Errettung verlieren? Teil 2 - Mutwillig sündigen

Ich erzählte bereits, dass ich vor einiger Zeit aus meiner Gemeinde ausgetreten bin.
Mittlerweile weiß ich, die Gründe dafür waren absolut die falschen. Aber was ich jetzt auch weiß, ist: Es war soviel Gesetz in MEINEM Evangelium, in dem Evangelium, das ich für mich angenommen hatte - ich hätte das nie bemerkt, hätte Jesus mich nicht aus der Gemeinde raus an den Rand der Verzweiflung getrieben.

Nachdem ich also aus der Gemeinde ausgetreten war, weil ich Jesus gehorchen und das Evangelium tatsächlich in alle Welt verkünden wollte, geriet ich an ein paar Leute, die man damals "Gesetzeslehrer" genannt hätte,  Leute,  die das "Gehorchen" sehr ernst nahmen und nicht nur das Evangelium verkündigen, Leute taufen, Kranke heilen und Dämonen austreiben wollten, sondern gleichzeitig mit Gottes Hilfe auch noch jedes einzelne Gebot halten und ein heiliges Leben führen wollten.
Mich persönlich führte das unter anderem zu einer "spirituellen Hausreinigung". Schon vor einiger Zeit waren mir einige Bücher unserer Kinder ein Dorn im Auge - aus Sorge um ihre geistige Gesundheit -, doch jetzt, wo ich in dieser Gehorsamsschiene drinne war, erschien es mir absolut notwendig diese Bücher endlich auszusortieren, da sie nicht der EHRE Gottes dienten. Aber plötzlich war da einiges, was nicht der Ehre Gottes diente. Zum Beispiel die Einhörner im Zimmer meiner Tochter - nach wie vor sehe ich nicht, inwiefern Einhörner die Ehre Gottes angreifen, aber wenn Dir einmal jemand einen Floh ins Ohr gesetzt hat, ist es schwierig ihn zu ignorieren. Also "enteinhornte" ich kurzerhand alle Einhorn-Kuscheltiere  und machte sie, Dank meiner von Gott geschenkten Nähkünste, zu einfachen Pferden. Nun war da aber noch die Einhornbordüre an der Wand und ich wusste, die konnte ich nicht einfach ohne die Erlaubnis meines Mannes entfernen. Dieser allerdings ist (noch) kein Christ und würde deshalb die Argumentation mit der Ehre Gottes nicht nachvollziehen können. Es brachte mich in einen echten Gewissenskonflikt. Eine Bekannte, die mit in der Gehorsamsschiene lief, forderte mich heraus und sagte mir: ich müsse selbst wissen, was mir wichtiger ist, die Ehre Gottes oder Frieden mit meinem Mann... Was sollte ich darauf antworten?...
Doch dann kam der entscheidende Gedanke: Wo soll das alles noch hinführen?! Wie gehorsam musste ich sein zur Ehre Gottes? Konnte ich wirklich ein heiliges Leben führen? Und wenn nicht, würde ich dann nicht mehr zu Jesus gehören? Wenn ich mich seines Blutes als unwürdig erweisen würde?
Und das ALLES war zurück zu führen auf eine bestimmte Bibelstelle (natürlich gibt es mehrere, aber diese eine hat es in sich!) und nach dieser echt langen Einleitung möchte ich die gern heute auslegen:

