnte man Gott eigentlich nicht pausenlos danken?! Und die Erfüllung, die man spürt, wenn man sich bewusst macht, wofür man alles dankbar sein kann, ist unglaublich.
Wenn man immer nur jammert, vergisst man schnell die schönen Dinge und konzentriert sich nur noch auf die schlechten. Wenn man erst einmal damit angefangen hat, ist es auch schwer, da wieder rauszukommen. Ich war noch nie so. Ich fand es immer besser, mich auf die positiven Aspekte zu besinnen und jedes Mal, wenn ich das jetzt tue - und ich tue es noch viel zu selten! -, danke ich Gott dafür! Ich danke ihm, wenn ich aufwache und die Sonne scheint und ich danke ihm, wenn ich aufwache und es regnet, weil Regen ein Segen für die Natur ist und weil mein Sohn es liebt, in Pfützen zu hüpfen:)
Arne Elsen, ein christlicher Arzt aus Hamburg, verteilt an seine Patienten "Gebetswecker". Das sind im Grunde nur Pieper, die regelmäßig aller 10 Minuten piepen und einen daran erinnern sollen Gott zu danken. Alle 10 Minuten! Ich hab das mal 2 Tage probiert und abgesehen davon, dass erstaunliche Dinge passiert sind, hatte ich an diesen 2 Tagen auch ein sehr erfülltes Lebensgefühl, denn wenn man sich den ganzen Tag, egal in welcher Situation, bewusst macht, wofür man so dankbar sein kann, wie könnte man da auch nur annähernd schlechte Laune bekommen?
Gebet dient auch der bloßen Anbetung Gottes. Nicht, dass Gott das für sein Ego bräuchte, aber Gott einfach zu sagen, wie wundervoll er ist, wie groß und wieviel es uns bedeutet, dass er uns bedingungslos liebt, kann nicht verkehrt sein;)

Aber wie genau betet man denn nun?
Jesus hat uns da ein paar Tipps gegeben:

"5 Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn sie stellen sich gern in den Synagogen und an den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen. 

6 Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten. 
7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. 
8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. 
9 Deshalb sollt ihr auf diese Weise beten: 
Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. 
10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. 
11 Gib uns heute unser tägliches Brot. 
12 Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. 
13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen. 
14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. 
15 Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben." (Matthäus 6, 5-15)

Das Vaterunser ist ein wirklich kraftvolles Gebet, wenn man es nicht einfach nur so dahin sagt. Wir nennen Gott unseren Vater und sprechen ihm alles zu, was wir damit verbinden: Dass er uns als Vorbild dient, dass wir uns seiner bedingungslosen Liebe bewusst sind, dass wir uns wünschen, dass sein Wille geschieht, weil er das Beste für uns will und auch weiß, was das Beste für uns ist. Wir bitten ihn uns zu versorgen und alle Schuld und Sorgen von uns zu nehmen, so wie auch wir versuchen Schuld und Sorgen unseren Mitmenschen zu vergeben bzw. sie von ihnen zu nehmen. Und wir bitten ihn, alles Böse von uns fern zu halten, denn nur er kann das. Denn ihm gehört einfach alles und er besitzt die absolute Allmacht und alle Schönheit, alle Herrlichkeit gehört ihm und ist von ihm gemacht und zwar für und bis in alle Ewigkeit. Wie krass das ist, wenn man sich das bewusst macht. Ich krieg immer eine Gänsehaut bei "Dein ist das Reich und die KRAFT und die Herlichkeit in Ewigkeit." WOW!
Abgeschlossen wird das Gebet mit einem AMEN, was für mich immer ist, wie eine Briefmarke. Nicht, dass ein Gebet ohne Amen nicht ankommt, aber die Briefmarke auf einem Brief macht den Brief unumstößlich. Man kann nichts mehr zurücknehmen, wenn er erst frankiert auf dem Weg ist und so gibt man mit dem AMEN einfach nochmal sein JA! für alles Gesagte.

Wie sieht nun mein persönliches Gebet aus, wenn Gott doch weiß, was ich benötige, bevor ich es erbitte?
Ich erbitte eigentlich keine materiellen Dinge von Gott für mich. Ich denke, Gott hat einen guten, nein, den besten Plan für mein Leben und worum ich ihn in den unterschiedlichsten Situationen bitte, ist, mir zu offenbaren, was sein Wille ist. Mir den richtigen Weg zu zeigen und zwar so, dass ich es auch verstehe. Vor dem Bibellesen bete ich meist, vor allem dann, wenn mich eine Frage beschäftigt, dass Gott mir mithilfe seines Heiligen Geistes Erkenntnisse schenken möge, die mich weiterbringen.
Wenn ich ratlos bin oder in einer Sackgasse stecke, bitte ich Gott mir zu sagen, welchen Weg ich gehen soll. Klüger wäre natürlich, vorher zu fragen, um gar nicht erst in einem Sackgasse zu geraten, aber die Beziehung zu Gott und das Leben mit und Leben wie Jesus ist ein langer Weg und ich hab gerade meine ersten Schritte gemacht;)

Eigentlich ist es ziemlich egal, wie man betet. Ich hab festgestellt, das Wichtigste ist, mit dem Herzen dabei zu sein. Ein halbherziges Gebet nimmt man selber nicht ernst, also warum sollte Gott es tun? Er kennt unser Herz und wenn wir ihn von Herzen um etwas bitten, wird er es uns geben. Kein Gebet bleibt unbeantwortet:

"Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan!" (Matthäus 7,7)

Vielleicht hatte der eine oder andere schon mal das Gefühl, ein Gebet wurde nicht erhört. Ich bin noch nicht lange Christ, aber ich denke und berufe mich da auch auf den ALPHA-Kurs, dass Gott natürlich nur Gebete erhört, die in seinem Sinne sind. D.h. sie müssen in seinen Plan für Dein Leben passen und dürfen dabei auch für andere keine Nachteile bringen. Gott ist gut, er ist der Beste, er ist die Liebe selbst und er liebt alle Menschen, deswegen muss er auch allen Menschen gerecht werden, auch wenn man dadurch manchmal kurz das Gefühl hat, Gott kümmert sich nicht um einen.
Er kümmert sich um Dich, mehr als Du Dir vorstellen kannst, aber manchmal verstehst Du das nicht gleich;)

In diesem Sinne bete ich dafür, dass Gott jeden einzelnen von euch segnen möge! AMEN:)



Dienstag, 10. September 2013

ALPHA-Kurs III - Was kann uns Gewissheit im Glauben geben?

