Donnerstag, 25. Februar 2016

Gebet und Fasten - Tag 10+2

Ich habe das Fasten am 10. Tag abends mit einer Kartoffel bewusst beendet. Es schien mir unmöglich zu Fasten,  meiner Familie gerecht zu werden und auch noch Zeit für Gott zu finden,  leider, aber ich bin sehr zufrieden mit dieser Entscheidung.
Diese 10 Tage fasten haben mir eine Menge über mich, über Gott und meine Beziehung zu Gott gezeigt. Und sie haben sie auch enorm gestärkt, glaube ich.
Die Zeit im Kloster war wirklich stark und ich kann jedem, der einmal Fasten will, nur raten sich dafür eine Auszeit zu nehmen. Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn zu fasten und sich trotzdem in seinem alltäglichen Trott zu befinden. Wenn man fastet um sich auf Gott auszurichten, dann sollte man auch Fasten UND sich auf Gott ausrichten.
Genau deshalb habe ich das Fasten auch beendet. Es gab keine Einheit mehr zwischen Gebet und Fasten, es gab kein Gleichgewicht mehr und so war ich einfach nur noch unheimlich unzufrieden und unter Spannung, was natürlich meine Familie mehr oder weniger ausbaden musste. Durch das Beenden scheint mir mein Gleichgewicht wieder hergestellt zu sein.
Nun heißt es für mich zum einen meine geistigen Erkenntnisse zu behalten, zu verinnerlichen und das eine oder andere umzusetzen und zum anderen, das Essen zu genießen, anders als vorneweg,  auch, weil ich die verlorenen Pfunde nicht mehr wieder haben möchte.
Ich fühl mich sehr wohl jetzt: Geborgen in Gott und voller neuer Liebe für meine Familie und die Menschen um mich herum. Ich glaube, es kann nicht besser sein.
Vater, ich danke dir für 10 Tage auf und ab, 10 Tage voll mit dir und 10 Tage, die mich neu aufgetankt haben mir mit deiner Liebe. Lass mich davon abgeben im Überfluss... zu deiner Ehre!:)
AMEN

Dienstag, 23. Februar 2016

Gebet und Fasten - Tag 10

Wenn heute geschafft ist, ist ein Viertel rum. Es klingt nicht viel, aber für mich ist es durchaus ein Meilenstein.

Im Alltag fällt es mir eher sehr schwer mich mehr als sonst auf Gott auszurichten. Er ist früh mein erster Gedanke, wenn ich aufwache. Ganz bewusst, aber sonst ist eher alles wie immer. Glücklicherweise binde ich Gott auch sonst ein und bin jetzt nicht bei Null. Ich schätze, das muss gerade reichen und ich vertraue darauf, dass Gott jetzt einfach den noch größeren Part trägt.

Rein fastentechnisch gehts mir recht gut. Ich hab jetzt immer eine Wasserflasche einstecken,denn es ist mir aufgefallen, dass ich es nur schwerlich schaffe meinen Kreislauf ohne Wasser länger als eine halbe Stunde stabil zu halten.
Irgendwo hatte ich gelesen, dass sich im morgendlichen Tee ein Teelöffel Honig gut macht um den Blutzuckerspiegel nach der Nacht schneller wieder in den Griff zu bekommen. Ich habe das heute früh mal probiert und weiß nicht, ob es tatsächlich gewirkt hat,aber es hat zumindest gemacht, dass mir mein Tee heute früh sehr gut geschmeckt hat;)
Ich hatte Angst, dass der Blutzuckerspiegel danach vielleicht rapide sinkt und das eher unangenehm wird, aber das ist tatsächlich nicht passiert, also werde ich das wohl so beibehalten:)

Nachdem ich schon seit einigen Tagen das Gefühl habe, dass in meinem Enddarm noch Dinge festsitzen, die da raus wollen, aber nicht können, werde ich heute, obwohl Jesus das in der Wüste sicher nicht getan hat, doch mal einen Einlauf machen. Ich wollte ja eigentlich so nah an Jesus bleiben wie möglich, aber erstens bin ich natürlich definitiv nicht Jesus und zweitens, glaube ich, ist es wichtig zu hören, was Gott MIR sagt und nicht so sehr,  was er Jesus tun ließ. Gott weiß ja, wer ich bin und wer Jesus
war und dementsprechend ist es wohl okay, wenn sich mein Fasten von Jesu' unterscheidet. Tatsächlich heiligt der Zweck hier wohl die Mittel;)

Nach zwei Tagen in denen Ich Essen für meine Familie zubereitet habe, kann ich ganz klar sagen: Mir fehlt das Essen schon. Ich liebe es einfach. Essen ist wunderbar :)
Aber ich liebe Gott mehr und er ist noch viel wunderbarer und meine Sehnsucht nach seiner Gegenwart ist einfach größer, zumal wenn ich bedenke, dass ich nach dem Fasten beides sehr präsent haben werde - Gott und das Essen;)
Nach wie vor zerreißt es mich innerlich förmlich, wenn ich die angebissenen Reste meiner Kinder wegwerfen muss. Welch Verschwendung, aber ich hab auch beschlossen, das jetzt ruhen zu lassen. Ich möchte mich nicht darüber aufregen und sie tun es nicht aus bösem Willen. Es bleiben einfach, gerade bei dem Kleinen, Sachen übrig, die er noch nicht richtig kauen kann oder von denen er noch nicht kommunizieren kann, dass sie ihm nicht schmecken. Und natürlich kann Ihnen die Kostbarkeit des Essens nicht so klar sein, wie mir gerade. Das sollte ich auch nicht verlangen.

10 Tage...Das ist eine Menge. Und es gab schon echt Höhen und Tiefen, die ganz klar gezeigt haben: Ohne Gott wäre das nicht möglich.
Ich hab ja durchaus schonmal 10 Tage gefastet, uns vielleicht ist das an sich nicht die Schwierigkeit,  sondern der geistige Kampf, der tobt, während ich das tue. Und Gott kämpft für mich. Jesus kämpft für Mich! Denn er ist eben nicht nur das Lamm, sondern jetzt gerade auch der Löwe!

Edit 13.48 Uhr:
Der Einlauf war eine gute Idee, denke ich. Denn definitiv war da noch einiges, was ich ungern die nächsten 30 Tage in meinem Darm mit mir herum geschleppt hätte. Ich fühl mich jetzt zwar etwas erledigt durch diese Prozedur;), aber auch sehr erleichtert. Ich denke, ich werde meine zahlreichen geplanten Aktivitäten für den Rest des Tages eher sein lassen,  aber prinzipiell fühl ich mich jetzt besser:)
Eventuell wiederhol ich den Vorgang im Laufe der nächsten Tage auch nochmal, um ganz sicher zu gehen, dass da nichts mehr ist,  aber jetzt muss erstmal dieser Tag noch rumgehen.

Danke Vater, dass du meine eigentlichen Pläne Stück für Stück umwirfst und mich führst und leitest. Und danke, dass du mir gleichzeitig auch immer gleich offenbarst, dass das jetzt notwendig war. Ich seh von Tag und Tag mehr, du weißt Alles und ich weiß nichts. Ich weiß das zwar theoretisch,  aber danke, dass du es mir anscheinend auch ins Herz schreiben möchtest:) AMEN

Edit 16.27 Uhr:
Ich weiß auch nicht, aber immer nachmittags überkommt es mich. Wenn meine Kinder da sind und ich spürbar einfach nicht genug Energie für sie habe. Nach meiner letzten Schwangerschaft hab ich mir insgeheim geschworen, dass ich schon allein deshalb nicht nochmal schwanger werden möchte, weil ich ihnen nicht noch mal antun wollte, keine Kraft für sie zu haben. Und jetzt ist es wieder so... und ich habe das ganz bewusst so gewählt. Ich weiß nicht, ob Gott mir diese 40 Tage auferlegt hat um mit mir dadurch zu gehen oder um mich bewusst scheitern zu lassen, wobei der Lerneffekt für mein Ego auch bei der zweiten Variante gut wäre, finde ich... Dieses niedrige Energielevel verunsichert mich echt total. Das haben meine Kinder auch nicht verdient.
Aber es muss doch möglich sein zu Gott zu wachsen und trotzdem für meine Kinder da zu sein...
Vater, ich brauch echt deine Hilfe, ich brauch deinen Rat und ich brauch, glaube ich, übernatürliche Kraft. AMEN

