Mittwoch, 18. April 2018

Du sollst nicht ehebrechen! Gnade vs. Gesetz


Ich bin ja grad dabei, Gottes Gnade nochmal neu und auch tiefer zu begreifen. Auch, was die Vermischung der Gnade mit Gesetz anrichten kann. Daher heute das Thema: Ehebruch.

Jesus aber ging an den Ölberg. Und frühmorgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten ein Weib zu ihm, im Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte dar und sprachen zu ihm: Meister, dies Weib ist ergriffen auf frischer Tat im Ehebruch. Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen; was sagst du? Das sprachen sie aber, ihn zu versuchen, auf daß sie eine Sache wider ihn hätten. Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Und bückte sich wieder nieder und schrieb auf die Erde. Da sie aber das hörten, gingen sie hinaus (von ihrem Gewissen überführt), einer nach dem andern, von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus ward gelassen allein und das Weib in der Mitte stehend. Jesus aber richtete sich auf; und da er niemand sah denn das Weib, sprach er zu ihr: Weib, wo sind sie, deine Verkläger? Hat dich niemand verdammt? Sie aber sprach: HERR, niemand. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!
Johannes 8:1‭-‬11 DELUT

Jesus kam zu Sündern NIE um sie zu verurteilen, sondern immer um sie frei zu machen.
Auch ich habe das so erlebt und finde es daher um so erstaunlicher, dass ich Gottes Gnade nicht schon eher wirklich konsequent ernst genommen habe.
Ich erzählte bereits mal kurz, dass Kind Nr.4 eine echte Ehekrise bei uns ausgelöst hat.
Heute möchte ich das mal etwas detaillierter erzählen.
Vorab: Wer das liest und denkt: "Was für ein blöder Typ ihr Mann doch ist...", der hat definitiv die Botschaft dieses Posts nicht verstanden! Es geht mir nicht darum meinen Mann schlecht zu machen! Ich liebe meinen Mann sehr! Er ist wirklich großartig, dennoch stößt er, wie jeder, auch an die Grenzen dessen, was für ihn noch zu tragen ist. Er macht sich Sorgen oder ist wütend, wie jeder andere Mensch auch. Und noch dazu hat er leider Jesus noch nicht als denjenigen erkannt, der all die Last, die er im Leben so zu tragen hat, gern von seinen Schultern nehmen möchte!