Keine Atempause. Von Woche zu Woche wurde es spannender im ALPHA-Kurs. Man mag meinem, nachdem ich nun vollends überzeugt war, dass Gott und Jesus keine Hirngespinste waren, hätte der Rest des ALPHA-Kurses für mich keinen Wert mehr, aber weit gefehlt. Zweifel gehören wahrscheinlich selbst bei den frommesten Christen dazu und so ist es doch gut, sich mit der Frage zu beschäftigen, woher ich weiß, dass ich an die Wahrheit glaube?
Für mich ist das deutlichste Zeichen dafür die Ausschüttung des Heiligen Geistes. Jesus sagt:

"Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen." (Apostelgeschichte 2,38)

Der Heilige Geist verändert einen und zwar nicht unwesentlich.
Ich zum Beispiel hab früher schon das eine oder andere Mal versucht die Bibel zu lesen - ohne Erfolg. Es war mit Abstand das Langweiligste und vor allem demotivierendste weil längste Buch, das ich jemals gelesen habe. Generell kann man sagen, dass ich eigentlich nicht besonders gerne lese. Aber der Heilige Geist hat das verändert. Jede freie Minute, die ich momentan habe, verbringe ich im Wort Gottes und es ist so spannend. Wenn aus diesem "von Menschen ausgedachten Buch" (die Meinung eines Nichtchristen) plötzlich die Wahrheit spricht, wenn ich darin plötzlich meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geschrieben sehe, wie könnte ich nicht eine regelrechte Sucht entwickeln, es zu lesen? Es ist für Gott auch die einfachste und unmissverständlichste Form mit mir zu kommunizieren. Wieviele meiner Gedanken, wieviele meiner Sorgen hat Gott schon aufgegriffen, während ich in der Bibel las und mich weitergebracht bzw. mir Fragen beantwortet. Die Frage, ob ich als Christ in der Bibel lesen muss, stellt sich gar nicht mehr, denn ich will es einfach. Und ich glaube auch jedes Wort, das dort steht. Wie könnte ich nicht, da ich doch Jesus als meinen Erlöser angenommen habe und gerade das alte Testament zu einem Großteil aus Prophezeihungen des Messias besteht, die sich mit Jesus alle bewahrheitet haben.
Aber das ist nicht die einzige Veränderung: Der Gott, an den ich vorher glaubte, hatte mein Leben schon vorherbestimmt und gelegentlich dankte ich ihm für seine schützende Hand über mir, kam mir aber in Anbetracht des Leides in der Welt doch recht belanglos vor. Aber der Gott, den ich jetzt sehe, fühle und erlebe, lässt mir alle Freiheiten und ich kann ihm einfach Vertrauen. Er hat seinen Sohn, sein bestes und demütigstes Kind für MICH geopfert und er möchte, dass ich jede noch so kleine belanglose Sorge auf ihn werfe, damit er für mich sorgen kann (vgl. 1.Petrus 5,7) und ich liebe ihn, weil er eine stabile Größe in meinem Leben ist. Was auch gewesen ist, er war da und ich weiß, was auch kommt, er ist da. Was ich auch tue, er bleibt da für immer! Solange ich auf ihn vertraue, wird er mich leiten und selbst, wenn ich ihn verliere, dann weiß ich, er wird mich suchen!

"Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eines von ihnen verliert, läßt nicht die neunundneunzig in der Wildnis und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es auf seine Schulter mit Freuden; und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war! " (Lukas 15,4-6)

Ich erwähnte bereits, dass ich Jesus Sorgen anvertrauen kann und er nimmt sie von meinen Schultern. Auch das gibt mir Gewissheit die Wahrheit zu glauben. Vor kurzem habe ich festgestellt, dass ich plötzlich von einer Person positiv geredet habe, über die ich zuvor nie ein positives Wort verloren habe ohne der Sache einen ironischen Unterton zu geben, weil sie mich mal tief verletzt hatte. Ich dachte, ich hätte das verziehen, aber die Wunde war doch tiefer als gedacht. Und plötzlich stellte ich fest, dass diese Wunde verheilt ist. Was ich aus eigener Kraft seit Jahren nicht geschafft habe, hat Gott ohne auch nur ein Gebet von mir einfach geheilt. WOW! Wie großartig, wie wundervoll, wie real ist ein Gott, der sowas kann?
Gott weicht mein Herz auf und bringt es wieder in seinen ursprünglichen von ihm geschaffenen Zustand. Mir sind die Menschen nicht mehr egal. Es gab eine Zeit, da hab ich mich echt verausgabt, Menschen zu helfen, Menschen zu motivieren, Menschen aufzubauen. Aber ich habe gemerkt, dass das nicht bei allen fruchtet und dass es mich unheimlich viel Kraft kostet, also hab ich damit aufgehört und mich nur noch mit Menschen umgeben, denen es gut ging. Aber wie hartherzig ist das denn? Wir Menschen sitzen doch alle im gleichen Boot. Wir versuchen irgendwie unser Leben zu meistern, glücklich zu werden, einen Sinn in unserem Leben zu finden. Wahrscheinlich war ich einfach zuviel mit mir beschäftigt und wie ich bereits erwähnte, ohne Jesus kann ich nichts. Kein Wunder, dass ich nicht die Kraft aufbringen konnte, zu helfen, aber jetzt kann ich das. Denn ich habe jetzt die Kraft hinter mir stehen, die das Universum erschaffen hat, die stärkste Macht dieser Welt, die Liebe selbst! Und jetzt entdecke ich auch wieder mein Mitgefühl, denn ich kann die Sorgen anderer jetzt mittragen, weil ich sie nicht alleine trage. Im Gegenteil, ich trage sie gar nicht.
Und deshalb liebe ich meinen Gott! Er wirkt am stärksten in mir, wenn ich mich am schwächsten fühle. Und deshalb gebührt ihm alle Ehre und alles Lob dieser Welt. Deshalb steh ich plötzlich auch mit erhobenen Armen in der Kirche und heul fast vor Dankbarkeit. Wie groß ist dieser Gott? Wie stark! Unbeschreiblich!
Und das alles gibt mir Gewissheit! Und wenn ich an ihm zweifel, an seiner Liebe, an seinen Motiven, dann les ich die Bibel. Denn das ist sein Wort! Meine Gefühle können mich täuschen, aber sein Wort ist SEIN Wort und er hält es!