Montag, 22. Februar 2016

Gebet und Fasten - Tag 9

Ich dachte ja, die Krise wäre vorbei, aber tatsächlich kam gestern Abend die eigentliche Krise. Zugegeben,  ich war ziemlich erschöpft, wirklich sehr sehr erschöpft, da mein üblicher Mittagsschlaf ausgeblieben war und ich kam sehr ins Zweifeln. Dazu kam, dass, obwohl die Schmerzen in der Nacht (und auch schonmal kurz in der Nacht vorneweg)  nicht unerträglich waren, ich Angst hatte, noch so eine Nacht durchmachen zu müssen. Und plötzlich machte alles auch keinen Sinn mehr. Gehören Gebet und Fasten nicht zusammen? Und wenn ich im Alltag schlichtweg nicht die Zeit finde, in dem Maße zu beten, wie ich es im Kloster getan habe,  vom Lobpreis mal ganz zu schweigen, was sollte dieses Fasten dann noch bringen? Und was für ein gottgefälliges Fasten wäre das, wenn ich auf 50% Energie mit meiner Familie umgehen müsste,  was effektiv heißt, dass ich sie zwar versorgen kann, aber keinen Nerv für sie habe. Hat mir diese eine Woche im Kloster nicht schon soviel gebracht, dass ich es vielleicht auch einfach gut sein lassen könnte? Aber hatte nicht Gott mir dieses Fasten aufgetragen? 40 Tage lang? Oder hab ich am Ende selber beschlossen,  wie lange ich das durchziehen will?
Ich war echt am Ende. Ganz plötzlich. Keine Spur davon den ganzen Tag, aber abends im Bett brach es über mich herein. Obwohl ich für gewöhnlich nichts davon halte, Deals mit Gott zu machen, weil ich das irgendwie für unangemessen halte, schlug ich Gott folgendes vor: Ich wusste,noch so eine Nacht geht nicht und ao sagte ich ihm, ich würde dieses Fasten am nächsten Tag brechen, wenn diese Schmerzen wiederkehren sollten. Und ich meinte es bitter ernst. So ernst, dass ich schon fühlte, wie die Schmerzen wieder hoch kamen. So ernst, dass ich mich darüber informierte, wie man das Fasten bricht. So ernst, dass ich eigentlich schon aufgegeben hatte.
Aber Gott... Aber Gott, er hat mich nicht aufgegeben. Er gibt mich nie auf! Und was soll ich sagen: Obwohl ich diese Nacht echt wenig geschlafen habe, weil unser jüngstes Kind, dass noch bei uns im Bett schläft, unbedingt mit  seinen kleinen Händchen die ganze Nacht an mir rumfummeln musste - ARGH!, hatte ich nicht die geringsten Schmerzen und obwohl ich gestern abend schon beschlossen hatte, das Fasten zu beenden, war ich heute früh so voller Energie und so ermutigt,  dass ich nicht einfach aufgeben konnte, dass ich nicht aufgeben kann! Und ich faste weiter. Einen Tag nach dem anderen. Ich weiß nicht mehr, ob es 40 Tage werden, aber es werden soviele Tage, wie es werden müssen ;)
Ich bin Gott sehr dankbar, dass er größer ist. Größer als jede Angst, größer als jeder Zweifel und weiser als die ganze Menschheit zusammen. Wer außer ihm konnte wissen, dass es diese Sonntagssuppe braucht um diese Schmerzen zu beseitigen?
Ich glaube, das ist auch die Art, wie Fasten den Glauben stärkt.

Etwas zum Thema Essen:
Obwohl ich jetzt ständig mit Essen konfrontiert bin, weil ich ja nunmal hier zuhause dafür zuständig bin, fällt es mir prinzipiell nicht schwer, nicht in Alles zu beißen, was vor mir steht. Der Grund dafür stammt noch aus meiner ersten Fastenerfahrung. Damals "nur" 10 Tage und vor allem als Nichtchrist, habe ich zum Fastenbrechen einen Chilicheeseburger gegessen, weil ich einfach nicht widerstehen konnte. Das hatte sehr fatale Folgen und das habe ich noch sehr präsent. Wer das Essen nicht mit der gleichen Sorgfalt wieder einführt, wie er das Fasten betrieben hat,bei dem wird es sich auf verschiedenste Weise rächen. Nicht nur, dass mit fiesen Bauchschmerzen zu rechnen ist, die gepurzelten Pfunde bzw. Kilos (und das sind bei mir bisher 7kg in 7 Tagen!!) werden wohl auch ganz schnell wieder dort sein, wo sie gerade weggeschmolzen sind und wie schade wäre es, diesen positiven Aspekt zu verachten?
Geistig geht sicherlich nicht allzuviel verloren, aber es ist ja auch ziemlich doof, wenn das Fastenbrechen dann so unangenehm ist, dass es die ganze Fastenerfahrung in ein negatives Bild rückt...  Das nur am Rande. Ich hoffe und bete, dass ich noch nicht fertig bin,denn eigentlich gehts ja grad erst los;)
(Jetzt muss ich erstmal essen machen. Später vielleicht noch was zum Thema soziale Kontakte...)

Schnell noch was zum Thema Soziale Kontakte,bevor der Tag schon wieder vorbei ist. Jeder mag das sehen, wie er will, aber ich persönlich werde mich in nächster Zeit etwas rar machen. Für mich geht es beim Fasten vor allem darum mich zurück zu ziehen und auf Gott zu besinnen. Es ist quasi etwas persönliches. Und obwohl ich auch durchaus den Vers aus, ich glaube Jesaja, im Kopf habe, wo es um gottgefälliges Fasten geht, glaube ich nicht, dass meine Aufgabe darin besteht mich während dieser Fastenzeit extrem für andere zu verausgaben. Sowohl Jesus als auch Mose, wenn ich das recht im Kopf habe, waren in der Wüste als sie fasteten. Sie zogen sich bewusst zurück. Denn dieses ganze soziale birgt natürlich auch immer die Gefahr der Ablenkung. Das klingt jetzt hart, aber Bekanntschaften, wo ich jetzt in dieser Zeit nicht zwingend eine Aufgabe drin sehe, sondern die eher meinem persönlichen Zeitvertreib dienen, werde ich gerade etwas schleifen lassen. Da mein Herz ja ganz stark für Evangelisation schlägt, werde ich mich wohl stark auf meine nichtchristlichen Kontakte konzentrieren,  denn hier ist durch das Fasten natürlich automatisch gegeben, dass man auch mal über Gott ins Gespräch kommt:) Dennoch werde ich grundsätzlich versuchen viel Zeit mit Gott verbringen zu können, soweit das mit meinen drei Kindern eben möglich ist.
Ich bin gespannt!

Danke Vater für einen weiteren Tag, einen Tag ganz anders als im Kloster, aber trotzdem schön,  wenn auch anstrengend. Und danke,  dass du das trägst,  denn für mich allein wäre es wohl nicht zu schaffen! AMEN

Sonntag, 21. Februar 2016

Gebet und Fasten - Tag 8

Nachdem ich mich die halbe Nacht wegen schwer lokalisierbaren Schmerzen, sowohl im Rücken als auch im Bauch, hin und her gewälzt habe, hatte ich einen Traum. In dem Traum ging es darum, das Fasten Sonntags zu unterbrechen..
Der Pfarrer meiner Gemeinde meint, generell, nicht speziell hierzu, dass Träume immer von Gott kommen. Nun weiß ich tatsächlich nicht, was ich machen soll. Es käme für mich einer Aufgabe oder vielmehr als Versagen in Bezug auf mein erklärtes Ziel 40 Tage zu Fasten gleich.
Gleichzeitig würde es die Sache vlt erleichtern, vielleicht wäre es aber auch jeden Montag wieder extrem schwer zu beginnen. Gern möchte ich aber einfach ganz und gar Gott gehorchen, denn das, das allein ist der Grund, warum ich faste. Ich möchte meine Beziehung zu Gott stärken. Was wäre das für eine Beziehung, in der ich sage, ich möchte mich Dir annähern, aber dann dem anderen nicht zuhöre?
Ich möchte nicht irgendwem beweisen, dass ich 40 Tage fasten kann, dennoch würde dieser neue Kurs meinem Ego einen echten Hieb verpassen.
Vielleicht ist es aber genau das, was es braucht. Einzugestehen, das Gott der Weisere ist. Was nützt es auch, dieses Fasten wider seinen Anweisungen fortzusetzen und vorzeitig zu scheitern, weil ich es ohne ihn ja ohnehin nicht schaffen kann.
Guter Rat ist jetzt teuer. Im Innern weiß ich, glaube ich, was zu tun ist, aber gern möchte ich das nachher im morgendlichen Stundengebet nochmal mit Gott erörtern.
Die Frage ist ja auch, steht es meinem viel höheren erklärten Ziel zu Gott hin zu wachsen irgendwie im Weg, wenn ich sonntags ein Süppchen esse? Ich kann keinen Grund finden, der beziehungstechnisch dagegen spricht. Eigentlich ist der einzige Grund dieser Anweisung nicht zu folgen mein Ego... Und wie oft bete ich zu Gott, er möge mich endlich von diesem befreien?... Später mehr... Es ist 5.50 Uhr:/