Wir haben in Christus die Wahrheit erkannt. Sündigen wir aber auch jetzt noch mutwillig weiter, gibt es kein Opfer mehr, das uns von unseren Sünden befreien kann. Dann bleibt nichts als das schreckliche Warten auf das Gericht, in dem Gottes verzehrendes Feuer alle seine Feinde vernichten wird.  Wenn jemand gegen das Gesetz von Mose verstößt und dieses Vergehen von zwei oder drei Zeugen bestätigt wird, kann er keine Gnade erwarten. Er muss sterben! Was meint ihr, um wie viel härter die Strafe für den sein wird, der den Sohn Gottes gleichsam mit Füßen tritt, dem das Blut des neuen Bundes nichts mehr bedeutet, durch das er doch Gemeinschaft mit Gott haben konnte! Ein solcher Mensch beleidigt Gottes Geist, von dem er nichts als Gnade und Barmherzigkeit erfahren hat. Wir alle kennen doch den, der gesagt hat: »Ich werde Rache nehmen und Vergeltung üben!« Von ihm heißt es auch: »Der Herr wird über sein Volk das Urteil sprechen.«  Wie furchtbar wird es allen ergehen, die dem lebendigen Gott in die Hände fallen!  
Werft nun eure Zuversicht nicht weg! Es wird sich erfüllen, worauf ihr hofft.  Aber ihr müsst standhaft bleiben und tun, was Gott von euch erwartet. Er wird euch alles geben, was er zugesagt hat. Denn das steht fest: »Schon bald wird der kommen, der angekündigt ist. Er wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Nur wer mir, Gott, vertraut, wird meine Anerkennung finden und leben. Wer aber zurückweicht und aufgibt, an dem werde ich kein Gefallen finden.«  Doch wir gehören nicht zu denen, die zurückweichen und verloren gehen. Wir gehören zu denen, die am Glauben festhalten und das ewige Leben gewinnen.
Hebräer 10:26‭-‬31‭, ‬35‭-‬39 HFA

Dies ist die Übersetzung der Hoffnung für Alle - und das ist der Grund, warum diese Bibelübersetzung sich für mich disqualifiziert hat. Hier ist kein Spielraum für Interpretation, weil die Übersetzung selbst schon interpretiert ist. Keine Möglichkeit das kommende Gericht für Heilige, die noch mutwillig sündigen abzuwenden... Eine furchtbare Übersetzung, die den Namen "Hoffnung für alle" absolut NICHT verdient!
Jedoch gibt es Übersetzungen, die wesentlich näher am Urtext sind. Ich persönlich empfehle die King James Übersetzung, wenn Du gut Englisch kannst. Ansonsten schauen wir uns doch Mal die Elberfelder an:

Denn wenn wir mit Willen sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, sondern ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts und der Eifer eines Feuers, das die Widersacher verschlingen wird. Jemand, der das Gesetz Moses' verworfen hat, stirbt ohne Barmherzigkeit auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen; wieviel ärgerer Strafe, meinet ihr, wird der wertgeachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch welches er geheiligt worden ist, für gemein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat? Denn wir kennen den, der gesagt hat: "Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr". Und wiederum: "Der Herr wird sein Volk richten". Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen! 
Werfet nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Denn ihr bedürfet des Ausharrens, auf daß ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung davontraget. Denn noch über ein gar Kleines, und der Kommende wird kommen und nicht verziehen. "Der Gerechte aber wird aus Glauben leben"; und: "Wenn jemand sich zurückzieht, so wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben". Wir aber sind nicht von denen, die sich zurückziehen zum Verderben, sondern von denen, die da glauben zur Errettung der Seele.
Hebräer 10:26‭-‬31‭, ‬35‭-‬39 ELB

Eigentlich ist diese Bibelstelle sooooooo wundervoll! Jedoch NUR durch die Augen der Gnade. Schaut man mit dem Blick des Gesetzes auf diese Stelle ist sie verheerend, allerdings widerspricht sie dann auch sämtlichen Bibelstellen, die sagen, dass wir allein aus Glaube errettet sind. (Und wie wir wissen ist selbst der ein Geschenk, denn Jesus ist Anfänger und Vollender des Glaubens - es ist also ALLES geschenkt!)
Nun aber zurück zum Wort:

Denn wenn wir mit Willen sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, sondern ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts und der Eifer eines Feuers, das die Widersacher verschlingen wird.

"Wenn wir mit Willen sündigen" - Was heißt das? Vor allem "nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben". Die Wahrheit ist nach Jesus' eigener Aussage ER SELBST. Ihn selbst haben wir also empfangen bzw die Erkenntnis über dass, was er für uns am Kreuz getan hat: Vergebung der Sünden durch sein Blut und Heilung unseres Körpers durch seine Wunden erwirkt. Er, das Lamm Gottes, hat die Sünden der Welt HINWEG GENOMMEN.(Joh ,29)
Wenn die Sünden hinweg genommen sind, inwiefern können wir dann mutwillig sündigen?
Paulus sagt in Römer 14: Was nicht aus Glaube geschieht, ist Sünde. Sprich: Unglaube ist Sünde.
Denn Sünde ist, was uns trennt von Gott - schon immer! Es gibt aber nach Jesus NICHTS mehr, was uns noch von Gott trennen könnte, es sei denn, wir glauben nicht daran!
Der obige Vers heißt also vereinfacht:

Wenn wir nun nicht glauben, dass ALLE Sünden hinweg genommen bzw vergeben sind, nachdem wir  Jesus erkannt haben, bleibt uns kein weiteres Schlachtopfer für Sünden.