Es war also so, dass ich ungeplant mit Kind Nr.4 schwanger war und der Tag, an dem mein Mann das erfuhr, änderte unsere Beziehung für die nächsten Monate grundlegend. Es war sowieso so, dass wir gerade ein bisschen nebeinander her lebten und eigentlich dringend mal etwas Zeit für uns gebraucht hätten. In den zwei Wochen, wo ich vermutete schwanger zu sein, es aber noch nicht wusste, war der Gedanke, dass Gott ja auch klar war, dass wir das jetzt eigentlich nicht gebrauchen können, auch der, der mich zuversichtlich ausschließen ließ, dass ich schwanger war.
Nunja: offensichtlich hatte ich mich geirrt, Gott wusste von unseren "Problemen" und mutete uns trotzdem ein weiteres "Geschenk" (wie er es selber bezeichnet;)) zu.
In den zwei Stunden, wo Ich wusste, dass ich schwanger bin und mein Mann nicht, da freute ich mich sogar ein bisschen.
Doch dann sagte ich es ihm und sein Geischtsausdruck zerschmetterte jegliche Freude in mir.
Die nächsten Tage redete er so gut wie kein Wort mit mir und würdigte mich auch keines Blickes.
Ich konnte das zu diesem Zeitpunkt noch relativ gut aushalten, weil ich dachte, es legt sich nach ein paar Tagen wieder.
Tatsächlich kamen wir ein paar Tage später Mal kurz ins Gespräch, die Quintessenz war aber nur, dass mein Mann die Vermutung hatte, ich hätte ihm Kind Nr. 4 mit Absicht unter geschoben - er hatte sich in Bezug auf die "Sicherheit" auf mich verlassen und ich hatte mich dummerweise einfach vertan! Das Ignorieren ging also weiter.
Auch nach ein paar Wochen hatte es sich noch immer nicht gelegt. Hinzu kam, dass es mir schwangerschaftsbedingt wirklich schlecht ging. Ich war müde und kraftlos und mir war von morgens bis abends und sogar in der Nacht kotzübel.
Ich war also emotional und physisch gerade echt am Ende. Zu der Traurigkeit darüber, das mein Mann so enttäuscht von mir war, kam allerdings langsam auch eine Wut darüber, dass er diese Lüge solange glauben wollte. Ich war echt frustriert, dass er mir einfach nicht glauben wollte, dass auch ich Kind Nr.4 nicht im Sinn gehabt hatte (Wenngleich es mir wesentlich leichter fiel, diesen Umstand anzunehmen, da ich Gott da einfach vertraute;)) und dass er mir, obwohl ich doch angeblich seine "Vertraute" bin, an dieser Stelle kein bisschen Vertrauen entgegen bringen wollte.
Soviel zur Vorgeschichte. Nun zum eigentlichen Thema:
Ich hatte zu dem Zeitpunkt echt die Nase voll! Ich dachte, wenn er gehen will, dann soll er es tun. Besser, als das auszuhalten. Mehr als einmal war ich kurz davor ihm diesen Vorschlag auch verbal zu machen.
Hätte in dieser Situation noch jemand zu mir gesagt "Du musst aber an eurer Ehe festhalten. Gott will das. Du darfst ihn nicht rausschmeißen. Du musst das aushalten. Du kennst doch die Zehn Gebote. Ehebruch ist Sünde." oder ähnliches, der Druck, der auf mir gelastet hätte, hätte mich einfach zerbrochen und genau das Gegenteil bewirkt! Denn das tut das Gesetz: Es reizt das Fleisch zur Begierde. Es bringt nicht Leben hervor, sondern Tod.
Was aber tat Jesus in dieser Situation?
Er zog mich ins Gebet. Täglich! Und ich klagte ihm jede Gemeinheit, jedes körperliche Unwohlsein, jede Wut, jeden Gedanken daran, meinen Mann rauszuschmeißen, weil ich neben der Schwangerschaft und den 4 Kindern nicht noch seine Befindlichkeiten auffangen konnte... Und nachdem ich also alles losgeworden war bei Jesus, richtete er mich täglich wieder auf, indem er mir sagte:
"Du bist nicht wertlos, nur weil dein Mann deinen Wert gerade nicht erkennt. Ich bin für dich am Kreuz gestorben - Für DICH! Weil Du es mir wert warst! Du bist wertvoll für mich, egal was dein Mann oder die Welt über deinen Wert sagt. Niemand kann wegnehmen, was ich getan habe, weil ich DICH zu mir zurückziehen wollte. Weil Du mir einfach ALLES wert bist."
Ich "kroch" tagtäglich in meine kleine Gebetskammer  und kam aufrecht und strahlend wieder aus ihr heraus. Ich brauchte diese Zusage von Jesus jeden Tag und jeden Tag baute sie ein Stück mehr in mir auf - ETWAS, dass das Gesetz nie gekonnt hätte.
Nach einigen Tagen fing ich an, meine Ehe komplett in Jesu Hände zu legen. Ich sagte ihm, ich könne hier nichts retten, aber ich vertraue darauf, dass er es tut.
Irgendwann war ich so erbaut, dass ich sogar anfing meinen Mann zu segnen. Dass ich ihn nicht mehr mit wütenden Blicken anschaute, sondern mit liebenden, weil ich einfach seinen Mangel erkannte: Sein Mangel an Vertrauen. Aber wem sollte er auch vertrauen, wenn er Jesus nicht hatte?
Wer sollte ihm zusichern, dass er auch als Vater von 4 Kindern nicht überfordert sein würde? Dass es uns auch mit 4 Kindern nicht in den finanziellen Ruin stürzen würde? Dass wir auch mit 4 Kindern es noch schaffen würden, eine Partnerschaft zu führen und nicht nur Eltern zu sein?
All diese Sorgen erdrückten ihn und mich nicht. Klar, dass das seinen Verdacht, ich hätte ihn mit Absicht getäuscht nur verstärkte.
Aber Gott ist gut. Er ist so gut. Sein Sohn ist nicht nur für meine Sünden gestorben. Sondern auch für die meines Mannes, obgleich er dies noch nicht erkannt hat.
Gott ist gnädig. JEDEM gegenüber! Nicht nur Christen!
Also baute er auch meinen Mann auf. Beruhigte ihn. Schenkte ihm wieder Zuversicht. Und Vertrauen. 
Und nach etwa 3 Monaten war er in der Lage darüber zu sprechen, was der Hintergrund seiner Wut war. Und dass er dort nicht rauskam. Dass es Zeit brauchte. Und dass er mir ja glauben wollte, aber nicht konnte, weil sein Vertrauen erschüttert war.
Und nach weiteren 3 Monaten, die ich trotzdem auch brauchte, um mein Herz wieder für Verletzungen zu öffnen (anders kann man das wirklich nicht ausdrücken...), waren wir tiefer miteinander verbunden als zuvor. Und als Kind Nr.4 dann da war und mein Mann 7 (!) Monate Elternzeit machte, da flossen Ströme lebendigen Wassers in unserer Familie. Diese 7 Monate sind eine Zeit, die ich nicht vergessen werde. Sie haben soviel in unserer Familie verändert. Sie hat uns so sehr zueinander gebracht, alle miteinander und wir konnten noch sehr lange von dieser entspannten Zeit zehren.
Jedoch hat all diesen Segen Gottes Gnade und nicht das Gesetz vollbracht.