Edit 14.19 Uhr: Nachdem es beim morgendlichen Stundengebet um das Thema Gehorsam ging, war klar was zu tun ist.
Zunächst: Tatsächlich schmeckt das Chemnitzer Leitungswasser um Welten besser als überall sonst. Gott sei Dank, dass ich wieder zuhause bin:)
Es war natürlich auch sonst einfach schön meinen Mann und die Kinder wieder zu sehen, die nicht, wie erwartet, um Jahre gealtert waren;)
Frisch zuhause stand das Mittagessen an und ich machte mir eine Zwiebelsuppe. Warum ausgerechnet eine Zwiebelsuppe? Weil die Youtuberin Ashley auch ala erstes Zwiebelsuppe aß und ich noch ihre Beschreibung im Kopf hatte und dachte, das muss unheimlich lecker sein. Außerdem hat man Zwiebeln ja immer im Haus. Die Suppe war auch sehr lecker und ich hab echt langsam gegessen und sie genossen. Nicht, weil man das beim Fasten so macht, sondern weil es auch nicht anders geht. Oh und ich war und bin Gott so dankbar für diese kurzzeitige Unterbrechung des Fastens,denn ja, es viel mir nicht schwer, aber trotzdem ist essen doch tausend mal schöner und nichtsdestotrotz ist Fasten ein Kampf,  vor allem ein geistiger!
Wie dem auch sei, die Zwiebelsuppe hat nicht so sehr reingehauen, dass ich befürchte morgen wird mir das Fasten wieder total schwer fallen, sie war vielmehr eine willkommene Abwechslung und hat meinem Körper sicherlich auch einige wertvolle Inhaltsstoffe geliefert. Heute abend gibts den Rest der Suppe und morgen gehts mit hoffentlich neuer Kraft weiter, vor allem ohne diese Schmerzen in der Nacht!
Ansonsten stellt sich noch immer die Frage,wie ich hier zuhause mein Gebetsleben gestalten soll, denn mit den Kindern bin ich sicherlich noch müder als überhaupt. Es wird wohl auf zwei Bibelleszeiten mit Gebet zurück reduziert, so war es ja vorher auch. Vielleicht schaff ich es eine morgendliche Gebetszeit einzuschieben?! Ich lass mich überraschen :)
Soviel wohl zu Tag 8. Auch meine Blogeinträge werden wohl jetzt wieder kürzer ;)
Vater, ich bin dir sehr dankbar für die Rüstzeit im Kloster und auch wieder zuhause zu sein, bei dem leckeren Wasser, dem ordentlich harten Bett und überhaupt in dieser gewohnten Umgebung. Danke auch für die Änderung der Modalitäten des Fastens, ich bin sicher,  du hast dir was dabei gedacht. Danke!

Gebet und Fasten - Tag 7

Wow!  Wenn ich heute geschafft habe, dann habe ich eine Woche geschafft!:)

Mein Gefühl ist gerade, dass das Fasten mir eine ganz neue Wertschätzung für Essen gibt. Bevor ich gefastet habe, habe ich ja eine regelrechte Abneigung vor allem gegen Schweinefleisch,  aber eigentlich gegen fast jedes Fleisch entwickelt. Vorhin, als ich den Ingwer aus dem Kühlschrank in der Gemeinschaftsküche des Gastehauses geholt habe, stieg mir der Geruch von Wurst in die Nase und seit langem dachte ich nicht: Igitt Schweinefleisch, sondern ich dachte, wie vielfältig doch Gottes Angebot an Nahrungsmitteln ist. Es sei dahingestellt, dass in der ursprünglichen Schöpfungsordnung Tiere nicht zum Essen gedacht waren, wir leben nunmal nicht mehr im Paradies und hier ist es anders. Hier aß sogar Jesus Fisch, was ja offensichtlich auch ein Tier ist. Und er selbst sagt, was den Menschen verunreinigt kommt von innen, nicht von außen. Aber statt sinnlos alles mögliche in uns hinein zu stopfen und davon möglichst viel - Das ist zugegeben genau meine Form des Essens- können wir uns ein Beispiel an Jesus nehmen. Bevor er irgendetwas zu sich nahm, dankte er. Und ja, dieser Dank ist absolut angebracht in Anbetracht der Vielfalt und der Fülle, die uns Gott beim Essen schenkt. Und erst dann aß Jesus und ich glaube, er aß nicht auf diese mittelalterliche Art, auf die heute noch viele von uns Essen, nur dass sie Besteck benutzen, ich glaube, er aß ganz bewusst, genoss jeden Bissen und ich könnte mir sogar vorstellen, dass er bei jedem Bissen erneut dankte: Danke Vater, du bist so gut. Du hast so wunderbare Dinge zum Essen erschaffen. So farbenfroh, so geschmackvoll.
Das ist ein Gott! Der uns eine Fülle schenkt, nicht weil wir es verdienen, nicht weil es notwendig ist, sondern weil er es kann und weil er es will. Und er will es, weil er uns liebt!:)

Weg vom Essen hin zu anderen Themen: Meinem Kreislauf geht es heute spürbar besser. Zugegebenermaßen habe ich heute auch eine halbe Stunde länger geschlafen und bin mal nicht zur Messe, sondern nur zum anschließenden Stundengebet. Das war ok, weil Gott mir heute die Gebetsanliegen in der Nacht mitteilte...
Und das ist auch schon das nächste Thema: Nachdem ich mich gestern mit meiner Gästehausbekanntschaft über Träume unterhalten hatte und ich ihr mitteilte, dass ich auch ein bisschen die Hoffnung hatte, hier einige prophetische Träume zu träumen, es aber bisher nicht so war, hatte ich diese Nacht gleich drei Träume. Wobei ich mir bei dem einen nicht ganz sicher bin, ob das nicht eher eine Art Vision war, weil ich eigentlich irgendwie wach war. Wie dem auch sei. Ich hab mich sehr gefreut und bin sehr dankbar dafür. Leider konnte ich zunächst mit zwei der drei Träume nicht viel anfangen, bat Gott um eine Auslegung und beschloss dann einfach beim morgendlichen Gebet darüber zu beten. Dadurch wurde mir auch über den zweiten Traum einiges klar, es bleibt Traum 1 ungedeutet. Für die entsprechenden Personen, die in den Träumen vorkamen, betete ich trotzdem einfach - Beten schadet ja wohl nie;)

Jetzt bin ich gespannt, was der Tag noch so bringt. Es ist quasi mein letzter ganzer Tag im Kloster. Morgen geht's ab nach Hause. Aber ich fühle mich geistig gerüstet. Diese Woche hier im Kloster war eine gute Idee und ich nehme mir fest vor, das im nächsten Jahr zu wiederholen, so Gott will, versteht sich. Vielleicht sogar wieder in Verbindung mit Fasten?!
Worauf ich echt achten muss, wenn ich wieder zuhause bin, ist, dass der ganze Medienkonsum mich nicht wieder einnimmt. Nach wie vor sollte meine freie Zeit zum Beten, Bibellesen oder Lobpreisen dienen und nicht zum Fernsehen oder im Internet surfen. Das nehme ich mir zumindest fest vor und hoffe, Gott nimmt sich meine Zeit und erweist sich bewusst als ein zeiteinfordernder König, wo er sonst ja eher der sanftmütige Diener ist. Aber ich finde, es steht ihm zu und er soll es sich von mir ruhig nehmen:)

Edit 1 Stunde später:
Nach täglichen längeren Lobpreiszeiten und einem gestrigen Impuls von Johannes Hartl, der meinte: "Suchen Sie sich Ihre Gebetsform und perfektionieren Sie sie. Und zwar nicht innerhalb von ein paar Tagen, sondern vielmehr im Laufe von Jahren, Jahrzehnten!", ist mir umso mehr bewusst, welche Form ich wähle und warum ich sie wähle.
Lobpreis ist für mich der Weg, auf dem ich Gott am besten sagen kann, was er mir bedeutet und für wie wunderbar und anbetungswürdig ich ihn erachte. Ich kenne Menschen, die können das im Gebet total gut, mir fehlen meist die Worte und falls mir doch mal welche einfallen, kommen sie mir aus meinem Mund so aufgesetzt und unwürdig vor. Nicht so, wenn ich singe.
Manchmal,nein meistens beginne ich ganz unscheinbar, noch ziemlich abgelenkt, mit den Gedanken nicht bei Gott, aber das verändert sich im Laufe der Zeit, meist sogar im Laufe weniger Lieder. Und plötzlich mache nicht mehr ich den Lobpreis, sondern der Lobpreis macht etwas mit mir. Und heute ist mir bewusst geworden, was das ist.
Johannes Hartl erzählt in seinem Youtube Vortrag mit dem verheißungsvollen Titel "Wie man eine zweistündige Gebetszeit überlebt.", Gebet ist eine Entscheidung. Es ist die Entscheidung sein Herz zu öffnen, ihm zu befehlen jetzt aufzuwachen und sich dem Vater zuzuwenden. Es ist sicher Übungssache das verbal zu tun und seinem Herzen das tatsächlich zu befehlen und ich hab das auch ein paar Mal erfolglos und zugegeben eher halbherzig versucht, aber jetzt weiß ich, wie ich das ganz ohne Anstrengung erreichen kann, ganz ohne Worte.
Denn einen Akkord anschlagen und das erste Lied ansingen sagt meinem Herzen genau das: Wach auf, wir wollen beten! Und wenn mein Herz auch nicht gleich erwacht, nicht solange ich Lobpreis mache, aber wenn der Lobpreis beginnt etwas mit mir zu machen, dann wacht mein Herz auf, dann hört es zu, dann fängt es an zu singen und wenn ich die Gitarre dann irgendwann weglege, dann möchte es weiter beten und dann kann ich beten, vermutlich ewig:) Und beten stillt den Hunger den ich habe, sowohl körperlich als auch geistig. Wie schon erwähnt, macht Lobpreis die vielfältigsten Symptome zunichte.
Wenn ich diese Erkenntnis doch nur für immer verinnerlichen könnte... ;)