Früher opferte der Hohepriester jedes Jahr für die Sünden des  vergangenen Jahres. Die Vergebung musste immer wieder neu erwirkt werden, jedoch JETZT hat Gottes perfektes Opfer  ein für alle mal alle Sünden  bezahlt. Wenn Du das nicht glaubst, kannst Du nichts mehr opfern. Erneute Tieropfer bringen  keine weitere Vergebung -  der alte Bund ist hinfällig! Was dir bleibt  ist dann 

ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts und der Eifer eines Feuers, das die Widersacher verschlingen wird.

Das ist tatsächlich das, was mir am Ende dieser Gesetzesphase noch blieb: die Erkenntnis, dass ich Gott nichts zu geben habe und dass, wenn das Opfer Jesu nicht ausreicht, sondern ich mich dessen auf irgendeine Art und Weise als würdig erweisen müsste (indem ich nicht mehr sündige), ich direkt in die Hölle wandern würde - keine tollen Aussichten!
Wenn Du jetzt denkst: Ach Du Scheiße! Ich dachte bisher immer, man muss sich zusätzlich an die Gebote halten... Bin ich dann jetzt ungläubig und mich erwartet die Hölle? Ich kann das biblisch nicht belegen, aber ich denke: Gottes Gericht furchtvoll erwarten KANN nur jemand, der schon gerettet ist AUS GLAUBEN, DENN jeder Ungläubige ist entweder davon überzeugt, dass es Gott nicht gibt oder hat für sich einen anderen Weg gefunden in den Himmel zu kommen (Den es nicht gibt! Aber Leute machen sich das vor!). Der Einzige also, der Gottes Gericht FURCHTVOLL erwartet, ist der, dem bewusst ist, dass es dieses Gericht gibt und dem bewusst ist, dass er ein Sünder ist. Aber jemand, der schon so weit ist, hat auch das Opfer Jesu im Glauben angenommen, weil er weiß, dass es seine einzige Chance ist. Nur, weil er es nicht richtig begriffen hat oder die Gnade schmäht/verwirft, wird er früher oder später mit seiner Werke-Gerechtigkeit an das Ende seiner Kräfte kommen und dann bleibt für ihn nur ein furchtvolles Erwarten, obgleich er nichts Furchtvolles zu erwarten hat, denn er ist ja eine neue Kreation, gefüllt mit Gottes Geist/Auferstehungskraft. Zweifel ist keine unverzeihliche Sünde;) (Um die "unverzeihliche" Sünde kümmere ich mich demnächst mal)

Jemand, der das Gesetz Moses' verworfen hat, stirbt ohne Barmherzigkeit auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen; wieviel ärgerer Strafe, meinet ihr, wird der wertgeachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch welches er geheiligt worden ist, für gemein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat?

"Den Sohn Gottes mit Füßen treten" 
"Das Blut des Bundes gemein erachten"
"Den Geist der Gnade schmähen"
Das alles sagt ein und dasselbe aus, nämlich das Opfer Jesu als NICHT AUSREICHEND zu betrachten und selber etwas hinzufügen zu wollen.
Paulus sagt an anderer Stelle:

Seid ihr so unverständig? Nachdem ihr im Geiste angefangen habt, wollt ihr jetzt im Fleische vollenden?
Galater 3:3 ELB

Ich denke übrigens, es geht an dieser Stelle nicht darum, dass derjenige, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt, das ewige Leben abgesprochen bekommt. Das macht im Zusammenhang keinen Sinn. Denn die Strafe im mosaischen Gesetz, die erwähnt wird, ist eine irdische, nicht eine ewige,  insofern ist die ärgere Strafe vermutlich auch eine irdische und nicht die  Aberkennung des ewigen Lebens. Ich persönlich denke, es ist auch eher eine Konsequenz, als eine Strafe.

Denn wir kennen den, der gesagt hat: "Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr". Und wiederum: "Der Herr wird sein Volk richten". Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen! 