"Christus spricht: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen." (Johannes 8,31-32)

AMEN!

Montag, 9. September 2013

ALPHA-Kurs II - Warum starb Jesus?

WOOH! Der zweite ALPHA-Abend hatte es echt in sich. Warum starb Jesus? Die meisten von uns Wissen das: Er starb für unsere Sünden. Aber was genau soll das eigentlich bedeuten? 
Ich meine, dass Jesus der Sohn Gottes ist und dass er allerlei Wunder vollbracht hat, das konnte ich ja langsam halbwegs glauben, zwar eher aus dem Ausschlussprinzip heraus als aus tiefer Überzeugung, aber immerhin. Aber an der Geschichte mit der Auferstehung hatte ich echt zu knabbern.
Bei der Frage "Warum starb Jesus?" galt es allerdings nicht nur zu klären, ob Jesus wirklich auferstanden war, sondern vor allem, was Sünde oder Schuld ist und warum Gott Jesus brauchte, um sie für uns zu besiegen, wo er doch angeblich allmächtig ist?

Ich nehm's schonmal vorweg: Diese Frage war quasi die letzte Bastion meines Unglaubens. Als die geklärt und mir jedes Detail eingeleuchtet war, war plötzlich alles klar. Jede einzelne Frage, die ich hatte, als ich im Dezember an den Pfarrer geschrieben hatte, war mit einem Schlag geklärt. 
Aber fangen wir von vorne an. Diese Frage beginnt eigentlich mit einer Geschichte: Die Geschichte vom verlorenen Sohn. Viele kennen sie wahrscheinlich, falls Du es nicht tust, hier ist sie nochmal:

"Ein Mensch hatte zwei Söhne. 

Und der jüngere von ihnen sprach zum Vater: Gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt, Vater! Und er teilte ihnen das Gut.

Und nicht lange danach packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land, und dort verschleuderte er sein Vermögen mit ausschweifendem Leben.

Nachdem er aber alles aufgebraucht hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und auch er fing an, Mangel zu leiden.
Da ging er hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seine Äcker, die Schweine zu hüten.
Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten2, welche die Schweine fraßen; und niemand gab sie ihm.
Er kam aber zu sich selbst und sprach: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluß, ich aber verderbe vor Hunger!
Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir,
und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!
Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen; und er lief, fiel ihm um den Hals und küßte ihn.
Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen!
Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt das beste Festgewand her und zieht es ihm an, und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an die Füße;
und bringt das gemästete Kalb her und schlachtet es; und laßt uns essen und fröhlich sein!
Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; und er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein." (Lukas 15,11-24)