Edit 16.45 Uhr:
Der Tag ist fast rum. Irgendwie bin ich, obwohl ich mich nicht schwach oder so fühle, nicht richtig in die Gänge gekommen. Ich hab jetzt auch bissl Kopfschmerzen und bin irgendwie müde. Ich glaube aber, daß liegt daran, dass ich heute nicht groß draußen war. Mein nachmittäglicher Spaziergang musste leider ausfallen, weil es geregnet hat und immer noch regnet:(
So hatte ich heute echt viel Zeit. Hab viel gelobpreist und ich liebe das auch, aber irgendwann werden meine Hände müde... Ich glaube, ich spüre,  dass es Zeit ist nach Hause zu gehen und größere geistliche Kämpfe auszufechten als "lobpreise ich jetzt oder lese ich Bibel?";).
Ich denke, ich bin gerüstet und ehrlich gesagt, bin ich auch sehr gespannt, ob sich irgendetwas verändert hat. Ich meine, soviele Erkenntnisse und Erlebnisse mit Gott, davon muss doch was hängen geblieben sein und wenn nicht, welch Armutszeugnis. Aber ich bin da wie immer ziemlich zuversichtlich. Grad hab ich auch das Gefühl, es geht nicht wirklich ums Fasten. Nach der "Fastenkrise" die letzten beiden Tage, wähne ich mich erstmal in Sicherheit und bin frohen Mutes, dass es die nächsten Tage ziemlich entspannt wird, vor allem, weil es wieder ordentliches Wasser gibt - hoffentlich. Meine Aversion gegen Wasser ist echt ein Problem. Aber ixh betrachte es mal als die ultimative Anfechtung, fühle mich geehrt und trinke trotzdem weiter Wasser;) Als ob ich es daran scheitern lassen würde,  als ob Gott mich daran scheitern lassen würde. Bei mir zuhause liegt der Penny auf meinem täglichen Weg und wenn das mit dem Wasser nicht besser wird, probier ich jede Teesorte, die die dort haben;) Lieber wäre mir natürlich, dass ich morgen feststelle, dass das Chemnitzer Leitungswasser tatsächlich das Lob verdient, welches ich ihm schon die ganze Zeit zuteil werden lasse.

Es tut mir ja echt leid, dass die Texte von Tag zu Tag umfangreicher geworden sind, dann wieder dachte ich, mich würde ein Zeugnis bzw ein Fastenbericht aus zwei Sätzen nicht wirklich zum Fasten motivieren. Wenn jemand nach 40 Tagen Wasser fasten schreiben würde: "Ich habs geschafft. 40 Tage Wasserfasten. War cool. Würde ich weiter empfehlen." Mh. Es ist doch schon interessant zu sehen, was das mit einem Macht und vor allem abschätzen zu können, welche Krisen sich zu etwa welcher Zeit anbahnen und dass man sie überwinden kann, weil... WIR ÜBERWINDER SIND! Durch ihn, der die Welt überwunden hat, weshalb wir getrost sein dürfen. Hach, ich liebe die Bibel. Echt! Obwohl ich sie noch nie vollständig gelesen habe, fällt mir in so ziemlich jeder Situation eine passende Stelle zur Ermutigung ein.
Gott ist ein großartiger Vater!  Einer, der uns nie vorhält, was wir nicht können, sondern uns im Gegenteil sagt: Wir können alles, sogar das, was außerhalb unserer Vorstellungskraft liegt, physikalisch Unmögliches und wir können es durch ihn! Ich liebe ihn, diesen unseren Vater!:)

Gebet und Fasten - Tag 6

Also heute fühl ich mich zum ersten Mal so richtig schlapp. Jede Bewegung verlangt mir unheimlich viel ab und ganz ehrlich, wenn es so wie heute weiter gehen würde, keine Ahnung, wie ich 40 Tage schaffen sollte.
Aber ich stelle mich auf zwei Bibelverse, von denen ich grad nicht weiß,  wo sie stehen, aber ich bin dankbar, dass der Inhalt in meinem Kopf ist ;)
Der erste ist:
"Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." (vlt auch seine?! ;))
Das lässt mich sehr hoffen, dass Gott in mir stark wirkt,  vor allem dann, wenn ich mich total schwach fühle.
Der zweite (1.Korinther 4,20):
"Das Reich Gottes besteht [...] in Kraft!"
Und Kraft ist ja wohl genau das, was ich jetzt gut gebrauchen kann. Glücklicherweise bin ich Teil von Gottes Reich, also ist diese Kraft ein Teil von mir, auch wenn ich gerade wenig davon spüre. Sie wird frei gesetzt werden, davon bin ich überzeugt.
Vorhin nach der Messe betete ich. Ich sagte Gott, ich fühl mich grad echt am Boden und mir fiel wieder ein, dass Ingwer den Kreislauf gut in Schwung bringt. Ich danke Gott für diesen Impuls und hoffe das Beste:)
Fest steht, er wird mich nicht im Stich lassen, denn er ist bei mir alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! (Matthäus 28,20)
Ich liebe diese Zusage!!

Hunger hab ich übrigens nach wie vor nicht wirklich. Heute kam während des morgendlichen Stundengebets eine Frau mit frischem Brot in die Kirche. Sie saß einige Reihen hinter mir, aber ich roch das sofort. Ich fragte mich, ob ich diesen Geruch noch vor einer Woche wahrgenommen hätte?  Sicher nicht. Das ist doch ziemlich cool, diese Sensibilisierung. Dennoch hatte ich nicht den Drang es ihr sofort zu entreißen und aufzuessen. Ich freute mich einfach über den lieblichen Duft. Essen schien gar keine Option, nicht nur der Lage wegen;)

Edit etwa zwei Stunden später :
Es hat sich herausgestellt, dass meine Kreislaufschwäche vermutlich weniger mit dem Fasten, als vielmehr mit meiner einige Tage zu früh kommenden Periode zu tun hat. Halleluja!? Das heißt,  diese Schwäche ist zeitlich absehbar, aber nachdem ich nun Ingwertee getrunken und eine gute Stunde gelobpreist habe, geht es mir ohnehin wesentlich besser. Das verdient wirklich ein HALLELUJA!! :)

Edit am Abend:
Es gibt eigentlich nichts bedeutsames zu berichten. Mein Kreislauf ist nicht der beste, aber auch nicht mehr so schwach wie heute früh. Nach einem weiteren Spaziergang zum Netto stellte ich fest, Spaziergang und danach Treppen ist echt heftig, aber ist halt so. Desweiteren stellte ich fest, daß ist ein bisschen wie beim Ausdauerlauf, es ist gut sich noch ne Runde auszulaufen, dann verkraftet der Kreislauf die Anstrengung besser,  deswegen war es heute nicht so schlimm wie gestern. Außerdem hab ich mir eine kleine Bewegungsabfolge ausgedacht, die meinen Kreislauf nach dem Liegen wieder etwas in Schwung bringt und nebenbei Gott lobt;) Quasi ein Sonnengruß für Christen, obwohl ich diese götzenverehrende Übung ungern mit der meinen vergleiche, aber zur Veranschaulichung ist es vielleicht ok.
Es ist jetzt 19.00 Uhr. Ich werde mir jetzt noch eine Weile die Bibel, genauer den 2.Korinther Kapitel 2 zu Gemüte führen und danach vermutlich einschlafen.
Ich hatte ja gehofft, die Messe ist morgen, am Samstag, etwas später, aber es sieht so aus, als ob ich auch morgen 6.30 Uhr aufstehe. Ich weiß gar nicht so recht, was die Messe mir gibt... Ich glaube, die Messe an sich nichts, aber es ist eine gute Einstimmung auf das Gebet danach. Ich hab immer echt Schwierigkeiten meine Gedanken zu ordnen und Gott Raum zu geben, aber mit der Messe vorneweg gelingt mir das recht gut.
Im Moment überlege ich auch, wie ich es schaffe, meinen Alltag Gott unterzuordnen. Ich sage bewusst nicht, Gott in meinen Alltag einzubauen, weil ixh glaube, wo immer Gott eine untergeordnete Rolle spielt,  ist das Verhältnis verkehrt. Das soll nicht mehr so sein. Es war lang genug so. Das heißt vermutlich, dass ich mich sozial gesehen etwas rarer machen muss, aber vielleicht ist das e mal dran. Ich möchte gern feste unumstößliche Zeiten in meinem Alltag, die für Gott sind. Ich hoffe, nein ich bete, dass Gott mir hilft, diese Zeiten zu finden. Und ich bin zuversichtlich, dass er dieses Gebet nicht lange unerhört lässt.
So weit zum heutigen Tag. Es geht weiter. Jeden Tag. Dafür bin ich sehr dankbar.
Und Vater,  ich danke dir auch, dass du mir immer neuen Mut schenkst, neue Kraft. Entmutigung und Aufgabe sind aktuell keine Option und dafür danke ich dir von Herzen!! AMEN

PS: Ich hab einen lieben Kontakt hier im Gästehaus geknüpft. Wir kamen ins Gespräch, weil sie meinen Lobpreis mochte, hier im Gästehaus ist es sehr hellhörig. Ich finde es schön, dass dieser Lobpreis auch andere Herzen berührt und sicherlich auch mit Gott verbindet. Eigentlich hatte ich gebetet, dass ich hier mit niemandem in Kontakt komme, damit ich nicht abgelenkt werde. Aber wir konnten einige Zeugnisse austauschen und ich glaube, es war für uns beide sehr ermutigend. Zwei völlig unterschiedliche Geschichten und doch einer, der sie beide eingefädelt hat. Ich kann immer wieder nur Staunen über Gottes Kreativität und Liebe zum Detail. Ich finde tatsächlich nur selten Worte für diesen meinen wunderbaren, liebevollen Vater! Ich bin so dankbar, dass ich ihn erkennen durfte. Niemand kann seine Liebe zu mir und meine Liebe zu ihm verstehen, der ihn nicht kennt und es mutet sicherlich total befremdlich und weltfern an. Ich weiß noch, wie ich das empfand, als ich kein Christ war. Umso mehr wünsche ich jedem die Erkenntnis über unseren himmlischen Vater. Er ist ein Vater,... Und was für einer!!! <3