Ich hab mir nicht vorgenommen "Ich bin Christ. Ich darf nicht die Ehe brechen." und hab dann jeden Tag versucht, "mein Kreuz auf mich  zu nehmen" mein Gefühle zu unterdrücken und mich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Im Gegenteil! Ich habe mein Gefühle sehr ernst genommen und sie Jesus jeden Tag hingelegt.
Jesus hat mich einfach täglich dazu angehalten auf ihn zu schauen und nicht auf all die erdrückenden Umstände und Gefühle.
Es ging nicht um Selbstverleugnung im Sinne von Verleugnung meiner eigenen Bedürfnisse, denn die habe ich ja nunmal. Es ging darum, wem ich aufbürdete sie zu stillen. Erwartete ich von meinem Mann, dass er mich wertschätzend behandelt, damit ich weiß, was ich wert bin? Oder ließ ich mir meinen Wert zusprechen von dem, der für mich gestorben ist?

Christstein heißt nicht sich an Regeln halten! Auch nicht mit Hilfe des heiligen Geistes.
Gott hat uns nicht seinen Geist gegeben, damit wir uns jetzt besser an sein Gesetz halten können. Er hat nicht den Weg zwischen sich und uns durch Jesus frei gemacht, damit wir jetzt zu ihm herüber balancieren können - immer in der Gefahr einen Schritt daneben zu setzen.
Gott hat den Vorhang zum Allerheiligsten niedergerissen, damit wir einfach so vor seinen Thron kommen können. So wie wir sind. Mit allen schlechten Gedanken, aller Wut, aller Trauer, natürlich auch aller Freude und von seinem Thron fließen Ströme lebendigen Wassers: Da fließt Vergebung - permanent!, da fließt Tröstung, da fließt bedingungslose Annahme, da fließt Liebe. Im Überfluss. Da fließt Kraft!
Nachdem Jesus, das Lamm Gottes, die Sünde der Welt WEGGENOMMEN HAT -das heißt, sie ist nicht mehr da!!!- gibt es keine Regeln mehr, deren Einhaltung es uns ermöglicht, in Ehrfurcht vor diesen heiligen Gott zu treten, wir dürfen direkt mit all unserem Dreck passieren und uns auf seinen Schoss setzen - und feststellen,dass wir gar nicht dreckig sind, weil Jesus uns auf dem Weg seine Klamotten angezogen hat und wir habens vielleicht gar nicht gemerkt;).
Das ist mein Gott. Das ist mein Jesus.
Unglaublich, dass ich das auch nur für eine Sekunde vergessen konnte. Aber ich danke Gott über alle Maßen, dass er mich daran erinnert hat. Dass NICHT ICH mir meine dreckigen Sachen ausziehe, sondern Jesus das getan hat. Und dass ich nackt vor ihm stehen kann ohne mich nackt zu fühlen! Gottes Liebe ist so überwältigend, sie ist nicht in Worte zu fassen.