Jesus erzählt dieses Gleichnis seinen Jüngern um ihnen die Liebe Gottes vor Augen zu führen. Gott ist der Vater und jeder Einzelne von uns der verlorene Sohn. Jeder von uns hat den freien Willen sich für oder gegen ein Leben mit Gott zu entscheiden, aber sich gegen ein Leben mit Gott zu entscheiden, heißt gleichzeitig sich für ein Leben in Sünde zu entscheiden. Das klingt erstmal hart. Der Begriff "Sünde" ist auch ganz schön vorbelastet. Ein Leben in Sünde, das klingt so, als ob man nur rumhurt, besoffen ist, Leute umbringt und was weiß ich, was?! Aber eigentlich drückt der Begriff Sünde hier nur "Gottesferne", also ein Leben fern von Gott aus.
Gott hatte sich für uns Menschen ein tolles Leben ausgedacht. Ein Leben in seiner Gegenwart, ein Leben in Liebe und Gerechtigkeit. So, wie sich ein Vater ein schönes Leben für seinen Sohn wünscht. Aber wie der Sohn in der Geschichte, dachten und denken wir Menschen, wir können es auch ohne Gott schaffen. Das Ergebnis sehen wir jeden Tag in den Nachrichten und spüren es selbst, jedes Mal, wenn wir von jemandem verletzt werden, der uns angeblich liebt und jedes Mal, wenn wir ein schlechtes Gewissen haben, weil wir selbst jemanden verletzt haben, den wir angeblich lieben.
Gott hat sich das lange mit angesehen. Hat sich mit angesehen, wie früher Lamm um Lamm geopfert wurde um wieder gut zu machen, was jemand verbockt hatte und doch hat sich nichts geändert. Die Menschen haben nichts gelernt, haben Gottes Regeln missachtet und sich somit gegen ihn aufgelehnt. Dabei möchte uns Gott mit seinen "Regeln" nicht einschränken, er möchte uns befreien.
Als der Begriff Sünde im ALPHA-Kurs diskutiert wurde, sagte jemand, er verstehe unter Sünde die Nichteinhaltung der 10 Gebote. Mmh. Die 10 Gebote. Daran hängen sich Nichtchristen ja auch gern auf:D Wir Menschen wollen doch frei und ungezwungen sein, wir wollen nicht, dass uns jemand sagt, was wir zu tun und was wir zu lassen haben. Und dann sagte der Pfarrer, man solle doch die 10 Gebote nicht als Verbote verstehen, sondern das Ganze umformulieren.
Statt "Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Haus." - "Du brauchst nicht begehren Deines Nächsten Haus, denn es wird Dich nie glücklich machen immer nach dem zu Streben, was Du nicht hast."
Statt "Du sollst nicht ehebrechen." - "Du brauchst nicht ehebrechen, denn es wird Dich und Deinen Partner unglücklich machen."
Statt "Du sollst nicht töten." - "Du brauchst nicht töten, denn das wird Dein Gewissen in einem Maße belasten, dass Du niemals wieder glücklich leben kannst."
WOW. Das hatte bei mir echt gesessen, denn zugegeben, ich hatte schon ein kleines Autoritätsproblem mit Gott. Aber er will mir gar nichts vorschreiben und mir beweisen wie groß er ist und wie klein ich. Nein, er will mir, wie es ein Vater bei seinem Sohn möchte, nur Leid ersparen. Er möchte, dass ich glücklich und reinen Gewissens leben kann.
Tja, nur das tun wir Menschen eben nicht. Wir lügen mal hier, klauen mal dort, gehen da mal fremd, missgönnen wieder woanders mal jemandem sein Glück und so häufen sich im Laufen unseres Lebens allerei kleine "Sünden" an. Am Ende fühlen wir uns wie der verlorene Sohn, am Boden und alles was wir wollen, ist zurück in die Arme des Vaters. Und Gott ist der liebende Vater aus der Geschichte. Er nimmt uns einfach zurück. Ganz gleich, was wir getan haben, er liebt uns und freut sich auf den Tag, da wir uns wieder zu ihm bekehren.
Und genau an dieser Stelle drängte sich mir eine Frage auf:
Wenn Gott so ein liebender Vater ist und wir jederzeit zurück in seine Arme können, wozu brauchte er dann Jesus? Warum musste Jesus zur Vergebung all unserer Sünden herhalten, wenn Gott doch allmächtig ist und einfach sagen könnte: Ist gut.
Die Antwort, die ich bekam, war absolut nicht zufriedenstellend für mich: Schuld braucht immer Sühne. Wenn ich beispielsweise über eine rote Ampel fahre und von der Polizei erwischt werde, zahle ich eine Strafe und dann ist alles wieder gut. Und genauso sei das auch mit Gott. Früher brachten die Menschen Tieropfer, aber irgendwann reichte das nicht mehr und Gott wollte die Schuldfrage ein für alle Male klären. So, als ob die Polizei sagen würde "Damit jetzt alle frei von ihrer Schuld sind, zahlen wir hier schonmal im Voraus alle Strafzettel." Das würde mir bei der Polizei auch einleuchten, aber es ging hier um Gott! Er sagt "Es werde Licht." und es wird Licht, aber er kann nicht sagen "Es sei Dir vergeben." und es ist mir vergeben?
Ich grübelte die ganze Nacht. Ich dachte nochmal über dieses Gleichnis vom verlorenen Sohn nach und PLÖTZLICH leuchtete es mir ein.
Ich hatte die ganze Zeit verkehrt herum gedacht: Ich dachte, Gott brauchte Jesus um uns zu vergeben und das konnte ich aufgrund seiner angeblichen Allmacht einfach nicht verstehen. Tatsächlich brauchte aber nicht Gott Jesus, sondern WIR! Ich dachte daran, wie das wohl für den Sohn wäre, zurück zu seinem Vater zu kommen. Die Liebe des Vaters war bedingungslos, aber der Sohn hatte sie mit Füßen getreten. Der Vater hat ihm das in dem Moment verziehen, als er wiederkam, aber wie muss der Sohn sich geschämt haben? Und alle Vergebung dieser Welt kann die Scham des Sohnes nicht wegnehmen. Wenn ich jemandem etwas Fieses antue und er mir anschließend verzeiht, ändert das zwar was an unserem Verhältnis, aber nichts an meinem schlechten Gewissen. 
Und deswegen braucht Schuld immer Sühne. Wir brauchen einen Ausgleich um unser Gewissen zu erleichtern. Und um unser Gewissen Gott gegenüber ein für alle Male zu erleichtern, dass wir uns trauen überhaupt vor ihn zu treten, dafür schickte er Jesus, seinen Sohn, frei von jeder Sünde um alle Schuld der Welt auf sich zu nehmen und ein für alle Mal zu sühnen.
Und genau das ist der Grund, warum wir auch NUR durch den Glauben an Jesus zu Gott zurückkehren können. Wir müssen davon überzeugt sein, dass Gott uns verzeiht, wir müssen frei von Scham sein um ein freies Leben in der Gegenwart Gottes leben zu können. Deshalb wurden Adam und Eva auch aus dem Paradies geschmissen. Sie schämten sich plötzlich vor Gott und das war der Anfang vom Ende. Denn Scham belastet unser Gewissen und was passiert, wenn uns etwas belastet? Wir verdrängen es. Und mit Verdrängung stumpfen wir ab und können nicht mehr frei lieben. Aber Gott ist Liebe und Gott ist Gerechtigkeit und reine Liebe und Hass bzw. abgestumpfte Liebe können nicht miteinander existieren. Deshalb können wir ohne Jesus nicht zurück in die Gegenwart Gottes.
Aber die gute Nachricht ist: JESUS hat uns alle gerettet. Und wir können wieder in die Gegenwart Gottes kommen, indem wir einfach nur daran glauben. Jesus nimmt alle Schuld, alle Sorgen, alle Zweifel von uns weg und zwar nicht erst, wenn wir vor Gott stehen, sondern er tut es schon jetzt. Das klingt fast zu einfach um wahr zu sein, aber ich kann das nur bestätigen und jedem nur empfehlen, es mal zu versuchen. Wenn mich Dinge wirklich belasten, Dinge, die ich aus eigener Kraft nicht vermag zu ändern und für die ich augenblicklich keine Lösung habe, gebe ich sie im Gebet in die Hände Jesu' und fertig. Ich bin eigentlich jemand, der dazu neigt, zuviel über Dinge nachzudenken und das belastet mich für gewöhnlich auch enorm, aber seit ich Jesus in meinem Leben habe, ist das nicht mehr so. Es "kostet" mich nur ein von Herzen gesprochenes Gebet und was auch immer auf mir lastete, ist verflogen. Es ist auch nicht verdrängt und kommt gelegentlich hoch, es ist einfach weg und belastet mich nicht mehr. Seit ich Jesus mein Leben übergeben habe, kann ich die Dinge viel nüchterner betrachten und manche Dinge, die mich früher aufgeregt oder unheimlich geärgert hätten, heben mich heute nichtmal mehr in der Sekunde, in der sie passieren, an.
Gott schenkt uns durch Jesus inneren Frieden und Du weißt nicht, wieviel das wert ist, wenn Du diesen inneren Frieden nicht kennst.
Das ist das, was ich meinte, als ich am Anfang schrieb, dass mein Leben ohne Jesus gut, aber nichts wert war. Denn was nützt ein gutes Leben, wenn man es nicht ruhigen Gewissens genießen kann?

"Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. " (Johannes 3,16-17)

AMEN!:)

Sonntag, 8. September 2013

ALPHA-Kurs I - Wer ist Jesus?

10.April 2013 - Endlich. Der erste Abend des ALPHA-Kurses. 

Das Thema: Wer ist Jesus?
Ui...das klang ja schonmal gut, das war schließlich genau die Frage, die ich auch hatte. Bevor man  allerdings zu Jesus kommt, sollte man sich vielleicht erst einmal mit Gott auseinandersetzen, denke ich.

Aber warum sich überhaupt auf die Suche nach Gott oder dem Sinn des Lebens begeben? Ganz einfach: Wenn das Leben KEIN ZUFALL ist, dann muss es einen Sinn haben! Und wenn es einen Sinn hat, dann täte man gut daran ihn in Erfahrung zu bringen:D

Für mich war schon immer klar, dass das Leben kein Zufall sein kann. Zu systematisch ist diese Welt. Mich hat diese Frage auch schon immer beschäftigt, das war letztlich für mich auch der Grund Philosophie zu studieren. Eine meiner Lieblingsteildisziplinen in der Philosophie war Wissenschaftstheorie. Und ich erinnere mich noch genau an ein Seminar, in dem erläutert wurde auf welchen Prinzipien die Wissenschaft bzw. die Logik basiert: Induktion und Deduktion. Ich will da jetzt gar nicht so genau drauf eingehen, sondern das ganze nur kurz mit zwei Beispielen aufzeigen:

Induktion heißt von mehreren speziellen Beobachtungen oder Fakten auf allgemein gültige Aussagen zu schließen, bspw.:
Sokrates ist ein Mensch. Sokrates ist sterblich. Das heißt: Alle Menschen sind sterblich.

Deduktion geht genau anders herum vor, bspw.:
Alle Menschen sind sterblich. Sokrates ist ein Mensch. Das heißt: Sokrates ist sterblich.

Und genau so funktioniert Wissenschaft. Die meisten Naturgesetze basieren auf dem Prinzip der Induktion. Dinge, die oft beobachtet wurden, werden irgendwann als Gesetzmäßigkeit angenommen. Und das Interessante daran ist, genau mit dieser Vorgehensweise beweist die Wissenschaft für mich die Existenz von Gott. 
Letztendlich gibt es ja, was die Welt angeht, nur zwei Möglichkeiten:
Entweder ist alles ZUFALL oder alles ist ABSICHT. Das Witzige dabei ist, dass die meisten Menschen, die angeblich daran glauben, dass alles Zufall ist, in Wahrheit doch unbewusst glauben, dass alles Absicht ist. Denn wir glauben doch, dass es fest steht, dass sich die Erde um sich selbst und um die Sonne dreht. Und wir haben auch keinen Zweifel daran, dass das morgen noch immer so sein wird. Und doch, obwohl wir diese Gesetzmäßigkeit als gegeben annehmen und ich Milliarden andere Beispiele nennen könnte, bei denen wir davon ausgehen, dass es so ist und immer so sein wird, glauben einige von uns an Zufall. 
Nun, für mich sind alle wissenschaftlichen Erkenntnisse nur der Beweis dafür, dass alles auf der Welt Absicht ist, denn wie sonst könnte alles, was heute gilt, morgen auch wieder gelten? Und übermorgen auch und am Tag danach und am Tag danach...
Sagen wir also, es ist alles Absicht, dann stellt sich die Frage, wessen Absicht? Und die meisten Menschen, die nicht an Zufall glauben, sagen es ist die Absicht Gottes.

Aber wer ist Gott? 
Welcher Gott ist der richtige? 
Muss ich mich erst mit allen Religionen dieser Welt auseinandersetzen, um das heraus zu finden?
Muss ich überhaupt einer Religion angehören?

Auch das waren Fragen, die ich mir stellte und ich dachte: Ja, vermutlich muss ich mich wohl mal mit allen Religionen auseinander setzen. Glücklicherweise fing ich mit der richtigen an;) Woher ich weiß, dass es die Richtige war, wird sich hoffentlich im Laufe der nächsten Posts auch für Dich erschließen.