Gebet und Fasten - Tag 5

Heute morgen hab ich ein wenig Bauchgrummeln. Die Youtuberin Ashley hatte das auch, weil sie die ganze Zeit nur Wasser mit Kohlensäure getrunken hatte. Seit ich hier im Kloster bin, hab ich das Leitungswasser auch ein wenig mit Kohlensäure gestreckt, weil es so ekelhaft weich schmeckt. Mein ursprünglicher Plan war, mir Unmengen stilles Wasser mit ins Kloster zu nehmen, dann dachte ich aber Leitungswasser tuts auch. Leider ist die nächste Einkaufsmöglichkeit ein Stück entfernt und ich hab kein Auto - doof, aber es sind ja nur noch 3,5 Tage, dann komm ich wieder in den Genuss des guten Chemnitzer Leitungswassers.
Ich werd wohl einfach wieder eine Zitronenscheibe ins Wasser geben und das kohlensäurehaltige Wasser weglassen... Und ganz wichtig: Beten! Gott wird mir sicher helfen, das Bauchgrummeln loszuwerden und die restlichen Tage mit diesem Leitungswasser zu überstehen. Daran wird es jetzt wohl nicht scheitern.
Ansonsten gehts mir nach wie vor ohne Essen sehr gut :)

WOW! Heute während des Stundengebets nach der Messe ist etwas passiert. Ich kann es gar nicht so recht beschreiben, aber es war als ob mich Engel aus der Kirche näher zu Gott getragen hätten.  Das klingt voll abgefahren, aber ich kann es nicht anders in Worte fassen. Ich war noch in der Kirche, aber irgendwie war ich auch nicht mehr da. Dort,  wo ich war, war es heller, viel heller. Und Gott hat mich auf Sachen aufmerksam gemacht, wo ich selbst noch vergeben musste und auch Vergebung von ihm bedurfte. Das ist alles, woran ich mich erinnere. Ich hab auch gebetet, aber ich hab keine Ahnung mehr für was. Es war irgendwie nicht von dieser Welt. Im Nachhinein erklärend würde ich sagen,  der Geist Gottes hat von mir Besitz ergriffen. Ich glaube,  das habe ich noch nie auf diese Weise erlebt. Überhaupt erlebe ich Gott hier im Kloster ganz anders. Meist nüchterner,  nicht so gefühlsbetont, aber er ist da.

Ich entdecke hier im Kloster auch eine ganz neue Liebe für das Wort Gottes. Ich meine, schon seit einiger Zeit ist mir klar, dass Gottes Wort das einzige ist, was mir Kraft geben kann, und Zuversicht, was mich zur Ruhe kommen lässt, aber mich gleichzeitig auch innerlich aufwühlen kann und ich kann schon länger nicht mehr schlafen ohne vorher in der Bibel zu lesen. Doch zuletzt ist es eher eine Routine geworden. Ich hab es gemacht, aber ich hab mich nicht mehr voll drauf eingelassen, mich vlt nicht mehr so sehr darauf gefreut. Und ich hab mich gewundert, warum dieses anfängliche Feuer für das Wort ein wenig kleiner geworden war. Und jetzt weiß ich es wieder: Ich hatte das Bewusstsein dafür verloren, wie wertvoll es ist. Welche unbezahlbaren Schätze und Weisheiten es enthält und was es mir tatsächlich alles gibt. Hier im Kloster habe ich wieder mehr Ruhe dafür und kann es genießen, es ist nicht ein Punkt auf der Tagesordnung und dann kommt der nächste, sondern ich lese, solange ich will und ich denke darüber nach solange ich will und ich hab alle Zeit der Welt. Und ich entdecke, Gott ist nicht nur ein liebender Vater - das hab ich eigentlich immer präsent - Nein, er ist unglaublich weise und er kennt jede Facette seiner Schöpfung. Er kennt uns so genau, dass es einem Angst machen könnte. Und er verknüpft soviele Stellen des Wortes miteinander. Was immer er sagt, er sagt es nicht nur einmal in der Bibel, sondern tausend mal, damit wir es verstehen, weil er weiß, dass wir so leicht vergessen, so leicht verlieren, was er uns sagen will. Ich finde das fantastisch. ER ist fantastisch und es ist mir eine Ehre, dass er mich als sein Kind erwählt hat. Mich, vaterlos aufgewachsen. Und jetzt hab ich den besten Vater, den man sich nur wünschen kann. Ich glaube,  ich bin ein bisschen neu verliebt in Gott :)

Ich bete die ganze Zeit, dass ich das, was ich jetzt hier habe, auch mit nach Hause nehmen kann, aber ich glaube, das, was Gott in meinem Herzen verankert, das bleibt. Und ich faste ja nach wie vor und ich bin sicher, dass Gott noch weiter an mir arbeiten wird und ich glaube, ich habe nicht die geringste Vorstellung davon, was Gott in dieser Fastenzeit Alles in mir verändern wird. Ich bin ja gerade erst am Anfang. Tag 5 - lächerlich ;)

Edit am Nachmittag:
Zunächst bin ich überaus dankbar, dass der Netto, den ich bei Google Maps entdeckt hatte, bei weitem nicht so weit weg war, wie ich vermutet hatte. So konnte ich jetzt endlich anständiges Wasser kaufen und mir einen Kräutertee besorgen, denn leider war mir der, den ich im Kloster erstanden hatte und der echt gut klang, einfach zu heftig, selbst in der geringsten Dosierung.
Dieser kleine hügelige Weg zum Netto und zurück wirft nun aber echt die Frage auf, wie ich meinen Alltag überstehen soll:D Ich war vielleicht eine halbe Stunde unterwegs und hab es kaum bis zu meinem Zimmer geschafft, so kraftlos hab ich mich gefühlt. Schon allein die Treppen zu meiner Wohnung im dritten Stock scheinen mir unüberwindbar. Aber Jesus ist der Überwinder der Welt und er lebt in mir, also werd ich das wohl irgendwie und vor allem nur durch ihn schaffen, aber ein bisschen Bedenken hab ich natürlich schon. Es kann allerdings ja auch nicht ewig so leicht sein wie jetzt, sonst würden ja alle Menschem ständig fasten. Ich beschließe die Tage hier im Kloster jetzt umso mehr noch zu genießen und wenn es soweit ist, dann werde ich den Alltag schon meistern: Jeder Tag hat seine eigene Plage! (Scheint der Leitspruch für meine Fastenzeit zu sein ;) Steht übrigens in Matthäus 6 Vers 34!)

PS: Das Bauchgrummeln hat sich übrigens im Laufe des Vormittags wortwörtlich in Luft aufgelöst ;)

PSS: Mein ebenfalls idealer Reisebegleiter ist das Hörbuch "In meinem Herzen Feuer"  von Johannes Hartl, welches ich als Weihnachtsgeschenk für die Mitarbeit in meiner Gemeinde erhalten habe. Das Buch dazu steht schon ewig auf meiner Amazonwunschliste. Nun hatte ich das Hörbuch schon eine Weile, kam aber nicht dazu es anzuhören. Und jetzt hier im Kloster die passende Gelegenheit und ich sehe wieder wie Gott den richtigen Zeitpunkt für alles, für jede noch so kleine Banalität kennt, denn dieses Hörbuch begleitet mich Schritt für Schritt. Was immer meine Gedanken gerade einnimmt, erörtert wenig später Johannes Hartl in seinem Buch. Das ist doch verrückt! Er kann das doch nicht wissen. Aber Gott weiß es. Er weiß einfach alles und (Liedzitat): He makes all things work together for my good! (Jesus Culture - Your love never fails) Es greift ein Rädchen in das andere und dann läuft die Sache! Ein herrlicher, ein großartiger,  ein bewunderns- und anbetungswürdiger Gott, der mich seine Tochter nennt, ist das!!!!

Edit 2 20.14 Uhr: Ein echtes Problem beim Fasten ist, dass man permanent friert, also falls ihr fastet, zieht euch warm an;)

Gebet und Fasten - Tag 4

Heute mal ein paar Bibelstellen zum Thema Fasten:
Heute früh erst in der Messe gehört Jona,3, 4-10:

"Und Jona fing an, eine Tagereise weit in die Stadt hineinzugehen, und predigte und sprach: Noch vierzig Tage, und Ninive wird zerstört! Und die Leute von Ninive glaubten Gott und riefen ein Fasten aus und legten Säcke an, vom Größten bis zum Kleinsten. Und das Wort gelangte bis zum König von Ninive; der stand von seinem Throne auf, legte seinen Mantel von sich, hüllte sich in einen Sack und setzte sich in die Asche. Und er ließ ausrufen und sagen zu Ninive: «Auf Befehl des Königs und seiner Großen: Menschen und Vieh, Rinder und Schafe sollen nichts genießen, sie sollen weder weiden noch Wasser trinken; sondern Menschen und Vieh sollen sich in Säcke hüllen und mit Macht zu Gott rufen und sollen sich abwenden, ein jeder von seinem bösen Wege und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt! Wer weiß, Gott könnte andern Sinnes werden, es sich gereuen lassen und abstehen von seinem grimmigen Zorn, so daß wir nicht untergehen!» Da nun Gott ihre Taten sah, daß sie sich abwandten von ihren bösen Wegen, reute ihn das Übel, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht."