Der Autor betont nochmal, dass jemand, der keine Heilsgewissheit hat bzw sie sich nehmen lässt (von "Gesetzeslehrern"), eine wirklich schreckliche Erwartung an die Zukunft hat.

Werfet nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Denn ihr bedürfet des Ausharrens, auf daß ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung davontraget. Denn noch über ein gar Kleines, und der Kommende wird kommen und nicht verziehen.

Und dann sagt er es eindrucksvoll: Werft doch eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat, nämlich die (und das liest man in den Versen dazwischen - ich hab der Übersichtlichkeit halber ein paar ausgelassen!), dass es viel einfacher ist, Dinge im hier und jetzt, ob der Freude auf unsere zukünftige Herrlichkeit, zu ertragen! Jetzt bedarf es des Ausharrens im Glauben, nicht um sein ewiges Leben zu "behalten", weil man es sonst verlieren würde, sondern weil der Verfasser weiß, welche Kraft die Hoffnung im Leben eines Menschen freisetzt. Wo aber keine Hoffnung ist, da ist auch keine Kraft!
Wir müssen jetzt nur Abwarten, lange dauert es nicht mehr, bis Jesus wiederkommt und dann werden wir, die wir den Willen Gottes getan haben - nämlich GLAUBEN!, auch die Verheißung erben:

Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden;
Markus 16:16 ELB

Der Gerechte aber wird aus Glauben leben"; und: "Wenn jemand sich zurückzieht, so wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben". Wir aber sind nicht von denen, die sich zurückziehen zum Verderben, sondern von denen, die da glauben zur Errettung der Seele.

Und hier sagt er es nochmal: Es ist der Glaube, der zählt.
Gott hat keine Freude daran, wenn wir uns zum Verderben zurück ziehen, sprich: wenn wir von der Heilsgewissheit abweichen zurück zum ungewissen Gesetz bzw ist ja klar, wo das Gesetz endet: im Verderben!
Wir GLAUBEN zur Errettung unserer Seele, im Gegensatz zu: Wir TUN irgendetwas dafür.
Ich finde Hebräer 10, wie schon erwähnt, wundervoll! Gott betont hier nochmal, dass es so wichtig ist, sich einzig GLAUBEND auf das Werk Jesu' zu stellen. Er macht klar, welche seelischen Konsequenzen es hat, dies nicht zu tun und ich liebe es, dass Gott uns durch diesen Brief davor warnt! 
Es könnte ihm auch egal sein, gerettet ist gerettet, aber er möchte eben nicht, dass wir NUR irgendwann mal bei ihm im Himmel sind, er möchte, dass es uns im hier und jetzt gut geht.
Ich möchte gern an dieser Stelle nochmal Römer 8 zitieren:

Er, der doch seines eigenen Sohnes nicht geschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat: wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?
Römer 8:32 ELB

Gott möchte uns hier und jetzt alles schenken. Er möchte für uns ein Gott im Hier und Jetzt sein,nicht erst in der Ewigkeit. Und das ist so wunderbar! Wir müssen es nur glauben! Gott ist für uns! Gott ist unser Vater! Gott ist unser Gott - einer, der alles kann und für uns alles möglich machen WILL, wenn wir ihn nur darum bitten!
Kein Gott, der ewiges Leben gibt und nimmt, wie er gerade lustig ist, sondern einer, der zu seinem Wort steht und gibt, was er verheißt:
Ewiges Leben, dem, der da GLAUBT!

Halleluja und AMEN! Vater, du bist einfach wundervoll! Danke, dass ich Dein Kind sein darf! Amen

Kommentare

  1. Hallo Doreen,

    Gott hat dir ne Menge gezeigt, was er mir auch gezeigt hat, und es ist echt schön zu lesen, was du aus deinem Leben berichtest!