Und wenn Du ihn nicht kennst, dann bete ich in Jesu Namen, dass Du ihn kennenlernst. Dass er sich Dir offenbart, wie er sich mir offenbart hat, weil er einfach so wunderbar ist! Ich bete, dass jedes falsche Bild, das Du von ihm in deinem Kopf hast, verschwindet und er es durch die Wahrheit ersetzt!
Die Wahrheit ist: Er liebt Dich! Er will sooooooo sehr mit dir in Beziehung sein! Er hat seinen Sohn gegeben um Dich zu haben! Damit Du ihm nicht verloren gehst! Denn er hat dich geschaffen, aber Du wurdest ihm geraubt. Doch er gibt nicht kampflos auf, er kämpft um Dein Herz! Und ich selbst kann sagen: Gib es ihm. Es ist bei ihm sicher!
Danke, geliebter Vater!
Amen

PS: Denn dieser Post ist ja noch nicht lang genug;) Hätte ich aufgegeben, hätte ich es nicht ausgehalten und meinen Mann doch rausgeschmissen, wäre Gottes Gnade für mich umso größer! Ich hätte mich nicht vor ihm als Versager fühlen müssen. Er hätte das über mich auch nie gedacht. Er hätte mich genauso getröstet und mir genauso Freude über meine Familie geschenkt, als das Baby da war. Es geht Gott um mich, nicht um seine Gebote. Er rettete meine Ehe für mich, nicht weil Christen nicht die Ehe brechen. Nicht, weil er mich als Ehebrecherin nicht segnen könnte. Sondern weil die Ehe an sich schon ein großer Segen ist, den er mir offenbaren wollte:)

Dienstag, 10. April 2018

Heimgeholt.

Kennst Du die Geschichte vom reichen Jüngling? DAS ist meine Geschichte!

Und da er hinausgegangen war auf den Weg, lief einer herzu, kniete, vor ihn und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe?  Aber Jesus sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Du weißt ja die Gebote wohl: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemand täuschen; ehre Vater und Mutter." Er aber antwortete und sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. Und Jesus sah ihn an und liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich. Er aber ward unmutig über die Rede und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter.
Markus 10:17‭-‬22