So gibt es in der Bibel zahlreiche Stellen, wo Könige Fasten ausrufen, um ihr Reich vor Unheil zu bewahren. Hier bei Jona ist es das drohende Gericht Gottes. An anderen Stellen wird vor einer großen Schlacht gefastet.
Jesus bspw wurde vom Heiligen Geist vorbereitend für seinen Dienst an den Menschen zum Fasten in die Wüste geschickt und fastete dann auch nochmal um sich auf sein Opfer vorzubereiten.
Fasten kann also vielseitig eingesetzt werden, aber immer dient es der Rückbesinnung auf Gott.
Johannes Hartl meint in seinem Buch "In meinem Herzen Feuer", dass Fasten uns zeigt, welche Bedürfnisse wir mit Essen befriedigen: Neben Hunger suchen wir im Essen Trost, Belohnung, Ruhe... Das alles fällt quasi weg, wenn wir nichts essen und es zieht uns wieder zu Gott, weil uns klar wird, das er derjenige ist, der diese Bedürfnisse befriedigen kann.
Es ist gut Essen zu genießen und es ist gut Gott dafür zu danken,  aber es ist nicht gut, dass wir im Essen Dinge suchen, die wir eigentlich bei Gott suchen sollten.
Es scheint für mich kein Wunder mehr, dass es soviele übergewichtige Leute gibt, es gibt ja auch soviele Leute, die Gott nicht kennen.
Und so langsam dämmert mir, was Jesus damit meint, wenn er sagt:
"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht! " (Mt 4,4)
Er sagt nicht nur, wir können auch mal ohne Essen auskommen. Vielmehr sagt er, alles, was wir mit Essen versuchen zu befriedigen, sind Dinge,  die wir von Gott bekommen.
Vielleicht reflektiere ich das Essen mehr, wenn das Fasten beendet ist. Wie oft hab ich mich nach einem anstrengenden Tag aufs Sofa gesetzt und Süßigkeiten gegessen, in der Annahme, dass ich das jetzt wirklich verdient hätte und auch bräuchte. Und wie falsch lag ich damit vermutlich? War es nicht vielmehr Gott, den ich da brauchte?

Ich sehe auf jeden Fall, dass ich gerade nichts von all dem Essen brauche und es geht mir mitnichten schlechter. Vielleicht bin ich sogar ausgeglichener? Das wird sich natürlich erst zeigen, wenn ich wieder in meinem Alltag angekommen bin.
Im Moment fühl ich mich wie in einer großen Blase. Es gibt hier im Kloster nur Gott. Ich beschäftige mich mit nichts anderem, als nur Gott. Trotzdem fühl ich ihn hier nicht so, wie ich es erwartet habe.
Ich hatte gehofft, seine Gegenwart wird hier richtig krass erfahrbar, aber so ist es bisher nicht. Bisher erfahre ich eher mich selbst und was ich so treibe, wenn ich nur mit mir bin.
Wie hat das wohl Johannes der Täufer gemacht? Der hat doch sein ganzes Leben in der Wüste verbracht.
Mein Gefühl ist: Ich brauch die Gemeinschaft und ich brauch es Liebe zu geben und sicherlich auch zu empfangen um Gott zu spüren, aber Johannes hatte keine Gemeinschaft und ich glaube, er war trotzdem sehr verbunden mit Gott.
Vielleicht erwarte ich aber auch zuviel... Kann man zuviel von Gott erwarten?  Wohl eher nicht. Der Herr verspricht in Jesaja 58, 8-11:

"Alsdann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird rasche Fortschritte machen; deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deine Nachhut sein! Dann wirst du rufen, und der HERR wird antworten; du wirst schreien, und er wird sagen: Hier bin ich! Wenn du das Joch aus deiner Mitte hinweg tust, das Fingerzeigen und das unheilvolle Reden lässest; wenn du dem Hungrigen dein Brot darreichst und die verschmachtende Seele sättigst; alsdann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag! Der HERR wird dich ohne Unterlaß leiten und deine Seele in der Dürre sättigen und deine Gebeine stärken; du wirst sein wie ein wohlbewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, deren Wasser niemals versiegen."

Das alles verspricht Gott dem, der gottgefällig fastet. Er erläutert vorneweg auch, was gottgefälliges Fasten ist:
Nicht, dass wir Fasten, den Kopf hängen lassen und unseren normalen (unrechten) Geschäften nachgehen, sondern dass wir uns nicht nur beim Essen beschneiden, sondern gleichzeitig auch unserer Seele Einhalt gebieten,  uns nicht nur um uns drehen, sondern um die Bedürftigen, die, die offensichtlich Hilfe brauchen. Das ist Fasten, wie es Gott gefällt und das ist Fasten, welches auch  persönlichen Segen bringt: Wegzuschauen von sich selbst hin zu anderen. Das Clevere daran ist, ich glaube, Gott hat das Fasten mit Absicht so eingerichtet, dass eben das automatisch passiert.
Vor allem bei einem längeren Fasten ist es unabdingbar von sich weg zu schauen, denn wenn man die ganze Zeit auf sich und seinen Hunger schaut, dann kann man es nicht durchhalten, glaube ich.
Hier im Kloster empfinde ich das ganz stark. Ich hab zwar viel Zeit für mich, aber ich Investiere sie nicht in mich. Ich schaue auf Gott und so ist es vielleicht nicht verwunderlich,  dass ich nahezu keinen Hunger empfinde.
Mich hungert es nach Gott und seiner spürbaren Gegenwart und ich bete, dass er das in dieser Zeit noch frei setzt. Ich weiß, er ist da, aber ich möchte es so gern auch spüren - ganzheitlich!
Vater, ich bitte dich, schenke mir diese ganzheitliche Offenbarung deiner Gegenwart. Du weißt, ich bin ein Mensch und ich kann nicht ewig zerren nur von dem WISSEN, dass du da bist. Ich kann nicht und ich will nicht!
AMEN

Edit: Heute hab ich wirklich viel Zeit im Lobpreis verbracht und ich ahne, was es bedeutet, dass Gott im Lobpreis thront.
Ich werde das die nächsten Tag bewusst noch mehr einbauen.

Gebet und Fasten - Tag 3

Auch der Tag 3 verläuft bisher prima. Hunger ist kein besonders präsentes Gefühl, vor allem vermutlich , weil ich hier im Kloster nicht mit essen konfrontiert werde.
Was ich allerdings echt zugeben muss: Ohne Essen ist es ziemlich langweilig. Es scheint als ob ich einen Großteil meiner Zeit sonst mit Essen verbringe, ob das gut ist, sei mal dahin gestellt. Aber jetzt, da dieses "Hobby"  wegfällt, bleibt ECHT VIEL Zeit. Natürlich suche ich hier im Kloster bewusst die Stille vor Gott und ich genieße auch total, dass ich beten, Bibellesen und lobpreisen kann, wann immer mir danach ist, aber der Gegensatz zu meinem Alltag ist krass! Ich hoffe, ich kann etwas von dieser Stille am Ende der Woche mit nach Hause nehmen!
So weit, so gut.... Gleich beginnt das mittägliche Stundengebet. Dazu später mehr! Auf jeden Fall bin ich mitnichten interessiert das Fasten aufzugeben, im Gegenteil: Nach meiner momentanen Einschätzung kann ich das ewig durchhalten, die Frage ist nur, warum sollte ich das tun? Nach wie vor liebe ich Essen;) Ich denke jedoch mein Blick auf Essen wird sich im Laufe dieser Fastenzeit noch verändern. Nicht, dass ich es dann nicht mehr mag, aber vielleicht erkenne ich besser, was gut und was schlecht ist?!
Einen Durchbruch hatte ich übrigens heute: Im Gegensatz zu den letzten Nächten habe ich diese Nacht mal nicht von Essen geträumt :)

Edit: Ich suche ja bewusst die Stille hier im Kloster, damit Gott zu mir sprechen kann. Und vorhin beim Stundengebet kam mir der Gedanke, dass manche Menschen auch Angst haben vor eben dieser Stille.  Sie meiden sie. Aber ich empfehle, sie nicht zu meiden, sondern sie zu suchen. Ich glaube,  Gott gibt uns in dieser bewussten Stille nicht nur Weisungen unser äußeres Leben betreffend,  sondern macht uns auch und vielleicht sogar vor allem auf unseren inneren Zustand aufmerksam.

"Ich, der HERR, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, [...]"