    An einer Stelle bin ich allerdings nicht ganz d'accord: Dass "das furchtbare Warten auf das Gericht" etwas sei, was nur hier während unserer Zeit auf der Erde relevant wäre, glaube ich nicht.
    Ich denke, es gibt tatsächlich diese eine Möglichkeit, seine Errettung zu verlieren: Zurückzukehren ins Gesetz. Paulus schreibt in Galater "Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr aus dem Gesetz gerechtfertigt werden wollt, ihr seid aus der Gnade gefallen." Und er schreibt vom Fluch: "alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch" (Gal 3). In Hebräer 6 schreibt der Autor (ich bin ebenso wie du überzeugt, dass es Paulus ist) von Leuten, die das tun als "von dem Land, das dem Fluch nahe ist". Hier taucht die Formulierung auf, "den Sohn Gottes für sich selbst ein zweites Mal gekreuzigt zu haben".
    In Offenbarung schreibt Johannes Jesu eigene Sichtweise über Menschen, die Gesetz und Gnade vermischen: "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an" - er ist also draußen! ("Ihr seid abgetrennt von Christus...")
    Als Jesus hier körperlich auf der Erde war, sagte er über Lehrer der Selbstgerechtigkeit:
    "Wenn aber jemand einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anlass zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde." (Mt 18,6 in Verbindung mit Lk 17,2)

    Auch hier gilt natürlich Jesu Definition von Sünde (unter der Gnade): "von Sünde, weil sie nicht an mich glauben" (Joh 16,9) - wie übrigens auch bei dem "Geh hin und sündige hinfort nicht mehr" (das nur am Rande, weil es auch immer wieder falsch angeführt wird).

    Die Sünde gegen den hl. Geist (bzw. die Lästerung des Geistes) ist dasselbe Thema: Nikodemus hatte bezeugt, dass sie (die Oberen) wussten, dass Jesus von Gott gesandt war (Meister, WIR WISSEN..."); die Erkenntnis der Oberen Israels war also da!
    Petrus schreibt über das "Zurück":

    "es wäre für sie besser, dass sie den Weg der Gerechtigkeit nie erkannt hätten, als dass sie, nachdem sie ihn erkannt haben, wieder umkehren, hinweg von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot." (2. Petrus 2,21)

    Für Jesus selbst und die Autoren des NT scheint der Fall "Gesetz trotz Erkenntnis der Gnade" (und "zurück ins Gesetz" ist genau das) das ernsthafteste Thema überhaupt zu sein!
    Und wenn man sich die Rückkehr von Paulus nach der dritten Missionsreise nach Jerusalem und seinen Fall in Apostelgeschichte 21 sowie Petrus' und Jakobus' Fall (s. auch Gal 2 / Stichwort "antiochenischer Zwischenfall") ansieht, verstehe ich auch warum: Es IST das mit Abstand ernsthafteste Thema und die größte Versuchung für Gläubige - die Ältesten der jerusalemer Urgemeinde (vermutlich allen voran Jakobus) fielen drastisch! Petrus heuchelte deswegen. Paulus hätte es fast die komplette Missionstätigkeit unglaubwürdig gemacht - und in der Folge wahrscheinlich alle von ihm gegründeten Gemeinden zerrissen. Niemals hätte er seine Lehrbriefe schreiben können, wenn Gott die Nummer in Apg 21 zugelassen hätte.
    Ich persönlich bin sogar überzeugt, dass genau das die Triebfeder für die Briefe von Paulus wurde.

    Die Lehre von Selbstgerechtigkeit (aus dem Gesetz) nennt Jesus den "Sauerteig der Pharisäer", von dem "ein bisschen den ganzen Teig durchsäuert".

    Das allererste Gebot mit Todesstrafdrohung, das Israel bekam (vor dem Sinai) war: "Kein Sauerteig im Haus vom Passah bis zum Ende des Festes" - das war VOR dem Gesetz!