Wer ist nun also dieser Jesus?
Es heißt, er war bzw. ist der Sohn Gottes. 
Was für mich zunächst schon fest stand, war, dass Jesus eine historisch belegte Person war. Die Existenz eines Mannes namens Jesus zweifelte ich nie an. Das wäre auch albern. Für die Existenz von Iulius Caesar gibt es nicht annähernd soviele Quellen, wie für die von Jesus.
Aber Sohn Gottes? Ist das nicht ein wenig anmaßend? War er nicht vielleicht einfach ein ziemlich charismatischer Typ, dem allerlei Wunder angedichtet wurden? Und der im Nachhinein von Erzählung zu Erzählung immer mehr in den Himmel gelobt wurde?
Das glaube ich schon allein deshalb nicht, weil es auf dieser Welt etwa 2 Milliarden Menschen gibt, die glauben, dass er all diese Wunder tatsächlich vollbracht hat. Wie kann das sein? Wurde schon in der Vergangenheit gelogen und darauf basiert heute der christliche Glauben? Haben die Jünger sich das alles ausgedacht? Die Frage stellt sich: Warum??? Sie konnten kaum wissen, wie sich das ganze entwickelt. Ich hatte kurz den Gedanken, das alles könnte eine riesige Verschwörung sein, aber zu welchem Zweck? Die Botschaft von Jesus Christus ist durchweg positiv. Sie zwingt niemanden irgendetwas zu tun, es geht allein darum zu verkünden, dass Gott uns liebt. Und wenn man sich die Evangelien am Anfang des neuen Testaments mal anschaut, dann merkt man schnell, dass selbst die Jünger bis zur Auferstehung Jesu`nicht wirklich gepeilt haben, wer er eigentlich war. Und doch - und das ist für mich der Punkt, der mich überzeugt, dass das alles weder gelogen, noch unabsichtlich ausgedacht bzw. hochgepusht ist - ist fast jeder der Jünger für seine Überzeugung, dass Jesus Christus der Sohn Gottes und damit unser Erlöser und Retter war, gestorben.
Die Frage ist: Würde irgendjemand von uns für seine Überzeugung sterben? Ich für meinen Teil kann diese Frage mit NEIN beantworten. Ich würde nicht für eine Überzeugung sterben. Denn das Wort "Überzeugung" lässt für mich die Möglichkeit des Irrtums offen. Wofür ich aber eventuell bereit wäre zu sterben, das ist die WAHRHEIT. Nicht prinzipiell, ich sag mal, ich würde nicht dafür sterben Recht zu haben, denn was nützt mir das, wenn ich tot bin? Aber wenn ich weiß, dass der Tod nicht das Ende ist, wenn ich weiß, dass ich NUR daran glauben muss, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, damit ich nach meinem Tod gerecht vor Gott stehen kann, und dass, wenn ich nicht an Jesus glauben und ihn verleugnen würde, das für mich das Ende bedeuten würde, dann würde ich, wenn es hieße: "Verleugne Jesus und glaube und diene einem anderen 'Gott' oder Du stirbst!" mich für Jesus entscheiden, denn was macht das schon, wenn ich zwar für diese Welt tot, aber dafür bei Gott bin? Das ist schließlich ohnehin das, was ich anstrebe: Mein ewiges Leben bei Gott!
Und dass die Jünger so von Jesus unserem Erlöser überzeugt waren, das überzeugte auch mich, mal ganz abgesehen von dem bereits erwähnten Zeichen, das mir Gott bezüglich der Frage nach Jesus gegeben hatte.

"Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen. Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." (Matthäus 3,13-17)

AMEN!;)

Was bitte ist ein ALPHA-Kurs?

Zunächst mag sich der eine oder andere fragen: Was bitte ist ein ALPHA-Kurs?
Nun, in meiner Gemeinde steht auf dem Flyer: "Eine Gelegenheit den Sinn des Lebens kennenzulernen - Zehn Abende und ein Samstag". Das klingt zunächst anmaßend, hat aber für mich genau diesen Zweck erfüllt. Der ALPHA-Kurs ist ein kostenloser Glaubenskurs und vermittelt die grundlegenden Inhalte des christlichen Glaubens und Lebens. Er wurde ursprünglich in London "erfunden" von einem Pastor namens Nicky Gumbel, aber heutzutage findet er weltweit in vielen Gemeinden verschiedenster Konfessionen statt.
Er behandelt im Wesentlichen folgende Themen:

Wer ist Jesus?
Warum starb Jesus?
Was kann uns Gewissheit im Glauben geben?
Warum und wie bete ich?
Wie kann man die Bibel lesen?
Wie führt uns Gott?
Wie widerstehe ich dem Bösen?
Wer ist der Heilige Geist? Was bewirkt der Heilige Geist? Wie werde ich mit dem Heiligen Geist erfüllt?
Heilt Gott heute noch Krankheiten?
Welchen Stellenwert hat die Kirche?

ALPHA, das steht für:
Alle Neugierigen und Interessierten
Lachen und Lernen
Pizza und Pastete
Hilfen und Informationen
Absolut keine Tabus

Und so wird der ALPHA-Kurs in einen gemütlichen Abend verpackt, der damit beginnt, zusammen zu essen. Und allein das Essen in meinem ALPHA-Kurs war es wert 10 Wochen lang jeden Mittwoch wieder dort zu erscheinen;). Nach dem Essen wurde kurz gesungen und anschließend gab es einen Vortrag über eines der vorhin genannten Themen, nach dem Vortrag eine kurze Pause und dann haben wir in Gruppen von 8-10 Leuten das Thema, sämtlichen Fragen und alles, was uns so einfiel, diskutiert. 
Ich muss sagen, ich hab diese 10 Wochen sehr genossen. Zunächst einmal ist man ja bei sowas skeptisch: Versuchen die jetzt mich zu bekehren? Natürlich! Denn das ist ihr Gott-gegebener Auftrag:

"Und er [Jesus] sprach zu Ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden." (Markus 16, 15-16)

"So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker , und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen." (Matthäus 28,19-20)

Aber die Atmosphäre war immer sehr entspannt und innerhalb von 10 Wochen findet man auch durchaus neue Freunde, wenn nicht sogar einen neuen Glauben bzw. den Sinn des Lebens. Und das ist nichts wozu einen irgendjemand zwingen könnte. Glaube ist eine Sache des Herzens und genau so wurde es in meinem ALPHA-Kurs auch behandelt. Niemand hat sich aufgedrängt, mir Angst gemacht, mich bedroht oder was weiß ich, was für mittelalterliche Methoden zur Bekehrung angewandt. Es glauben auch nicht alle Teilnehmer eines ALPHA-Kurses danach an Jesus Christus, im Gegenteil: es sind nur wenige. Aber glücklich schätzen dürfen sich die, die es tun und ihr Herz für ihn geöffnet haben;)

Und so danke ich Gott, dass er sich finden lässt von denen, die ihn von ganzem Herzen suchen, selbst, wenn sie sich dieser Suche manchmal gar nicht bewusst sind!