Es ist so wichtig, dass wir nicht immer nur bitten, dass Gott Dinge um uns herum verändert. Am wichtigsten ist es, dass er uns verändert. Jesus selbst sagt, was den Menschen verunreinigt, kommt aus seinem Inneren. Wenn wir also näher zu Gott wollen, dann muss er unser Herz verändern. Und entweder wir wehren uns dagegen und Gott tut es trotzdem, aber der Weg kann lang und schmerzhaft sein, oder wir öffnen uns Gott und geben ihm Raum uns zu zeigen, was er als nächstes verändern möchte und beugen uns ihm. Er bewirkt ja sowieso die Veränderung in uns, wir können es nicht und wir brauchen auch nichts zu tun, außer es zuzulassen.
Während des Stundengebets betete ich meinerseits,  Gott möge zu mir sprechen und tatsächlich hat er mich auf etwas aufmerksam gemacht, dass schon seit Tagen immer mal Thema ist, mir aber nicht in den Sinn kam, dass es konkret mit mir zu tun haben könnte. Gott und ich haben jetzt also ein konkretes Ziel, dass hier im Kloster seinen Anfang nimmt und vermutlich länger braucht, als ich hier bin,  aber ich danke ihm sehr, dass er antwortet, wenn wir ihn bitten zu sprechen:)

Mal noch ein Wort zum Thema Entgiftung. Ich erwähnte ja diverse Wehwehchen,  die ich mit dem Fasten gern loswerden wollte. Eines davon ist vermutlich eine Art Neurodermitis, also trockene juckende Stellen, die ein Mitbringsel meiner letzten Schwangerschaft war. Ich hab schon vor geraumer Zeit entdeckt, dass es besonders schlimm juckte, wenn ich viel Zucker aß - Was mich selbstverständlich nicht davon abhielt Viel Zucker zu essen;) Jetzt gerade merke ich jedenfalls wie einige innere Gifte nach außen befördert werden, was heißt, dass gerade alles besonders doll juckt. Und auch meine Haut im Gesicht sieht gerade nicht gut aus, ich nehme aber ganz stark an, dass sich das im Laufe des Fastens positiv entwickelt. Ich hab ja gerade erst angefangen - woran ich lieber nicht denken mag, ABER Jeder Tag hat seine eigene Plage ;) Und bisher läufts ja fantastisch! GOTT SEI DANK dafür!!

Und wie versprochen noch eine Erläuterung zum Stundengebet:
Hier im Kloster wird quasi permanent gebetet. Es gibt eine Gebetszeit um 4.30 Uhr, an der ich natürlich noch nie teilgenommen habe. 4.30 Uhr aufstehen ist absolut keine Option für mich;)
Die nächste Gebetszeit ist um 6.00 Uhr, dann eine um 7.45 Uhr (davor ist immer die heilige Messe), danach ist eine um 11.30 Uhr. Die nächste Gebetszeit ist um 17.00 Uhr und die letzte Gebetszeit des Tages ist um 19.00 Uhr.
Jede Gebetszeit hat ihren eigenen lateinischen Namen und einen speziellen lateinischen Text, ein Gebet, welches singend vorgetragen wird. Zwischendrin gibt es den ein oder anderen Bibelvers, aber hauptsächlich bestehen diese Gebetszeiten aus Gesang. Und es ist wirklich so, wie man es sich vorstellt: Hohe Gesänge hallen durch die riesige und nebenbei wunderschöne Kirche und es entsteht schon irgendwie eine heilige, eine würdige Atmosphäre, wie ich finde. Überhaupt scheint in der katholische Kirche Gottes Heiligkeit hauptsächlich betont zu werden, wo ich in meiner Kirche eher diesen nahbaren väterlichen Gott erfahre. Beides ist gut und ich glaube, beides ist wichtig. Das die Katholiken und die Evangelen nicht sehen, dass sie sich eigentlich gegenseitig brauchen, ist sehr schade. Was ich gern übernehmen möchte für mich, ist sich vor diesem heiligen Gott, vor meinem König zu verbeugen, bevor ich mich in die Kirche setze. Ich finde,  das hat er verdient.
Wie dem auch sei, ich empfehle jedem, sich so ein Stundengebet mal anzuschauen bzw. zu hören, denn die Atmosphäre lässt sich mit Worten selbstverständlich nur schwer beschreiben.
Was ich ganz und gar nicht empfehle, ist sich einen Rosenkranz anzuschauen. Ich wohnte gestern einem bei und musste die Kirche nach der Hälfte verlassen. Es werden dort abwechselnd Gebete an Gott und Maria, die Mutter Jesu gerichtet. Das ganze mehrmals hintereinander und mit immer wechselnden Passagen zwischen den Schwestern und der Gemeinde.
Ich hab ja schon viel gehört von der Heiligenverehrung der Katholiken und bisher habe ich persönlich das nicht verurteilt,  weil auch noch nicht recht Stellung bezogen,ABER ich kann euch sagen: Gestern wäre ich am liebsten aus der Kirche gerannt und hätte allen noch zugeschrien "Das ist Götzendienst!".
Bereits bei der ersten Anbetung der Maria schüttelte es mich, aber ich sagte, ok, ich schau mir das an, ich mach nicht mit. Beim zweiten Mal betete ich massiv dagegen und bat Jesus allen die Augen über diesen Götzendienst zu öffnen. Er tat es nicht und so musste ich beim dritten Mal raus aus der Kirche, weil ich diese Anbetung eines Menschen, Maria hin oder her, einfach nicht mehr ertragen konnte. Ich bin sicher, Maria selbst würde sich im Grab umdrehen, wenn sie das wüsste,  sie, die als erste und einzige immer ganz sicher wusste, wer ihr Sohn war. Paulus sagt:
"Es gibt einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, den Mensch Jesus Christus."
Daran gibts nichts zu rütteln. Da können die Katholiken ihre angeblich Heiligen anbeten, wie sie wollen.- Was heißt den heilig? Ist nicht nur Gott heilig und ist nicht er der einzige, der jemanden heiligen kann? Entweder ist kein Mensch heilig, denn so ist es von Natur aus, oder wir sind alle heilig, denn wir sind geheiligt durch das Blut Jesu Christi. Aber es gibt unter uns Glaubensgeschwistern nicht einen, der heiliger ist als ein anderer und ea gibt vor allem auch nicht einen, nicht Maria, nicht dich, nicht mich, der sich das in irgendeiner Weise verdient hätte.
Was also die Katholiken machen ist Menschen anbeten - Götzen. Kein Wunder, dass ich das keine Sekunde länger aushalten konnte.
Ich danke dir Vater,  dass du mir bezüglich dieser Sache jetzt ein klares Bild, eine klare Position gegeben hast. Danke, dass ich deinen Geist habe und dass er zu mir spricht, wenn ich mich fernab deines Weges für mich bewege. Ich bete wirklich für jeden in diesem Kloster, dass du ihm bezüglich dieses Götzendienstes Offenbarung schenkst und dass du dich verherrlichst,  dass du ihnen zeigst, dass sie durch Jesus direkt zu dir sprechen können und nicht noch zusätzliche Mittler brauchen!
Und Vater, ich bete, dass deine Heiligkeit und deine Nahbarkeit in den Herzen deiner Gemeinden wieder zueinander finden. Lass sie erkennen, dass du beides bist und das eben dies, das große Geheimnis ist, welches dir inne wohnt: Dass du heilig bist und doch väterlich liebst.
AMEN

Montag, 15. Februar 2016

Gebet und Fasten - Tag 2

Heute früh kam ich etwas schwer in die Gänge. Mir war ein wenig schwindelig,  aber das ließ sich durch einen halben Liter Wasser schnell beheben.
Ansonsten hatte ich heute vormittag mal eine Stunde zum Lobpreis hören Zeit. Das hat mir sehr gut getan:)
Bisher (es ist mittag) fällt mir auch dieser Tag nicht allzu schwer, ich fühl mich auch nicht sonderlich schlapp, vielleicht ein wenig müde,  aber das bin ich mittags immer.
Abgesehen von dem Heißhunger,der sich in mir breit macht, wenn meine Familie etwas isst, ist eigentlich alles wie immer.
Ich schätze, das ist gut;)
Jetzt gehts gleich ins Kloster und ich glaube,ab da kann ich das Fasten endlich so richtig auf Gott ausrichten. Ich freu mich:)

Edit 18:28 Uhr:

Ich hab mich vorhin gefragt, welchen Wert das eigentlich hat, wenn man hinter so eine Klostermauer verschwindet und zwar irgendwie nur noch für Gott lebt- Was ja auf jeden Fall das beste ist, was man tun kann_, aber ich fragte mich, welchen Wert hat das für die Welt und auch für einen selber? Warum sollte man das tun? Ist das gottgefällig? Oder sollte man nicht lieber sein Leben Gott widmen und trotzdem in der Welt sein. Aber gerade ist mir bewusst geworden, was das soll: Es gibt diesen geregelten Tagesablauf und innerhalb dieser geschützten Mauer hat die Welt quasi keine Macht. Die Welt kann einen nur wenig ablenken, weil sie innerhalb dieser Mauern eine untergeordnete Rolle spielt. Die Frage ist, kann man das auch in sein Leben außerhalb dieser Mauern übertragen?