Wie letztens schon geschrieben, war ich ja kurzzeitig verunsichert, was meine Erlösung durch Christus anging. Ich war mir plötzlich nicht mehr sicher, ob es reicht, dieses Geschenk anzunehmen oder ob ich Jesus tatsächlich gehorsam sein MUSS, um das Geschenk zu behalten.
Mit einem menschlichen Kinderreim zusammengefasst war das Ergebnis:
Geschenkt ist geschenkt. Wiederholen ist gestohlen! (Und wer der Dieb ist, wissen wir ja - Gott ist es NICHT!!)
Nachdem nun also geklärt war, dass meine Erlösung von vorn bis hinten ein Geschenk Gottes ist, ohne Kleingedrucktes, war meine Lektion jedoch noch nicht beendet.
Schon immer habe ich ja wirklich eine riesengroße Sehnsucht Gott nahe zu sein, vor allem in dem Sinne, dass ich alle meine Zeit nur ihm opfern möchte.
Um dies zu tun, frage ich Gott ständig, was für mich dran ist, was ich opfern kann, um ihm noch näher zu sein.
Nun, das erste, was dran war, war dass ich aus meiner Gemeinde ausgetreten bin - Jesus hat es "befohlen", also hab ich es getan. Denn ich vertraue ihm und ich weiß, wenn ich etwas für ihn opfere, hat er BESSERES für mich parat. Dieser Austritt verschaffte mir ungemein mehr Freizeit, um zum Beispiel Zeit mit nicht-christlichen Bekannten zu verbringen oder auch um einfach draußen zu sein und Nichtchristen kennenzulernen und ihnen von Jesus zu erzählen.
Als nächstes entsagte ich dem Fernsehen, auch das verschaffte mir viel mehr Zeit um Bibel zu lesen, um zu beten etc.
Zuletzt fragte ich nach all dem, weil ich irgendwie immer noch unzufrieden war:
Jesus, was MUSS ich tun um dir nachzufolgen (hin an das Herz des Vaters)?
Seine Antwort: Gib etwas für mich auf, dass Du liebst.
Meine Überlegung: Das Nähen!
Außer dem Nähen war eigentlich nichts übrig geblieben bzw gibt es eigentlich nichts anderes, abgesehen von meiner Familie, dass ich tatsächlich sehr liebe.
Ich musste also echt schlucken. Doch sofort fiel mir sie Geschichte von dem reichen Jüngling ein und ich dachte:
Jesus hat mir seine Bedingung genannt - wohlgemerkt, es ging mir nicht um ewiges Leben, sondern um die Nähe zum Vater - und ich konnte jetzt entweder abziehen oder ihm vertrauen.
Nach nur kurzer Überlegung war mir völlig klar, was zu tun ist. Natürlich liebe ich Jesus tausend mal mehr als das Nähen und wenn es mich ihm näher brächte, würde ich so ziemlich alles opfern...
Also stellte ich meine Nähmaschine zum Verkauf, ich überlegte mir, wie ich mein Stofflager auflösen könnte und freute mich. Ich freute mich darauf meine Nähkammer komplett zu einem Gebetsraum um zu gestalten und so Jesus noch näher zu kommen.
Doch dann las ich etwas Interessantes auf einen christlichen Blog (https://konsequentegnade.wordpress.com):
Immer dort, wo Jesus mit Pharisäern sprach, verschärfte er die Gesetze, während wenn er mit Menschen sprach, die Reue zeigten, die Gebote eher entkräftete.
Er tat das um den Pharisäern klar zu machen, dass es keinen gab, der das Gesetz je halten könnte, doch leider verstanden sie das nicht.
Und plötzlich sah ich die Geschichte des reichen Jünglings in einem anderen Licht:
Das Problem war nicht, dass er Jesus nicht genug vertraute um seinen Reichtum aufzugeben, sondern dass er behauptete, er hätte alle Gebote gehalten und er dachte, er könne sich den Weg ins Himmelreich verdienen.
Und ganz genau so dachte ich, wenn ich nur mehr für Jesus opfere, dann komme ich näher zu Gott.
Gott hat mich absolut überführt: Ich habe mich aufgrund meiner eigenen Werke - Bibellesen, Gebetszeit, was auch immer - für besser gehalten, als andere Christen und gedacht es läge an einem selbst,  wie nah man Gott ist.
Also hat Gott seine Gebote für mich verschärft: Gemeindeaustritt, Fernsehen streichen, Nähen aufgeben. So sehr verschärft, dass ich endlich gemerkt habe, dass es nicht darum geht mich anzustrengen und mir irgend etwas zu verdienen.
Und was ist passiert?
Seine Gnade hat mich absolut eingeholt. Heimgeholt.
GOTT hat mir das größte Geschenk - mein ewiges Leben - völlig unverdient und sogar ungefragt ohne ein Opfer meinerseits gegeben, wieviel mehr wird er mich wohl seine Nähe spüren lassen und mich segnen, wenn ich einfach nur darum bitte?
Wobei das ja genau genommen überhaupt nicht notwendig ist, denn er wohnt ja in mir. Näher geht es quasi nicht!
Menschen durften im alten Bund nicht ins Allerheiligste und selbst der Priester durfte es nur nach unzähligen Reinigungsritualen und nur einmal im Jahr. Aber ich bin der Tempel des Heiligen Geistes! WOW!
Ich muss nichts opfern um mich Gott zu nahen - er ist da. Er hat das perfekte Opfer dafür bereits gebracht. Was ich tun muss, ist: ES ERKENNEN!
Tatsächlich bleibt mir gerade GAR NICHTS zu tun...