PS: Ich werde den ALPHA-Kurs in meinen eigenen Worten und Gedanken wiedergeben und ich erhebe keinen Anspruch darauf die absolute Wahrheit zu erzählen. Es ist, wie ich das Wenige, was ich über Jesus weiß, für mich interpretiert habe und zwar ohne die Bibel auch nur annähernd vollständig gelesen zu haben. Jeden Tag offenbart sich Gott mir mehr, aber ich fand wichtig, es jetzt zu erzählen, wo ich noch halbwegs weiß, wie ich vor meiner Bekehrung dachte;)

Freitag, 6. September 2013

Mein Weg zu Jesus...

Es ist nicht mit wenigen Worten beschrieben, wie ich meinen Weg zu Jesus fand. Und genau deshalb habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Ich möchte diese "Geschichte" gern aufschreiben, damit sie andere lesen können. Zur Ermutigung derer, die noch Zweifeln; zum Verständnis jener, die mich schon früher kannten und sich fragen:Was'n da passiert?!; aber vor allem zum Zeugnis denen, die nicht glauben.

Alles begann an einem Sonntagmorgen im Dezember. Genau genommen dem 9.Dezember 2012, es war der 2. Advent. Gott hatte schon früher in meinem Leben versucht mich auf den richtigen Weg zu führen, aber an diesem besagten Tag hatte er beschlossen, dass die "Baustelle Doreen" jetzt ein für alle Male abgeschlossen wird!

Vorab:
Mein Leben ohne Jesus war gut. Ich hatte schon immer den Eindruck, dass es Gott gut mit mir meint. Mir sind nie schlimme Dinge passiert, ich hatte stets eine positive Einstellung zum Leben. Was meine Religion angeht, so wahr ich eher ein esoterisch angehauchter Gläubiger: Gott oder sagen wir, das Karma war die Grundlage meiner Philosophie und ergänzt wurde es durch Astrologie, Edelsteinenergien, Tarotkarten, Glücksbringer, Glückszahlen...was es eben alles so gibt. Aber ich blieb bei all dem doch eher an der Oberfläche. Dinge, wie das Datum meines Todes zu erfragen beispielsweise kamen mir nie in den Sinn. Die dunkle Seite übte nie eine Faszination auf mich aus, im Gegenteil: Ich fürchtete die Dunkelheit schon seit ich denken kann, immer hatte ich Angst vor dem Übernatürlichen. Zuweilen soviel, dass ich ernsthaft darüber nachdachte mich deswegen mal in Therapie zu begeben um die Ursache dafür rauszufinden.
Wie schon erwähnt: Mein Leben ohne Jesus war gut. Durchsetzt von Höhen und Tiefen, aber gut. Noch bevor ich Jesus fand, fand ich den Mann meines Lebens, den Vater meiner beiden wundervollen Kinder. Ich hatte bereits Freunde fürs Leben gefunden, lebte mit meiner Familie im Einklang - kurzum: Aus damaliger Sicht gab es nichts, was meinem Leben fehlte.

Doch Jesus sagt: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun." (Johannes 15,5)
Das heißt für mich einerseits, ich kann ohne Gott keinen einzigen Atemzug machen, denn er ist es, der mich gemacht hat, aber vielmehr noch heißt es: kein Atemzug ohne Gott hat wert! Mein Leben ohne Jesus war gut, aber es war nichts wert!

Und dann kam der 9.Dezember 2012:
Ich wollte schon immer kirchlich heiraten, ich glaubte ja auch irgendwie an Gott. Also dachte ich, es wäre an der Zeit sich doch gelegentlich mal in der Kirche blicken zu lassen, nicht dass mir am Ende jemand unterstellte, ich wäre gar kein Christ...Ich beschloss also, meine Familie an jedem Adventssonntag in die Kirche zu schleppen. Am 1.Advent war Familiengottesdienst - ein Programm für Kinder mit viel Singen und Geschichten. Das war klasse. Ich dachte, wenn Kirche immer so ist, dann können wir jetzt öfter gehen. Ich hatte nur noch die Gottesdienste zur Zeit meiner Konfirmation im Kopf - ich war regelmäßig eingeschlafen!
Der 2.Advent: Ein "normaler" Gottesdienst, aber ein Predigt, die mich eiskalt erwischte und einfach umgehauen hat. Die Grundlage dieser Predigt war folgender Bibeltext:

"Stärkt die schlaff gewordenen Hände und macht fest die strauchelnden Knie; sagt zu denen, die ein verzagtes Herz haben: Seid tapfer und fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott! Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes; er selbst kommt und wird euch retten!
Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden; dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch und die Zunge des Stummen lobsingen; denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme in der Einöde. Der glutheiße Boden wird zum Teich und das dürre Land zu Wasserquellen. Wo zuvor die Schakale wohnten und lagerten, wird ein Gehege für Rohr und Schilf sein.
Und eine Straße wird dort sein und ein Weg; man wird ihn den heiligen Wega nennen; kein Unreiner wird auf ihm gehen, sondern er ist für sie; die auf dem Weg wandeln, selbst Einfältige, werden nicht irregehen. Dort wird es keinen Löwen geben, und kein Raubtier wird zu ihm herankommen oder dort angetroffen werden, sondern die Losgekauften werden darauf gehen. Und die Erlösten des Herrn werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen. Ewige Freude wird über ihrem Haupt sein; Wonne und Freude werden sie erlangen, aber Kummer und Seufzen werden entfliehen!" (Jesaja 35,3-10)