Edit 2: Übrigens habe ich just ein paar Tage vor Beginn des Fastens eine Aversion gegen Wasser entwickelt. Kein Grund jedoch die Segel zu streichen: Ich füge meinem Wasser immer eine Scheibe Zitrone, ein Stück Ingwer oder beids hinzu, dadurch schmeckt es mir wieder ganz gut :)

Ein Hoch auf Gottes Kreativität und auf seine Schöpfung, die jegliches Obst einschließt und mir ermöglicht mein Wasser geschmacklich so zu verändern, dass es mir schmeckt!
Ich danke dir sehr Vater!
AMEN

Sonntag, 14. Februar 2016

Gebet und Fasten - Tag 1

Es heißt, der erste Tag ist der schwerste. Ich empfinde das eigentlich nicht so. Ich denke, das wird gesagt, weil das Hungergefühl am ersten Tag wahrscheinlich am größten ist. Und ja, es ist schon fies bei jeder Mahlzeit mit seiner Familie am Tisch zu sitzen und auf sein Glas Wasser zu starren... Allerdings fällt es mir trotzdem nicht besonders schwer nichts zu essen, weil ich weiß,  wenn ich heute scheitere, dann wars das. Es ist Tag 1. Wenn ich nichtmal den überstehe, wie soll ich 40 Tage überstehen?
Eigentlich wollte ich getreu dem Motto:
"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort aus Gottes Mund" (5.Mose 8,3) immer dann, wenn gegessen wird in der Bibel lesen,  aber das ist mit Familie schwer umsetzbar. Heute beim Mittag hab ich allerdings die Zeit genutzt zu beten, das ging ganz gut.
Besonders erleuchtet oder so fühle ich mich noch nicht, aber ich fühle, Gott ist bei mir und er unterstützt mich bei diesem Vorhaben. Und was mir auch aufgefallen ist, es tut mir um jeden Happen Essen leid, der weggeschmissen wird. Bspw esse ich sonst immer den abgeschnittenen Rand von unserem kleinsten Kind, das geht jetzt natürlich nicht und so wird der weggeschmissen - dabei sind wir mal ehrlich: Der Rand ist doch das beste vom Brot:/

Danke Vater für deine Treue und dafür, dass du uns veränderst, wenn wir uns auf dich ausrichten!
AMEN

Gebet und Fasten - Entlastungstag

Gestern nun wurde es (fast) ernst. Nachdem ich dem Zucker wieder erlegen war, aber immerhin seit Aschermittwoch den Kosum stark eingeschränkt hatte, kam der Tag vor dem eigentlichen Beginn des Fastens: Der sogenannte Entlastungstag. An diesem Tag habe ich nur Obst und Gemüse zu mir genommen, kein Zucker, kein Mehl, kein Fleisch, wobei Fleisch mir tatsächlich seit geraumer Zeit gar nichts ausmacht.
Ich muss sagen, der Tag lief eigentlich recht gut. Nach meinem nahezu obligatorischen grünen Smoothie zum Frühstück,  gab es Mittags eine Suppe aus roter Beete, Möhren, Pastinaken und Kartoffeln, die so sehr sättigte, dass es mich nicht störte, dass der Rest meiner Familie Klöße und Putenbrust aß.
Nachmittags machten wir einen Spaziergang durch den Wald. Ablenkung ist eine gute Sache beim Fasten;)
Am Abend dann kam auf jeden Fall die ultimative Herausforderung, denn mein Mann und die Kinder holten sich auf dem Rückweg vom Wald Pizza UND ich LIEBE Pizza! Trotz des lieblichen Geruchs blieb ich standhaft und löffelte den Rest meiner Gemüsesuppe... Tag 0 geschafft!;)
Nach dieser kurzen Schilderung vielleicht mal noch etwas zu den Motiven meines Fastens :
Wie gesagt, glaube ich, Gott hat mir das aufs Herz gelegt. Schon länger träume ich davon Jesus auch in dieser Hinsicht nachzufolgen und diese 40 Tage mit und durch ihn zu fasten.
In erster Linie geht es mir darum, näher zu Gott zu wachsen. Da Jesus sagte, wir sollen erst das Reich Gottes suchen und alles andere wird uns hinzufügt werden (Matthäus 6,33), werde ich Gott beim Wort nehmen und zuerst suchen, was er möchte. Natürlich tue ich das auch sonst, so gut ich eben kann, aber ich glaube, Fasten kann mich auf eine Ebene bringen, Gott zu hören und Gott zu vertrauen, die ich ohne Fasten nicht oder zumindest nicht so schnell erreichen könnte.
Dann gibt es noch diese Bibelstelle, in der die Jünger zu Jesus kommen, weil sie es nicht geschafft haben einen Dämon auszutreiben und er sagt Ihnen, dieser ist nur durch Fasten und Beten zu besiegen (Matthäus 17,21). Diese Bibelstelle sagt mir, es gibt Dinge, die sind nur zu bewegen, in dem wir noch näher zu Gott hinwachsen. Ich glaube nicht, dass Fasten ein Zaubermittel ist, aber ich glaube, dass durch Fasten im Zusammenspiel mit Gebet unsere Gottesbeziehung und damit unser Glaube in besonderer Weise gestärkt wird und das wiederum macht uns stark im Gebet. Es macht, dass wir wieder besser wahrnehmen, was Gott will und wir wollen, was er will. Wenn wir für das beten, was er will, dann wird es auch geschehen. Ich habe also auch verschiedene Gebetsanliegen für diese Zeit.
Außerdem ist Fasten natürlich keine rein geistliche Sache und wirkt sich in mehrerlei Hinsicht positiv auf den Körper aus. Mal abgesehen von den überflüssigen Pfunden, die ich damit loswerden kann, hoffe ich auch diverse Wehwehchen wie bspw. Allergien damit endlich loszuwerden. Für mich ist das Fasten ein Reset und ich hoffe, danach ist alles wieder in seiner gottgegebenen Ordnung, was heißt: GESUND.
Nunja, ich bin sehr gespannt, was ich in dieser Zeit mit Gott alles erleben werde.
Gerade ist es noch nicht so, dass ich bewusst mehr Zeit mit Gott verbringe, aber da ich morgen für eine Woche ganz alleine ins Kloster fahre, bin ich zuversichtlich, dass sich das im Laufe des Fastens gut entwickelt :)

Ich danke Gott für diese Herausforderung und dafür, dass ich sie ohne ihn nicht meistern kann. AMEN

Mittwoch, 3. Februar 2016

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

Heute und in nächster Zeit mal ein etwas anderer Post. Bald beginnt ja die Fastenzeit und für Dieses Jahr hat Gott mir, nachdem ich die letzten Jahre immer Gottesferne gefastet sprich täglich Bibel gelesen habe, aufs Herz gelegt 40 Tage lang nur Wasser zu mir zu nehmen.

Ich habe versucht mich darüber zu informieren, wie ich das am "sinnvollsten" gestalte und rauszufinden, ob das überhaupt möglich ist (Ich meine, es muss möglich sein: Mose tat es, Jesus tat es - dann muss ich es auch tun können!). Dabei bin ich auf einige amerikanische Youtuber gestoßen, die mich sehr ermutigt haben.
Leider konnte ich in Deutschland kein Zeugnis finden, dass mir zur Ermutigung dienen könnte.
Da kommt mein Blog ins Spiel. Ich dachte, da bisher niemand dokumentiert zu haben scheint, dass er fastet (vielleicht wegen Matthäus 6,17-18?!), werde ich das tun.
Allerdings weder um Mitleid zu erregen, noch Um Beifall zu bekommen, sondern um
1. Gott die Ehre zu geben, dass er mich da durch trägt
2. Als Zeugnis, denn ich bin überzeugt, Gott wird krasse Dinge tun während dieser Zeit
Und 3. Leute zu ermutigen auch zu fasten und zu zeigen, dass es mit Gottes Hilfe möglich ist.
Ich hege den Plan dieses Fastens schon geraume Zeit, es ist kein spontaner Entschluss, dennoch jetzt, da es bald losgeht und einige Menschen, bspw. meine Mama ernsthafte Bedenken äußerten, bekam ich ein wenig "Muffensausen";) Mir haben die Zeugnisse auf YouTube (Vor allem das von Ashley) sehr geholfen mein Vertrauen da einfach vollständig auf Gott zu legen und sie haben mir vor allem ins Bewusstsein gerufen, dass Gott mich zu diesem Fasten berufen hat und aufgrund der Tatsache, dass das so ist, weiß ich auch, dass er mir da durch helfen wird.
Icb beginne das Fasten zwar erst nächste Woche,  dennoch möchte ich schon jetzt kurz etwas dazu erzählen.
Gott gab mir Anfang der Woche den Impuls schonmal vorbereitend auf Zucker zu verzichten und so hab ich schon seit 3 Tagen keinen Zucker zu mir genommen.
Das ist ziemlich krass, denn ich habe das bereits am ersten Tag gemerkt. Mir hat dieser Zuckerentzug ernsthaft Probleme bereitet und so bin ich Gott jetzt schon unheimlich dankbar,  dass er mich auf diese Art vorbereitet. Denn,wenn ich bedenke, wie ich mich gefühlt hätte, wenn ich von null auf hundert begonnen hätte zu fasten, da bin ich doch jetzt sehr froh, dass ich einen Teil des Entzugs schon hinter mir habe.
Eigentlich bin ich allerdings kein Typ für "partielles Fasten". Ich verzichte entweder auf alles oder auf nichts, so dass ich mir eigentlich keine großen Hoffnungen gemacht habe, dass ich das mit dem Zucker auch nur einen Tag durchhalte.
Aber ich merke jetzt schon, Gott ist bei mir und das macht mich echt gespannt auf die Fastenzeit!
Nunja. Soviel erstmal zur Einleitung. Wenns los geht mehr;)

Danke Vater für deine Ermutigung und deinen Beistand! Danke, dass durch dich Alles möglich ist!
AMEN.