    Liebe Grüße
    Peter

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    2. Hey Peter:) vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Ich kenne mich in all den Briefen nicht so gut aus, ich kann tatsächlich nur von dem ausgehen, was ich selbst erlebt habe und was Gott selbst mir gezeigt hat und das ist: Es ist unmöglich seine Errettung zu verlieren.
      Wenn es möglich wäre, musste ich Angst davor haben, aber Angst treibt mich nicht zu Glaubenswerken, sondern zu Gesetzeswerken. Wie ich schon geschrieben habe, habe ich exakt die Verse aus Hebräer 10 selbst erfahren. Und nicht Ich war es, die aus den Gesetzeswerken zuruckgerudert ist, es war Jesus, der mich wieder in die Spur gebracht hat. Ich war soweits vor Verzweiflung alles hinzuschmeißen...
      Was ich durchaus für möglich halte, ist: dass es "Christen" gibt, die das Opfer Jesu niemals angenommen haben. Die zwar sagen, sie glauben, die sozusagen auch an die Auferstehung etc. glauben, aber dennoch zu selbstgerecht waren um zu erkennen, dass sie das Opfer Jesu tatsächlich für SICH SELBER in Anspruch nehmen müssen.
      Ich denke,es gibt "Christen", die nicht von neuem geboren sind, irgendwie an Jesus glauben und sich trotzdem nicht auf sein sondern ihre Werke berufen werden (die Herr, Herr- Sager). Sind wir von neuem geboren ist Gottes Geist in uns versiegelt und er ist unsere Garantie, dass wir zu ewiger Herrlichkeit auferstehen werden...
      Es bleibt die Frage, wie man sich sicher sein kann, zu welcher Kategorie man selbst gehört?! Ich denke, wenn Du errettet bist, weißt du es. Du weist, ob Du den heiligen Geist hast oder nicht. Nur viele stellen diese Frage nicht...

      Würde es an uns liegen nicht ins Gesetz zurück zu fallen, wäre das etwas, womit wir uns rühmen könnten und ich bin uberzeugt: aller Ruhm gehört Gott allein! Ich kann das im Moment noch nicht biblisch hinterlegen und auch nicht alle deine angeführten Stellen entkräften,aber eines weiß ich ganz sicher: Nicht ich halte an Gott fest, sondern er an mir! In JEDER Hinsicht!
      Sei gesegnet! Liebe Grüße,Doreen

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  3. Zitat:
    Würde es an uns liegen nicht ins Gesetz zurück zu fallen, wäre das etwas, womit wir uns rühmen könnten und ich bin uberzeugt: aller Ruhm gehört Gott allein! Ich kann das im Moment noch nicht biblisch hinterlegen [...]

    Genau das tust du doch damit: Es biblisch hinterlegen :-)
    Paulus schreibt ja: Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist ausgeschlossen. ... und:
    Ich will mich nichts rühmen als allein des Kreuzes Christi.

    Was das "Entkräften" der angeführten Bibelstellen angeht: Ich hab irgendwie im Gefühl, dass das gar nicht notwendig ist - und dass das hier auf deinem Blog einfach mal nebeneinander existieren darf - genau wie in der Bibel auch. Wenn du das anders siehst, mach es weg, ich wär nicht traurig drüber :-)

    Unser Erkennen ist Stückwerk, und unsere Sprache ist noch dazu so begrenzt... beides wird vergehen, aber die Liebe bleibt.
    Und ich stimme dir vollkommen zu: Nichts wird uns trennen von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn (und großen Bruder und Bräutigam).

    Mir kam noch der Versteil aus Jesaja 43 in den Sinn, den ich nicht zurück halten will:
    Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.

    LG
    Peter

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  4. Hallo Doreen,
    auch ich habe mich mit Hebräer 26;10-31 lange "gequält" und irgendwie konnte mir niemand eine für mich befriedigende Antwort auf meine Fragen geben. Bis ich einen Kommentar dazu auf einer christlichen Seite las und dieser hat meine Zweifel, ich könne zum Personenkreis derer gehören, die dem Gericht Gottes irgendwann zum Opfer fallen könnten, ein für allemal beseitigt und deshalb dachte ich, dieser Kommentar könne Dir, quasi zur Bestätigung, noch einmal dienen. Aber lies selbst:

    "Beim "mutwilligen sündigen" geht es nicht um Tatsünden, die darin bestehen, dass ein Christ vorsätzlich etwas tut, was den 10 Geboten zuwiderläuft. Wenn es danach ginge, wären wir alle für immer verloren. Denn jeder von uns tut oder unterlässt, aufgrund seines Unvermögens, ständig etwas, von dem er weiß, dass er es eigentlich nicht tun bzw. tun sollte.

    Unter "mutwilligem sündigen" ist deshalb die bewusste und entschiedene Abkehr vom Glauben, von Gott, von Jesus Christus und seinem Wort gemeint.

    Der "mutwillig Sündigende" begibt sich damit nicht nur in den Zustand zurück, in dem er sich vor seiner Bekehrung befand, sondern wird darüberhinaus noch zu einem Gegner Jesu Christi.