Ich ging an diesem Sonntag freudestrahlend und gut gelaunt aus der Kirche. Gott hatte mir gesagt, es gab auch Hoffnung für die Gottlosen. Er sagte mir, es würde eine Zeit kommen, da er die Augen der Blinden öffnet. Eine Zeit, wenn selbst die, die Gott bis dahin nicht kannten, ihn erkennen würden. Ich ahnte nicht, dass er damit genau MICH meinte, aber dieser Gottesdienst warf Fragen auf. Fragen, die mich nicht mehr los ließen und so schrieb ich noch am selben Tag eine 4-seitige Email an den Pfarrer. Ich fragte mich plötzlich:
Bin ich (obwohl getauft und konfirmiert) ein Christ?
Würde mich der Pfarrer überhaupt trauen?
Was macht einen Christen aus?
Reicht es an Karma zu glauben und gelegentlich zu beten, dass alles gut geht?
An wieviel muss ich glauben, um Christ zu sein?
Bin ich vielleicht gar kein Christ, wenn ich so ein Problem mit der Formulierung "Jesus" oder "Gott" habe?
Ist es nicht am Ende egal, welcher Religion ich angehöre?
Beten nicht alle Religionen den gleichen Gott an und nennen ihn nur unterschiedlich?
Wie weit muss ich denn bei all dem mitgehen?
Muss ich auch in der Kirche stehen, mit erhobenen Armen?
Kann ich nicht im Verborgenen Christ sein?
Ist es wichtig die Bibel zu kennen?
Und wird von einem Christen tatsächlich erwartet, all die Dinge, die in der Bibel stehen zu glauben?
Muss ich als Christ tatsächlich wider wissenschaftlicher Erkenntnisse glauben, dass Gott sich hingesetzt hat und Himmel und Erde, Menschen und Tiere etc. alle der Reihe nach erschaffen hat?
Ist das Wichtigste nicht, dass ich überhaupt an Gott - oder wie immer ich ihn auch nennen mag - glaube?

Eine Menge Fragen, die es zu beantworten galt und so traf ich mich im Januar mit dem Pfarrer. Das Gespräch war lang und anstrengend, nicht zuletzt, weil meine nichtmal einjährige Tochter dabei war und mir die Konzentration erschwerte, aber auch weil Millionen Informationen auf mich einprasselten, von denen jede einzelne hätte durchdacht werden müssen. So prallten die meisten an meiner "Glaubensmauer" ab, aber immerhin kristallisierte sich ein Kernproblem heraus:
Wer war eigentlich dieser "Jesus"?
War er Gottes Sohn?
Denn das ist es, was die Christen glauben und man kommt nicht um ihn herum. Der Pfarrer legte mir nahe einen Glaubenskurs zu besuchen. Vielleicht kam ich auch von selbst drauf?! Ich weiß es nicht mehr genau. Jedenfalls sollte im April ein ALPHA-Kurs starten. Ein Glaubenskurs, der sich mit vielen der Fragen, die ich hatte, beschäftigte. Und weil ich es jetzt wissen wollte und mich das alles nicht mehr los ließ, meldete ich mich dafür an.
Aber bis April war es noch so lang. Ich konnte doch schlecht solange in dieser Ungewissheit leben. Also tat ich das für mich einzig Logische: Ich fragte Gott.
"Ist Jesus Dein Sohn? Dann gib mir ein Zeichen!" Nichts.
"Ist Jesus Dein Sohn? Dann gib mir ein Zeichen!" Nichts.
"Ist Jesus Dein Sohn? Dann gib mir ein Zeichen!" Nichts.
"Ist Jesus Dein Sohn? Dann gib mir ein Zeichen!" Nichts.
"Ist Jesus Dein Sohn? Dann gib mir ein Zeichen!" Nichts.
Das ging wochenlang. Bis ich eines Dienstagmittags im Bett liegend, kurz vorm Wegdösen dachte: "Ist Jesus Dein Sohn??? - Mmh. Wenn Du mir partout nicht antworten willst, bedeutet das vielleicht einfach, dass Jesus eben nicht Dein Sohn ist? Gib mir doch bitte ein Zeichen!" Und in diesem Moment hupte es vor meinem Fenster laut und ich war wieder hellwach und hatte Herzrasen. Ich dachte: "Echt jetzt Gott?! Ein Hupen? Wie weltlich...Wenn das echt mein Zeichen sein soll,dann hup nochmal!" Und es hupte ein zweites Mal. Noch immer ungläubig forderte ich Gott heraus: "Wenn das wirklich mein Zeichen gewesen sein soll, dann hupt es jetzt nicht nochmal." Stille.
KRASS! Gott hatte mir wirklich ein Zeichen gegeben. Anders als ich erwartet hatte, nicht so subtil wie ich erwartet hatte, aber ein Zeichen, dass man nicht übersehen bzw. überhören konnte.
Ich nahm dieses Zeichen an, aber so richtig hatte mich das Ganze noch nicht überzeugt. Ich meine, es war ja nicht nur, dass Jesus Gottes Sohn sein sollte. Da war ja auch noch diese ganze Auferstehungs- Für unsere Sünden gestorben- Geschichte, die unglaublicher nicht sein konnte. Von den  Wundern, die Jesus vollbracht haben soll, mal ganz zu schweigen.
Es lief auf den ALPHA-Kurs hinaus. Und es wurde April. Und was soll ich sagen? Der ALPHA-Kurs hat mein Leben verändert. Jesus hat mein Leben verändert. Als mir seine Funktion in unserer Beziehung zu Gott einleuchtete (und das war ein langer Weg!), fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Plötzlich wurde mir das Ausmaß von Gottes Liebe bewusst und was genau Jesus eigentlich genau mit meinem Leben zu tun hatte. Jesus füllte eine Leere in meinem Herzen aus, die mir bis dahin nicht bekannt, aber rückblickend offensichtlich war.
Mein Leben ohne Jesus war gut, aber mein Leben mit Jesus ist WUNDERVOLL!
Und wie ich Jesu' Notwendigkeit in unser aller Leben Stück für Stück im ALPHA-Kurs erkannte, das ist mehrere (vermutlich lange) weitere Posts wert!;)

Gott segne und behüte Euch - denn das ist das Einzige, was zählt!