Saved by your mercy, found  in your grace. Totally surrendered to your embrace!
(Hallelujah - Hillsong)

Vater, ich danke Dir! Ich danke dir, dass ich mich auf einzigartige Weise in deinem Buch wiederfinde. Dass das echt meine Geschichte ist. Erst verloren wie das Volk Israel. Dann gabst du mir ewiges Leben und deinen heiligen Geist und er offenbarte mir die Sünde... Und dann machte ich mich daran, das Gesetz zu halten bzw Dir Gehorsam zu leisten um Dir nahe zu sein und scheiterte an meiner eigenen Gesetzlichkeit um zu sehen mit Augen, die sehen, dass DU ALEIN RETTEST. DU ALLEIN HAST ALLES GETAN UND TUST ES NOCH. Und für mich bleibt NICHTS mehr, dessen ich mich rühmen könnte. Ja nicht einmal die Entscheidung für dich habe ich selber getroffen. Du hast Dich offenbart und ich konnte nicht anders, als den rettenden Strohhalm zu ergreifen!
Halleluja und Amen!

PS: Meine Nähmaschine war noch nicht verkauft und ich habe sie jetzt guten Gewissens behalten und werde weiter Freude daran haben zu nähen, weil ich jetzt weiß, dass Gott Freude daran hat, wenn ich Freude habe. Und dass es nicht entweder oder ist, sondern UND:)
Ich muss Gott nicht beweisen, wie sehr ich ihn liebe, denn ich liebe ihn ohnehin NUR weil er mich ZUERST LIEBT!


Freitag, 6. April 2018

Bibel lesen durch die Brille des Gesetzes oder mit den Augen der Gnade

Manchmal frag ich mich, wie soviel Schundluder mit der Bibel getrieben werden konnte und wahrscheinlich auch immer noch getrieben wird.
Jedoch haben die Ereignisse der jüngsten Zeit mir gezeigt, wie leicht man sich bei der Interpretation von Bibelversen verzetteln kann.
Heute morgen hat mir Gott diesbezüglich etwas sehr Interessantes gezeigt.
Es ging dabei um folgenden Bibelvers:
(Die Rede ist von Jesus)
'Er wird nicht streiten noch schreien, noch wird jemand seine Stimme auf den Straßen hören;"
Jesaja 42 zitiert in Matthäus 12,19

An diesem Vers hat mir Gott eindrucksvoll gezeigt, was es heißt im Geist zu lesen oder durch mich selbst.
Erst interpretierte ich diesen Satz so:
Ich SOLL, weil ich Jesus ja nachfolge, nicht streiten und auch nicht schreien.
Das ist prinzipiell natürlich richtig.
Aber dann fiel mir auf,dass ich noch nicht dafür gebetet hatte, dass der heilige Geist mir die Schrift auslegt, also holte ich das schnell noch nach und plötzlich las ich den Vers ganz anders:
Jesus streitet nicht mit mir und er schreit mich auch nicht an. Er ist sanftmütig zu mir - und deshalb kann ich es dann auch sein.
Der Unterschied ist gravierend. Es ist quasi der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bund. Im alten Bund musste ich etwas tun und mir Gottes Gnade erarbeiten. Im neuen Bund befähigt mich Gottes mir bereits gewährte und geschenkte Gnade die Dinge zu tun. Die Grundlage ist also nicht Angst, wie im alten Bund, sondern Gnade.
Mir war das beim lesen gar nicht so aufgefallen. Für mich war es okay, dass Gott mich während des Bibellesens "korrigierte".
Aber so, wie ich es las, war es kein korrigieren. Ich SOLL... Das hat natürlich auch immer etwas von MÜSSEN. Aber Tatsache ist doch: MÜSSEN funktioniert nicht. Sobald wir etwas müssen oder etwas nicht dürfen, strebt unsere Natur dagegen - das ist die Sklaverei des Gesetzes. Daraus hat Jesus uns befreit. Im neuen Bund gibt es kein MÜSSEN, kein NICHT DÜRFEN:

Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich; alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut.
1. Korinther 10:23 ELB