    Denn obwohl er genau weiß, um was es geht, sagt er dem Glauben ab und reiht sich in den Kreis der Lästerer, Spötter und Verfolger ein.

    Damit sind demnach auch nicht diejenigen gemeint, die sich infolge von Zweifeln oder irgendwelchen Lebensumständen vom Glauben und von Jesus Christus entfernt haben und gleichgültig geworden sind. Hier kann Gott immer wieder eine Neubesinnung und Umkehr schenken.

    Für den aber, der sich, als ehemals Erlöster und Wiedergeborener, neuerlich abwendet und dadurch zu einem Verräter am Glauben, gewissermaßen zu einem Judas wird, ist nach dem obigen Vers, eine Umkehr ausgeschlossen.

    Dies ergibt sich aus den Versen 28 und 29:

    Wenn jemand das Gesetz des Mose bricht, muss er sterben ohne Erbarmen auf zwei oder drei Zeugen hin. Eine wieviel härtere Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Bundes für unrein hält, durch das er doch geheiligt wurde, und den Geist der Gnade schmäht?

    Der Schreiber des Hebräerbriefes schreibt in der "Wir-Form", und fängt mit den Worten "wenn wir mutwillig sündigen" an. Das heißt, dass es bei diesem Text nicht um "andere", sondern um uns geht. Der Schreiber weiß, dass wir noch nicht am Ziel und damit "abfallgefährdet" sind. Das soll uns vor Überheblichkeit und trügerischer Sicherheit bewahren.

    Wir werden ständig von gottwidrigen, gottfeindlichen und den Glauben in Zweifel ziehenden Botschaften überschwemmt. Ein Abfall vom Glauben liegt deshalb grundsätzlich im Bereich des Möglichen.

    Deshalb gilt es wachsam zu sein.

    Darüber, auf welche Personen in unserem Umfeld die obigen Verse konkret zutreffen, sollten wir uns kein Urteil erlauben. Allein Gott weiß, auf wen das zutrifft.In aller Regel ist der Abtrünnige auch gar nicht mehr an einer Rückbesinnung interessiert, weil er blind für die Wahrheit geworden ist. Hier gilt Vers 30: »Die Rache ist mein, ich will vergelten«. Und Gericht Gottes kann bereits darin bestehen, dass der "Verräter" in seine Blindheit dahingegeben wurde.

    Davor möge uns der Herr bewahren."

    Ich wünsche Dir viel Freude für Deinen weiteren Weg mit Jesus und der Herr segne Dich!
    LG Tina

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    1. Hallo Tina:)
      Vielen Dank für Deinen Kommentar! Wie aus den weiteren "Teilen" meiner "Errettung verlieren"- Serie hervorgeht, teile ich die Meinung des von dir zitierten Kommentars NICHT, aber wenn er Dir ein wenig geholfen hat, ist das ja erstmal positiv;) Jedoch brstarktes nicht wirklich, was ich über das Thema Errettung gelernt habe, wohl aber, was ich über die Menschen und damit auch über mich selbst gelernt habe: Die Selbstgerechtigkeit der Menschen steckt tief! Wenn wir uns unsere Errettung schon nicht durch unsere Taten verdient haben (und sie durch diese auch nicht verlieren können) , dann wollen wir sie doch wenigstens aus eigener Kraft behalten, indem WIR an GOTT festhalten/ums nicht von ihm abkehren.
      Ich persönlich versuche mittlerweile weder aus eigener Kraft nicht mehr zu sündigen, noch halte ich länger an Gott fest, denn ich weiß: Hatteer mich nicht zu sich gezogen und würde er mich nicht mit all seiner Güte und Liebe jeden Tag festhalten, ich würde mich am Tag mindestens dreimal von Ihm abkehren;) Aber der Ruhm gehört ihm - Er hat das Kreuz vollbracht und ER ALLEIN hält an mir fest! Und so darf ich mich voller Vertrauen in völliger Sicherheit wiegen, dass ich "Bleiben werde im Haus des Herrn IMMERDAR!"(PS 23)
      Auch Dir liebe Tina wünsche ich diese vollkommene Sicherheit! Lass Dich nicht verwirren vom Durcheinanderbringer!
      Liebe Grüße und Gottes Segen,
      Doreen

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