Die Freude am HERRN ist grad nicht meine Stärke...;)

Also, ich merke, es fällt mir echt schwer die Themen auf diesem Blog zu erweitern. Es gibt wirklich viele Dinge, über die ich gern schreiben würde, aber es fühlt sich für Mich wirklich merkwürdig an, auf diesem Blog, wo es vorrangig immer um die Bibel, GOTT und christliche Themen ging, etwas darüber zu schreiben, was es heißt, als Christ zu leben, da es oft bedeutet, zu leben wie jeder andere auch und nur innerlich eben einen göttlichen Funken Hoffnung zu tragen, manchmal sogar nichtmal das! Aber, ich glaube, es ist wirklich wichtig und hilfreich eben das, dieses völlig "normale" Leben als Christ, nach außen zu kommunizieren, damit sich nicht jeder "normale" Mensch unterhalb der "christlichen Messlatte" fühlt, sondern weiß, dass JESUS im Hier und Jetzt für ALLE dieser Funke Hoffnung sein kann und will.

Aktuell geht's mir richtig mies. Man würde das von außen wahrscheinlich nicht vermuten, da ich in der Regel, egal wie schlecht es mir geht, meinen Humor nicht verliere, aber mir fehlt grad echt die Kraft und zwar für Alles. Und das OBWOHL die Freude am HERRN meine Stärke ist;).

Denn manchmal braucht es eben auch Freude im Alltag. Ich verstehe jetzt den oben genannten Bibelvers viel besser, denn ich glaube tatsächlich, dass Freude ein kraftvoller Lebensmotor ist.

Aber in den letzten Monaten, in diesem Winter-Lockdown, da hab ich Mich so sehr gezwungen stark zu sein, alles am Laufen zu halten und jedem gerecht zu werden - sowohl unseren Kindern als auch meinem Mann -, dass mir bei all dem Druck die Freude Stück für Stück abhanden gekommen ist. Und jetzt, wo fast alles wieder halbwegs normal läuft, spüre ich richtig hart, dass mir dadurch auch die Kraft abhanden gekommen ist.

Es ist so, wie wenn man wochenlang eine eigentlich winzige Erkältung verschleppt und dann Urlaub hat. Man denkt, endlich kann man mal entspannen, aber das wochenlange Aufschieben einer Genesung rächt sich und statt einer kleinen Erkältung trifft einen eine hammermäßige Grippe und man liegt 2 Wochen flach.

Ich hatte einen echt guten Plan nach dem 1.Lockdown: Ich hab wochentags jeden Tag Yoga gemacht, was sowohl meinem Körper(gefühl) als auch meiner Seele ein echter Balsam ist, ich hatte eine "Saubermachroutine", die ich mir wochenlang erarbeitet und immer wieder angepasst habe, bis ich jeden Tag ein bisschen was, aber nicht zuviel zu tun hatte, aber gleichzeitig war die Wohnung seit vielen Jahren (quasi 11 Jahre Elternzeit;)) endlich in einem Zustand, in dem spontan Besuch kommen konnte, ohne dass ich das Gefühl hatte, Mich für die Ordnung entschuldigen zu müssen - nicht weil mein Besuch wert darauf legen würde, sondern weil ich wert darauf lege;). Ich hab Mich also echt wohl gefühlt. Ich hatte nach 11 Jahren permanenter Kinderbetreuung endlich mal wieder Zeit nur für Mich - nicht nur einen Nachmittag oder Abend oder gar ein Wochenende, sondern mehrere Wochen lang und ich fühlte, das war echt wichtig für Mich.

Ich meine, ich liebe unsere Kinder und niemals wollte ich die Zeit missen, die ich mit ihnen Zuhause verbracht habe, weiß ich doch, dass es so einen wichtigen und guten Grundstein für ihr Leben gelegt hat, genau wie es für Mich eine äußerst bereichernde und erdende Zeit gewesen ist, aber sie war eben auch anstrengend und es war Zeit für eine Atempause. Leider reichte die Zeit bis zum Winter-Lockdown gefühlt gerade mal zum Einatmen und wer Yoga oder anderweitige Entspannungsübungen macht, weiß, das Wichtige ist das Ausatmen. Doch dann kam der Winter-Lockdown und für Mich hat er sich angefühlt, als hätte ich die Luft angehalten. Jegliche Entspannungsübung fiel einfach aus. Es gab kein Yoga mehr - denn das erfüllt nicht seinen Zweck, wenn 4 Kinder um Dich herumspringen - und dass die Ordnung wieder flöten ging, ist auch klar. Dann musste ich irgendwie noch die Balance zwischen Homeschooling und Homekindergardening;) halten und habe dabei definitiv absolut versagt. Leider habe ich viel viel zu spät die Reißleine gezogen. Erst 2 Wochen bevor die Grundschulen bzw Kindergärten wieder öffneten, habe ich beschlossen, Mich nicht mehr zu zerteilen und zu streiten und lieber mit den Kindern Spass zu haben, als weiter diesen Spagat zu vollführen... 

Und jetzt habe ich theoretisch wieder etwas Entspannung, aber jetzt fühle ich Mich einfach nur absolut kraftlos. Ich kann nichts mehr. Ich schaffe es kaum Mich aufzuraffen und irgendetwas aufzuräumen und wenn alle Kinder nachmittags wieder da sind, kann ich die Lautstärke kaum ertragen. Jeder will Mir erzählen wie sein Tag war, aber ich kann kaum zuhören. Spätestens zum Abendessen möchte ich einfach nur wegrennen.

Und als ob diese Kraftlosigkeit allein nicht ausreichen würde, fühle ich Mich deshalb natürlich mega mies: Jetzt hab ich Zeit und kann Mich den ganzen Tag erholen und bin trotzdem völlig unerholt und leicht reizbar, sobald die Kinder wieder da sind. So war das nicht gedacht und ich will nicht, dass es so ist, aber so ist es. In den 11 Jahren, die wir nun unsere Kinder haben, habe ich Mich noch nie so am Ende mit meinen Kräften gefühlt, wie jetzt - dabei hatte ich (fast) noch nie soviel Freizeit wie jetzt.

Die Freude am HERRN ist meine Stärke. 

Aber es gibt als Christ eben auch diese Momente. Diese extrem schwachen Momente, wo Du einfach keine Kraft mehr hast und Dich als Versager Deines eigenen Glaubens fühlst. Aber für JESUS gibt es keine Versager, nur Bedürftige. Und deshalb bin ich genau jetzt die richtige Kandidatin für JESUS, nicht disqualifiziert wie es Mir die Religion in Mir einredet. Und jetzt warte Ich. Ich warte darauf, dass ER kommt mit SEINER Kraft und währenddessen tue ich eben, was mir gut tut und das Gefühl gibt, wieder stärker zu werden.

Ich weiß nicht... wahrscheinlich ist das nicht unbedingt mein ermutigendster Post:D. Aber vielleicht geht's Dir wie Mir und dann hilft es manchmal zu wissen, dass man nicht alleine ist.

In diesem Sinne, vergiss nicht, dass wir gesegnet sind! Bis bald! In JESU Namen AMEN.

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