Im neuen Bund sind wir frei. Zur Freiheit waren wir von Anfang an berufen.
Das bringt mich zu einem weiteren Punkt:
Ich persönlich tappe immer wieder in die Falle, dass ich glaube für Gott Dinge tun zu müssen. Dass ich ihm in irgendeiner Weise dienen müsste.
Was ich dabei absolut vergesse:
Ich kann nicht Gottes Dienerin sein. In was sollte ich Gott dienen?! Nein, Gott dient mir, aber nicht als eine Art Sklave, sondern eben wie Jesus es getan hat: aus freien Stücken, in Liebe. Ich bin nur Empfängerin.
ABER wenn ich empfangen habe, befähigt mich das den Menschen zu dienen - das ist der "Dienst", den ich für Gott tue. Aber eigentlich ist das kein Dienst, es ist ein überfließen von Gnade.
Ich MUSS nicht nur nichts für Gott tun, ich KANN es auch gar nicht. Christus selbst ist Anfänger und Vollender des Glaubens. (Hebräer 12,2) Der Vater selbst hat mich gezogen (Johannes 6,44) und nun kann ich in guten Werken wandeln, weil Gott alles vorbereitet hat (Epheser 2,10), aber aus mir selbst heraus könnte ich nichts.
Paulus sagt im Römerbrief Kapitel 3, Vers 27 - einer meiner Lieblingsverse:
Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist AUSGESCHLOSSEN!

Es ist ausgeschlossen. Es gibt nichts, dessen ich mich rühmen könnte. Alles wirkt Christus in mir und durch mich, ich tue nichts aus meiner eigenen Kraft. Immer, wenn ich das versuche, richte ich tatsächlich mehr Schaden an, als dass es irgendwem etwas nützt.
Diese "Erkenntnis" ist für mich echt phänomenal: Ich MUSS nicht an mir arbeiten. Gott tut es. Das Wort Gottes verdammt mich nicht, es verurteilt mich nicht. Das ist nicht Gott. Es gibt KEINE Verdammnis für die, die in Christus sind.
Wie lange ich mich schon frage, warum ich bspw. mit meinen Kindern, obwohl ich doch schon seit 5 Jahren Christ bin, so ungeduldig bin und sie anschreie und teilweise echt unfair bin. Wie lange ich schon versuche mich dort zu bessern, weil ich doch jetzt den heiligen Geist habe ...und jetzt denke ich mir:
Ist doch klar. Ich dachte, ich hab den heiligen Geist, jetzt kann ich die Sünde erkennen und sie MIT SEINER HILFE besiegen, ABER so ist es nicht. Solange ich es selber versuche, wenn auch mit seiner Hilfe (was immer das bedeuten mag?!), wird es mir nicht gelingen, denn solange ich soviel Anteil daran habe, dass ich mich selber rühmen kann, ist es nicht Gottes Kraft durch die ich agiere.
Was ich tun muss, ist: Aufgeben. Oder um Jesu' Worte zu benutzen: Mich selbst verleugnen. Wenn ich endlich anerkenne, dass ich absolut unfähig bin meine Ungeduld in den Griff zu bekommen und dass nur Gott allein es kann, dann wird es sich verändern. Wenn nicht mehr ich lebe, sondern Christus in mir!;) (Galater 2,20).
Wenn ich also, um Mal zum Ausgangspunkt zurückzukehren, nicht Anweisungen im Wort Gottes lese, sondern Zusagen und Ermutigungen und diese für mich annehme, dann lese ich nicht mehr durch die Brille des Gesetzes, sondern mit den Augen der Gnade. Und Gnade allein vermag Herzen zu verändern, Gesetze und Verbote können das nicht!
Ich will nicht sagen, dass ich bisher immer falsch Bibel gelesen habe, aber dennoch war das eine wichtige Erkenntnis für mich, die ich sehr gerne teile. Getreu dem "Motto":
Was ich euch im Finstern sage, das redet im Licht, und was ihr ins Ohr hört, das verkündigt auf den Dächern!
Matthäus 10:27

Vater, ich danke Dir für deine überfließende Gnade und ich danke dir, dass du mir aufgeschlossen hast, dass ich bisher oft falsch gelesen habe. Dass ich mich auf meinen Verstand verlassen habe, statt auf dich zu schauen und zu vertrauen auf deine Gnade, die immer ZUERST GIBT!
Amen